Folgenreiche Sucht

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(verpd) Verstirbt ein Beschäftigter, der an seinem Arbeitsplatz toxischen Substanzen ausgesetzt ist, an berufstypischem Lungenkrebs, so hat seine Witwe keinen Anspruch auf Leistungen der Berufsgenossenschaft, wenn ihr Mann Raucher war. Das hat das Hessische Landessozialgericht in einem veröffentlichten Urteil klargestellt (Az. L 9 U 30/12 ZVW).

Eine Witwe eines an Lungenkrebs verstorbenen Arbeitnehmers, der während seiner dreißigjährigen Berufstätigkeit regelmäßig als Schweißer arbeitete, wehrte sich gegen die Entscheidung der Berufsgenossenschaft ihres verstorbenen Mannes.

Obwohl bei Schweißarbeiten toxische Substanzen wie zum Beispiel Chrom, Thorium und Nickel freigesetzt werden, die nachweislich zu Lungenkrebs führen können, lehnte es die für den Verstorbenen zuständige Berufsgenossenschaft ab, seiner Witwe eine Rente zu zahlen.

Täglich 15 bis 20 Zigaretten

Das begründete der gesetzliche Unfallversicherungs-Träger damit, dass der Verstorbene Raucher gewesen war, der unbestritten 15 bis 20 Zigaretten am Tag geraucht hatte. Daher sei nicht erwiesen, ob er wegen der beim Schweißen freigesetzten toxischen Stoffe oder wegen seines Rauchens an Lungenkrebs erkrankt war.

Auch das von der Witwe angerufene Hessische Landessozialgericht war nicht hinreichend von der Wahrscheinlichkeit der beruflichen Verursachung der Krebserkrankung überzeugt. Daher wies es die Klage auf Zahlung einer Witwenrente als unbegründet zurück.

Die Richter stellten zwar nicht in Abrede, dass der Verstorbene während seiner Berufstätigkeit Schadstoffen ausgesetzt war, die dazu geeignet waren, Lungenkrebs auszulösen. Angesichts der Tatsache, dass er starker Raucher war, ist es jedoch ebenso gut möglich, dass das Rauchen den Krebs verursacht hat.

Eine Frage des Beweises

Daher wäre es Sache der Witwe gewesen nachzuweisen, dass nicht das Rauchen, sondern berufliche Gründe den Lungenkrebs ihres Mannes ausgelöst hatten. Diesen Nachweis konnte sie jedoch nicht erbringen. Die Klage wurde daher ebenso wie in der Vorinstanz abgewiesen. Die Richter sahen keine Veranlassung, eine Revision beim Bundessozialgericht zuzulassen.

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