Damit Kinder unfallfrei bleiben

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(verpd) Nach Angaben der Bundesarbeits-Gemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. (BAG) verunfallt jedes Jahr fast jedes siebte Kind unter 15 Jahren so schwer, dass es ärztlich versorgt werden muss. Rund 200.000 Kinder müssen jedes Jahr aufgrund eines Unfalles sogar im Krankenhaus behandelt werden. Viele dieser tragischen Unglücke lassen sich jedoch mit den richtigen Präventionsmaßnahmen vermeiden.

Etwa 1,67 Millionen Kinder erleiden jedes Jahr in Deutschland einen Unfall, mehr als 537.000 von ihnen zu Hause und im Freizeitbereich, so die Bundesarbeits-Gemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. (BAG). 2011 mussten über 209.000 Kinder unter 15 Jahren wegen einer Unfallverletzung stationär behandelt werden.

244 Kinder starben aufgrund eines Unfalls, davon verunglückten 95 im Straßenverkehr, 52 erstickten, 30 ertranken, 21 stürzten tödlich und 17 kamen bei einem Brand ums Leben. Erschreckend ist die Tatsache, dass von den tödlich verlaufenden Unfällen besonders viele Säuglinge und Kleinkinder betroffen sind. Ursachen sind in den meisten Fällen Kopfverletzungen durch Stürze, Ersticken, Ertrinken, Verbrennungen und Verbrühungen.

Selbst kleine Kinder sind sturzgefährdet

Nach Angaben von Experten könnten 60 Prozent der Unfälle durch umsichtiges Verhalten, altersentsprechende Sicherheitsmaßnahmen und eine gewissenhafte Aufsicht vermieden werden. Besonders viele Säuglinge und Kleinkinder verunglücken im eigenen Zuhause. Beispielsweise verletzen sie sich, weil sie in einem unbeobachteten Moment vom Wickeltisch fallen, die Treppe hinunterstürzen, sich mit einer heißen Flüssigkeit verbrühen oder sogar in der Badewanne oder im Gartenteich ertrinken.

Experten raten daher zum Beispiel Eltern, beim Wickeln immer eine Hand am Kind zu halten. Kleine Kinder sollten zudem niemals ohne Aufsicht in der Badewanne sitzen gelassen werden. Treppenschutzgitter an Treppen, spezielle Sicherheitsriegel an Fenstern sowie Schutzgitter an Etagenbetten verhindern gefährliche Stürze. Kinder, die sich an Regalen und/oder Schränken hochziehen, können diese leicht zum Umfallen bringen, daher sollten derartige Möbel gut an der Wand und/oder am Boden verankert sein.

Heiße Getränke oder auch am Herd stehende Töpfe mit kochend heißen Flüssigkeiten oder Speisen sollten immer außer Reichweite der Sprösslinge sein, damit es nicht zu Verbrühungen kommt. Herdsicherungen können das Wegziehen von heißen Töpfen verhindern. Auch Tischdecken können, wenn hier heißes Essen oder warme Getränke auf dem Tisch stehen, schnell zur Unfallfalle werden, wenn Kinder versuchen, sich daran festzuhalten, und dadurch die Decke samt Gegenständen vom Tisch ziehen.

Sicherheit von der Steckdose bis zum Gartenteich

Ein Teich, ein am Haus vorbeilaufender Bach und/oder die Regentonne sind mit hohen Zäunen abzusichern oder abzudecken, damit die Kleinkinder nicht hineinfallen und ertrinken können.

Um Vergiftungen oder ein Ersticken zu vermeiden, haben zum Beispiel verschluckbare Kleingegenstände wie Knöpfe oder Ringe, aber auch Medikamente, Zigaretten, Alkohol und Putzmittel nichts in der Reichweite von Kleinkindern zu suchen. Dies gilt auch für giftige Pflanzen. Sie sollten weder in der Wohnung noch im Garten sein.

Schutz vor teils tödlichen Stromunfällen bieten Kindersicherungen in jeder Steckdose und das Wegräumen von elektrischen Geräten. Herumhängende Schnüre beispielsweise an Vorhängen oder an der Kleidung sowie herumliegende Kabel können schnell zur Strangulationsfalle für ein Kind werden und sind daher zu vermeiden.

