Damit Silvester in guter Erinnerung bleibt

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(verpd) Auch in diesem Jahr rechnen die Rettungskräfte zu Silvester vermehrt wieder mit schweren Sachschäden durch Brand sowie Personenschäden wie Verbrennungen, Hörschäden und Augenverletzungen. Schuld daran sind in den meisten Fällen ein falscher oder fahrlässiger Umgang mit Raketen und Böllern, sowie die Nutzung von in Deutschland nicht zugelassenen Feuerwerkskörpern. Wie sich solche Schäden vermeiden lassen.

Am Silvesterabend dürfen Raketen und Kracher von Gesetzes wegen nur ab 18 Uhr bis zum Neujahrstag 24 Uhr gezündet werden. Manche Gemeinden schränken durch eine Ortssatzung das Abbrennen von Feuerwerken zum Jahreswechsel weiter ein, beispielsweise auf den Zeitraum von 18 Uhr am 31. Dezember bis 7 Uhr am 1. Januar. Das Zünden von Silvesterraketen und Böllern in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern sowie Kinder- und Altenheimen ist generell verboten.

Zugelassener Silvesterspaß

Jeder, der Feuerwerkskörper kauft, sollte unbedingt darauf achten, dass das Produkt für Deutschland zugelassen ist. Dies wird durch eine von drei möglichen Kennzeichnungen bestätigt. Zugelassen sind beispielsweise Feuerwerke, die ein CE-Zeichen sowie eine Registriernummer tragen. Die Registriernummer, wie zum Beispiel 0589-F2–123, setzt sich wie folgt zusammen: Sie beginnt mit einer vierstelligen Zahl, die die Institution benennt, welche die Qualitätssicherung des Herstellers überwacht; 0589 steht zum Beispiel für die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM).

Anschließend folgt die Kurzbezeichnung der Feuerwerkskategorie: F1 steht beispielsweise für Kleinstfeuerwerke wie Tischfeuerwerk, Knallerbsen und Wunderkerzen. F2 beschreibt Klein- oder Silvesterfeuerwerke, wie Raketen und Knallkörper. Am Ende der Registriernummer befindet sich eine laufende Nummer. Hierzulande dürfen zudem Feuerwerkskörper mit einer BAM-Zulassung verwendet werden – erkennbar am Aufdruck BAM – PI oder F1 beziehungsweise BAM – P II oder F2 und einer nachfolgenden vierstelligen Nummer.

Feuerwerke der Klasse F2 oder P II sind nur zwischen dem 31. Dezember und 1. Januar erlaubt und dürfen ausschließlich von Personen über 18 Jahren gezündet werden. Kleinstfeuerwerke der Kategorie F1 oder P1 können von Kindern und Jugendlichen ab einem Alter von zwölf Jahren benutzt werden. Allerdings sollten Kinder niemals auch die für ihr Alter zugelassenen Kleinstfeuerwerke unbeaufsichtigt benutzen.

Vorsicht vor Blindgängern

Feuerwerkskörper sollten nie am Körper, beispielsweise in der Hosen- oder Jackentasche, und auch nicht in einem Rucksack getragen werden. Prinzipiell sind die Vorgaben der dem Feuerwerk beiliegenden Gebrauchsanweisung zu befolgen. Raketen sind niemals aus der Hand, sondern stets aus standsicheren Rohren oder Flaschen heraus zu starten. Böller und Feuerwerkskörper müssen immer vom Boden und dürfen nicht vom Balkon aus gezündet sowie nicht von oben heruntergeworfen werden.

Zudem dürfen sie nicht auf Menschen oder Tiere gerichtet werden. Dabei sollte auch die Windrichtung berücksichtigt werden. Die Zuschauer sollten einen größtmöglichen Sicherheitsabstand wahren und sich nicht in Schussrichtung aufhalten.

Niemals sollte ein Knallfrosch oder Feuerwerkskörper, der nicht explodiert ist, aufgehoben oder erneut angezündet werden. Schon oft verursachten nämlich Spätzündungen oder verspätete Explosionen schwere Verletzungen. Blindgänger gilt es nach dem Feuerwerksspektakel zu bewässern, also mit Wasser zu übergießen, und so unschädlich zu machen. Anderenfalls könnten diese noch Tage danach für spielende Kinder zum Verhängnis werden.

Schäden an Auto, Wohnung oder Gebäude

Damit Feuerwerkskörper nicht in die Wohnung fliegen und einen Brand verursachen können, sollten die Türen und Fenster geschlossen sein. Übrigens: Kommt es durch eine Rakete doch zu einem Brand in der Wohnung, ersetzt die Hausratversicherung den Schaden am Inventar, wie Kleidung, Möbel, Teppiche und Elektrogeräte. Selbst Schäden durch Löschwasser sind mitversichert.

Wird durch einen explodierenden Feuerwerkskörper ein Schaden am Gebäude beispielsweise am Rolladen oder an der Fassade verursacht, leistet die Gebäudeversicherung.

Autos, die durch Knaller oder Feuerwerkskörper Feuer fangen oder durch eine Explosion beschädigt werden, sind durch eine Teilkasko-Versicherung des Kfz-Besitzers abgesichert, wenn derjenige, der die Rakete oder den Böller gezündet hat, nicht ermittelt werden kann. Eine Vollkasko-Versicherung leistet darüber hinaus, wenn Autos in der Silvesternacht mutwillig von Unbekannten ramponiert werden.

Bei Verletzungen

Richtet ein Partygast durch einen Knaller oder eine Raktete fahrlässig einen Schaden an, muss er dafür haften. Hat der Schadenverursacher eine private Haftpflichtversicherung, übernimmt diese in der Regel die Schadenskosten.

Wenn sich jemand selbst beim Hantieren mit Feuerwerkskörpern verletzt, übernimmt die Krankenversicherung die Heilbehandlungskosten. Erleidet der Verletzte einen dauerhaften körperlichen Schaden, zahlt ihm eine bestehende private Unfallversicherung je nach Vereinbarung  eine Invaliditätsleistung in Form einer Kapitalsumme oder einer Rente.

Wer sich allerdings mit einem selbst gebastelten Knaller verletzt, riskiert nicht nur seinen Versicherungsschutz, sondern macht sich unter Umständen auch strafbar.

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