Für eine sichere Bergwanderung

 - 

(verpd) Herbstzeit ist Wanderzeit – doch wer sich nicht richtig vorbereitet oder zu leichtsinnig eine Bergtour angeht, kann schnell in eine missliche Lage kommen, die ohne fremde Hilfe nicht zu bewältigen ist. Dabei reichen schon einige wenige Verhaltens- und Sicherheitsmaßnahmen, damit aus einem Ausflug in die Berge kein Albtraum wird.

Jedes Jahr müssen die Mitglieder der Bergwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) rund 15.000-mal Menschen in den Bergen oder aus unwegsamem Gelände retten. Hauptursachen sind nach einer Unfallstatistik des Deutschen Alpenvereins (DAV) Stürze sowie körperliche und konditionelle Probleme.

Fast ein Viertel der Rettungen ist zudem notwendig, weil sich Wanderer in eine Lage gebracht haben, aus der sie ohne fremde Hilfe nicht mehr herauskommen, zum Beispiel nachdem sie sich verlaufen haben oder wetterbedingt nicht mehr zurückgehen können. Insbesondere Selbstüberschätzung, mangelnde Kondition, Leichtsinn, unzureichende Planung und eine schlechte Ausstattung sind die Auslöser für diverse Notfälle beim Wandern.

Damit die Wandertour zum Wanderer passt

Der DAV rät für eine sichere Bergwanderung, nur möglichst gesund und mit einer guten Kondition in die Berge zu gehen. Wichtig ist auch eine sorgfältige Planung der Wanderung. Das fängt bei der Wanderroute an. Diese sollte zur körperlichen Verfassung und zum alpinen Können der Wanderer passen. Für Untrainierte, aber auch für Wanderungen mit Kindern, sind insbesondere Wanderrouten mit einem geringen Schwierigkeitsgrad und wenig Zeitaufwand sinnvoll.

Beispielsweise gibt es nach der international anerkannten Wanderskala des Schweizer Alpen-Clubs sechs Schwierigkeitsgrade (T1 bis T6) bei den Wanderwegen – T1 steht für leichte und T6 für schwere Wanderwege. Häufig werden auch leichte Wanderwege mit Blau oder keiner Farbe, mittelschwere mit Rot und schwere mit Schwarz gekennzeichnet. Grundsätzlich sollte eine geplante Tour unter Berücksichtigung von ausreichenden Ruhe- und Trinkpausen noch vor Einbruch der Dunkelheit bewältigt werden können.

Die Schwierigkeitsgrade der einzelnen Wanderwege sowie Zeitangaben, in welcher Zeit einzelne Streckenabschnitte bewältigt werden können, erfährt man oftmals bei den Fremdenverkehrsämtern, den örtlichen Bergwachten und Auskunftsstellen des DAV. Hilfen, auch als App, gibt es zudem auf der Website www.alpenvereinaktiv.com, einen gemeinsamen Tourenportal des DAV, des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) und des Alpenvereins Südtirol (AVS).

Ungeeignete Schuhe erhöhen das Unfallrisiko

Zwar ist ein Navigationsprogramm für Wanderer auf einem Smartphone oder einem speziellen GPS-Gerät für Wanderer hilfreich, dennoch rät der DAV, grundsätzlich auch eine Wanderkarte mitzuführen, falls die elektronischen Geräte beschädigt werden oder plötzlich nicht mehr funktionieren, zum Beispiel weil der Akku leer ist. Vor Beginn einer Wandertour ist es wichtig, sich darüber zu informieren, ob mit Gewitter, Schnee oder Sturm zu rechnen ist, da eine solche Wetterlage das Unfallrisiko deutlich erhöht.

Man sollte nie von den markierten Wanderwegen abweichen, da vermeintliche Abkürzungen oftmals in unwegsames und unfallreiches Gelände führen können. Zudem besteht die Gefahr, sich zu verlaufen. Sicherer ist es zudem, nicht alleine auf Tour zu gehen, damit notfalls der andere noch Hilfe holen kann, falls man selbst nicht in der Lage dazu ist. Bei der Ausrüstung kommt es vor allem auf die richtigen Schuhe an. Sie sollten bei unterschiedlichsten Untergründen wie Schotterwegen, nassen Wiesen oder morastigen Waldwegen Trittsicherheit bieten und wasserdicht sein.