Brandgefahren vermeiden

Um einen durch Kinder ausgelösten Brand zu vermeiden, empfehlen Brandverhütungsexperten allen, die Kinder erziehen oder betreuen, so früh wie möglich auf eine richtige Feuer- beziehungsweise Brandschutzerziehung Wert zu legen, um das Zündeln der Kinder zu verhindern. Es ist beispielsweise im Zuge von Anlässen, die eng mit Kerzenlicht verbunden sind, wie Geburtstag oder Weihnachten, sinnvoll, Kindern den sorgfältigen und bewussten Umgang mit Licht und Feuer näher zu bringen.

Zudem sollten Kinder nie alleine und ohne Aufsicht von Erwachsenen bei einem offenen Feuer wie einem Grill oder einem offenen Kamin sein. Auch andere Brandrisiken wie Halogenleuchten als Nachttisch- oder Kinderschreibtisch-Lampen gilt es zu vermeiden. Die genannten Leuchtmittel erreichen zum Beispiel eine Oberflächentemperatur von bis zu 400 Grad Celsius und können brennbare Materialien wie Papier, Stoffe oder Bettzeug schnell in Brand setzen.

Neben einem Feuerlöscher gehören besonders in Haushalten mit Kindern im Flur, im Wohnzimmer und im Kinderzimmer angebrachte Rauchwarnmelder zu den bedeutendsten Schutzmaßnahmen. Weitere Hinweise und Checklisten, wie sich Kinderunfälle vermeiden lassen, gibt es kostenlos auf den Webseiten der BAG. Neben Brandschutztipps wird unter anderem aufgezeigt, wie man im häuslichen Umfeld sowie beim Sport und in der Freizeit Unfallgefahren entdeckt und beseitigt. Zudem stehen diverse Flyer und Broschüren online zur Verfügung.

Wenn Kinder am Straßenverkehr teilnehmen

Bei den Vorschulkindern lauern die Risiken nicht nur im häuslichen Bereich, sondern vor allem auch im Straßenverkehr. Während die jüngeren meistens als Mitfahrer im Auto betroffen sind, besteht für Kinder ab dem Schulalter insbesondere als Fußgänger oder Radfahrer ein hohes Unfallrisiko.

Kinder sollten daher, wie gesetzlich vorgeschrieben, im Auto selbst auf kurzen Wegen ausschließlich in altersgerechten und geprüften Sitzsicherungen, also je nach Alter, Größe und Gewicht in Liegeschalen oder Kindersitzen, mitgenommen werden. Ebenfalls wichtig ist, dass Kinder nur mit einem Fahrradhelm als Radler unterwegs sind. Nicht nur zur Vorbildfunktion, sondern auch zum eigenen Schutz, sollten auch Erwachsene auf dem Fahrrad immer einen Helm tragen.

Sind Kinder als Fußgänger unterwegs, sollte darauf geachtet werden, dass sie beispielsweise durch Reflektoren an der Kleidung oder auch durch helle Farben selbst bei Dämmerung für andere Verkehrsteilnehmer gut zu erkennen sind. Weitere Tipps, wie sich die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr erhöhen lässt, bietet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. auf einer speziellen Webseite. Über die in Deutschland angebotenen zahlreichen auf Kinder zugeschnittenen Verkehrssicherheits-Programme informiert die Deutsche Verkehrswacht.

Individuelle Absicherung

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann man die Unfallgefahr nicht ignorieren. Um nach einem Unglück aufgrund von bleibenden gesundheitlichen Schäden nicht noch vor finanziellen Problemen zu stehen, sollte man seine Kinder frühzeitig absichern. Eine private Unfallversicherung bietet einen weltweiten Schutz rund um die Uhr, also sowohl bei Unfällen Zuhause, in der Schule als auch in der Freizeit.

Je nach Vereinbarung erhält man von einer privaten Unfallpolice bei bleibenden Gesundheitsschäden infolge eines Unfalls eine Rente und/oder eine Versicherungssumme ausgezahlt. Zusätzliche Leistungen für den Fall eines Unfalles wie ein Krankenhaustagegeld, Zuschüsse für kosmetische Operationen oder die Erstattung von sonstigen Unfallkosten, zum Beispiel von Heil-, Bergungs- und Rückholkosten, können meist zusätzlich vereinbart werden.

Wenn der Unfall einen Krankenhausaufenthalt notwendig macht, kann eine private Krankenzusatz-Versicherung für mehr Komfort, zum Beispiel für eine Unterbringung mit einem Elternteil sowie für eine Chefarztbehandlung, sorgen. Sollte durch den Unfall aber auch durch eine Krankheit das Kind später keine Erwerbstätigkeit ausüben können, zahlt eine privat abgeschlossene Erwerbsunfähigkeits-Versicherung eine vereinbarte Rente aus.

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