Eltern schätzen Unfallrisiken falsch ein

 - 

(verpd) Die größte Gefahr für ihre Kinder sehen Eltern im Straßenverkehr, so eine aktuelle Umfrage. Dabei ereignen sich in anderen Lebensbereichen weitaus mehr Unfälle, wie Statistiken belegen.

Fast drei Viertel der Eltern denken, dass die größten Risiken für ihre Kinder im Straßenverkehr lauern. Das zeigt der aktuelle „Kindersicherheitsreport 2015“, den ein Versicherungs-Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Bundes-Arbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erstellt hat. Für die Studie wurden in diesem Jahr 1.007 repräsentativ ausgewählte Eltern mit Kindern unter 18 Jahren online befragt.

Der Unterschied zwischen Einschätzung und Realität

Neben den Gefahren im Straßenverkehr fürchten 37 Prozent der befragten Eltern außerdem besonders die Gefahren aus dem Internet beziehungsweise den Medien und 31 Prozent Unfälle im Freizeit- und Sportbereich. 23 Prozent der Eltern sind der Ansicht, dass die stärkste Gefährdung ihres Kindes im Kindergarten oder in der Schule, 19 Prozent rund um das eigene Zuhause und 16 Prozent innerhalb der eigenen Wohnung vorhanden ist.

Eine letztes Jahr veröffentlichte Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen des Robert-Koch-Instituts ergab jedoch ein ganz anderes Gefahrenpotenzial: Rund 15 Prozent der Kinder zwischen ein und 17 Jahren müssen jedes Jahr infolge eines Unfalles ärztlich behandelt werden. Davon verunfallen 44 Prozent zu Hause und im privaten Umfeld, 24 Prozent in einer Betreuungs- oder Bildungseinrichtung sowie rund 21 Prozent auf dem Spielplatz, beim Sport oder sonst irgendwo in der freien Natur.

Rund acht Prozent erleiden einen Unfall im Straßenverkehr. Damit ereignen sich die meisten Unfälle, nämlich rund 65 Prozent, zu Hause oder in der Freizeit. Selbst in der Schule, im Kindergarten oder in anderen Kinderbetreuungs-Einrichtungen verunfallen dreimal mehr Kinder als im Straßenverkehr.

Absicherung für den Ernstfall

Doch egal, wo etwas passiert, wenn es zum Unfall kommt, sollte das betreffende Kind zumindest finanziell abgesichert sein. Eine private Vorsorge ist vor allem deshalb wichtig, da die gesetzliche Unfallversicherung nur Unfälle im Bereich der Schule oder des Kindergartens abdeckt, die meisten Unglücke jedoch in der Freizeit passieren. Zudem reichen die gesetzliche Unfallleistungen nicht aus, um bei schweren Unfallfolgen wie einer dauerhaften Invalidität den künftigen Lebensunterhalt ausreichend zu sichern.

Im Gegensatz zur gesetzlichen bietet eine private Unfallversicherung weltweit und rund um die Uhr Versicherungsschutz. Zudem sind die Höhe der Kapitalsumme oder/und Rentenleistung im Invaliditätsfall individuell wählbar. Eine umfassende Absicherung bietet auch eine Kinder-Invaliditäts-Versicherung. Sie leistet, wenn das versicherte Kind wegen eines Unfalles oder einer Krankheit bleibende Schäden davonträgt, eine vertragliche vereinbarte Rente, eine Einmalsumme oder eine Kombination aus beidem.

Tipps und Checklisten, wie sich Kinderunfälle vermeiden lassen, gibt es kostenlos im Webportal der Bundesarbeits-Gemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. Unter anderem erfährt man hier, wo die größten Unfallgefahren im häuslichen Umfeld sowie beim Sport und in der Freizeit lauern und wie man sie beseitigt. Zudem stehen diverse Flyer und Broschüren für Eltern, aber auch Bilder- und Rätselbücher für Kinder zum kostenlosen Herunterladen zur Verfügung.

Weitere News zum Thema

  • Was bei der halben Vorfahrt zu beachten ist

    [] (verpd) Der Grundsatz, dass sich Verkehrsteilnehmer Kreuzungen, an denen die Vorfahrt nicht mit Schildern geregelt ist, mit mäßiger Geschwindigkeit zu nähern haben, gilt nicht uneingeschränkt. Das hat das Kammergericht Berlin in einem Gerichtsverfahren entschieden (Az. 29 U 45/15). mehr

  • Riskanter Tanz auf der Bierbank

    [] (verpd) Wer beim ausgelassenen Tanz auf einer Bierbank herunterstürzt und sich dabei verletzt, ist für seinen Schaden selbst verantwortlich. Zu dieser Entscheidung kam kürzlich das Oberlandesgericht Stuttgart in einem Urteil (Az. 13 U 165/16). mehr

  • Für ein unfallfreies Zuhause

    [] (verpd) Die meisten Unfälle mit Personenschäden passieren in den eigenen vier Wänden. So verletzen sich nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und des Robert-Koch-Instituts rund 3,2 Millionen Personen bei Unfällen zu Hause. mehr

  • So viele Radfahrer bei Unfällen verletzt wie noch nie

    [] (verpd) Letztes Jahr wurden bei Verkehrsunfällen fast 86.100 Personen, die auf einem Fahrrad unterwegs waren, verletzt und mehr als 400 Radfahrer getötet. Wie aus den Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervorgeht, gab es damit seit Aufzeichnung der Radunfälle im Jahre 1992 in 2016 die bisher meisten Verkehrsopfer unter den Radfahrern. Die statistischen Daten zeigen zudem, was die Hauptgründe für die Radunfälle waren. mehr

  • Nicht jeder Verkehrskreisel ist ein Kreisverkehr

    [] (verpd) Will ein Fahrradfahrer eine in Form eines Kreises gestaltete Straßenkreuzung überqueren, auf der die Vorfahrtsregelung rechts vor links gilt, muss er sicherstellen, dass er die Kreuzung vor einem von rechts kommenden Fahrzeug räumen kann. Das hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden (Az. 9 U 22/16). Diese Regelung gilt auch für alle Kfz-Fahrer. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.