Empfehlenswert sind spezielle Wanderschuhe mit griffigem Profil und einer wasserabweisenden Oberfläche. Für Bergwanderungen ungeeignet sind Straßenschuhe oder Turnschuhe. Prinzipiell sollte man ein Erste-Hilfe-Set, eine Rettungsdecke, Blasenpflaster sowie Kälte-, Sonnen- und Regenschutz dabeihaben. Wanderstöcke helfen nicht nur das Gleichgewicht zu halten, sondern entlasten auch die Gelenke. Bei der Kleidungswahl raten Experten zum sogenannten Zwiebellook. Hat der Wanderer über einem leichten, luftigen Outfit noch eine wärmende Kleidung an, kann er je nach Bedarf variieren.

Nicht ohne Mobiltelefon

Grundsätzlich raten Experten des DAV zur Mitnahme eines Mobiltelefons, in das die wichtigsten Notrufnummern des Wandergebietes abgespeichert sind. Für Deutschland und für diverse andere Länder Europas gilt auch für die Bergrettung die allgemeine EU-weite Notrufnummer 112. Der nationale (Berg-)Rettungsdienst hat in Österreich die Rufnummer 140, in der Schweiz die 144 oder die 1414, in Italien beziehungsweise in Südtirol die 118 und in Frankreich die 15.

Bei Wandertouren im Ausland ist eine Auslandsreisekranken-Versicherung unverzichtbar, da anderenfalls im Notfall die Kosten für eine Bergrettung und/oder medizinische Versorgung häufig vom Betroffenen selbst bezahlt werden müssen. Wer bei allen Unfällen Kostenschutz für den Fall einer Invalidität haben möchte, kann sich mit einer privaten Unfallversicherung entsprechend absichern.

Weitere detaillierte Tipps und Verhaltensregeln, damit eine Bergwanderung möglichst ohne Risiken bleibt, gibt der kostenlos herunterladbare Ratgeber Bergwandern – sicher und umweltbewusst. Er wurde vom Bayerischen Staatsministerium des Inneren in Zusammenarbeit mit dem DAV und der Bergwacht Bayern herausgegeben.

Weitere News zum Thema

  • Gesetzlicher Schutz für Helfer

    [] (verpd) Egal ob bei einer Panne, einem Unfall oder sonstigen Notlage, nicht immer kann sich jemand aus einer solchen für ihn schwierigen oder riskanten Situation selbst helfen. Er benötigt dann Unterstützung durch andere. Doch was, wenn ein Helfer dabei selbst verletzt wird? In der Regel springt in solchen Fällen die gesetzliche Unfallversicherung ein. mehr

  • Wenn Kinder oder Jugendliche einen Unfall mit verschulden

    [] (verpd) Eine Zwölfjährige, die nach dem Aussteigen aus einem Bus unachtsam die Straße überquert und dabei von einem Motorrad überfahren wird, ist trotz ihres Alters überwiegend selbst für die Folgen des Unfalls verantwortlich. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart hervor (Az. 13 U 143/16). mehr

  • Unfallursache: Schlaglöcher in der Straße

    [] (verpd) Straßenschäden wie Schlaglöchern oder Rissen im Fahrbahnbelag sind für alle Verkehrsteilnehmer gefährlich. So kann ein Fahrzeug beschädigt werden, wenn der Fahrer versehentlich mit einem Reifen in ein tiefes Schlagloch fährt. Radfahrer und Fußgänger können zudem wegen eines Schlagloches leicht stürzen und sich verletzen. Nicht selten stellt sich in diesen Fällen die Frage, wer für die entstandenen Schäden aufkommen muss. mehr

  • So lernen Kinder spielerisch ihr Unfallrisiko zu minimieren

    [] (verpd) Nicht immer und überall sind die Eltern oder andere Erwachsene dabei, um ein Kind vor Unfällen zu schützen. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder selbst erkennen, wenn etwas gefährlich ist, und zwar egal, ob im Straßenverkehr, in der Schule, in der Freizeit oder auch zu Hause. Eine kostenlose App, herausgegeben von der Unfallforschung der Versicherer (UDV,) hilft dabei, dieses Wissen kindgerecht und mit viel Spaß zu vermitteln. mehr

  • Unfallversicherung: Vorschädigung macht nichts

    [] 50-Jährige ohne irgendwelche Schäden an der Wirbelsäule, an Knien, Schultern und Hüfte wird man nur wenige finden. Oft wirken sich Verengungen, Verschleiß oder sogar ein Bandscheibenvorfall zunächst aber im Alltag kaum aus. Kommt es dann zu einem Unfall, werden die vorher latenten Probleme plötzlich akut. Fraglich ist: Hilft dann eine private Unfallversicherung? mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.