Ausgerutscht im Supermarkt

 - 

(verpd) Hat die Geschäftsleitung eines Supermarktes alles ihr Zumutbare unternommen, um Gefahren für die Kunden abzuwenden, so hat ein Besucher des Marktes im Falle eines Unfalls in der Regel keinen Anspruch auf Zahlung von Schmerzensgeld oder Schadenersatz. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts München hervor (Az. 158 C 21362/15).

Eine Frau hatte einen Supermarkt aufgesucht, um dort einzukaufen. Im Bereich einer Aktionsfläche wurde für einen Rotwein geworben, dessen Flaschen dort aufgeschichtet waren. Als die Frau den Bereich passieren wollte, rutschte sie aus. Bei dem sich anschließenden Sturz zog sie sich erhebliche Verletzungen zu.

Dafür machte sie den Betreiber des Supermarkts verantwortlich. Denn wie sich herausstellte, war die Unfallstelle kurz zuvor gereinigt worden. Dort war nämlich eine der Flaschen zu Bruch gegangen. Auf dem Boden befand sich jedoch noch eine nicht beseitigte Putzwasserlache, die der Frau zum Verhängnis wurde.

Wertvolle Expertentipps erhalten Privatpatienten in unserem Ratgeber Private Krankenversicherung im Alter: Bescheid wissen, zahlt sich aus.

Verhängnisvolle Putzwasserlache

Nachdem sich der Betreiber des Ladens geweigert hatte, der Klägerin ein von ihr gefordertes Schmerzensgeld sowie Schadenersatz zu zahlen, landete der Fall vor dem Münchener Amtsgericht. Dort erlitt die Frau eine Niederlage.

Nach Ansicht des Gerichts hat das Personal des Supermarktes alles ihm Zumutbare unternommen, um die Kunden nach dem Zwischenfall mit der zerborstenen Weinflasche vor Schäden zu bewahren. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme wurde nämlich unverzüglich damit begonnen, die spätere Unfallstelle zu reinigen und die Scherben zu beseitigen.

Zum Zeitpunkt des Unfalls befand sich der mit der Beseitigung des Malheurs betraute Mitarbeiter auf dem Weg ins Lager, um eine Putzmaschine zu holen, um den Fußboden endgültig in den vorherigen Zustand zurückzuversetzen.

Kein absoluter Schutz vor Unfällen

Für das Gericht war daher nicht ersichtlich, welche Maßnahmen noch veranlasst gewesen sein sollten, um Schaden von der Klägerin abzuwenden. Der Betrieb sei auch nicht dazu verpflichtet gewesen, Warnschilder aufzustellen. „Denn dies würde die Pflichten überspannen und den Verkehrssicherungs-Pflichtigen über das wirtschaftlich zumutbare Maß hinaus belasten“, so das Gericht.

Im Fall der Klägerin hat sich daher das allgemeine Lebensrisiko verwirklicht. Denn auch der Betreiber eines Supermarktes schuldet seinen Kunden gegenüber keine absolute Sicherheit. Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig.

Übrigens: Sollte bei einem Unglücksfall mit gesundheitlichen Folgen kein anderer dafür haften, gibt es auch Versicherungslösungen wie eine private Unfall- und/oder Berufsunfähigkeits-Versicherung, um finanzielle Schwierigkeiten zu vermeiden. Denn in der Regel reichen die gesetzlichen Absicherungen durch die Sozialversicherungen nicht aus, um in diesen Fällen die Einkommenseinbußen auszugleichen.

Weitere News zum Thema

  • Wegeunfälle: Berufsanfänger sind oft besonders gefährdet

    [] Unkonzentriertheit oder Ablenkung: Das sind die beiden Hauptgründe, weshalb fast jeder dritte Berufseinsteiger auf seinem Weg zur Arbeit bereits einmal in eine gefährliche Situation geraten ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), die junge Menschen zum Thema Wegeunfälle befragt hat. Berufseinsteiger seien zudem zu schnell im Straßenverkehr. mehr

  • Tipps für eine unfallfreie Bergwanderung

    [] (verpd) Ist sonniges Wetter in den Bergen angesagt, entscheiden sich viele kurzentschlossen zu einer Bergwanderung. Doch ohne eine ausreichende Planung bezüglich der Ausrüstung sowie der Wahl der Wanderwege, und ohne der erforderlichen Vor- und Umsicht in den Bergen, kann der Ausflug schnell zum Drama werden. Experten erklären, worauf beim Bergwandern zu achten ist. mehr

  • Sicher mobil – auch im Alter

    [] (verpd) Jahrzehntelange Fahrerfahrung zahlt sich aus, dennoch gibt es immer wieder auch dramatische Unfälle durch ältere Autofahrer. Jeder Einzelne kann jedoch durch eine entsprechende Kontrolle und Präventionsmaßnahmen etwas dafür tun, um auch im Seniorenalter sicher Auto zu fahren. mehr

  • Wenn der Arbeitnehmer im Homeoffice verunfallt

    [] (verpd) Wer als Angestellter nicht zum Arbeiten in die Firma seines Arbeitgebers geht, sondern seinen Arbeitsplatz zu Hause hat, ist normalerweise auch bei einem Arbeitsunfall gesetzlich unfallversichert. Doch die Abgrenzung, welcher Unfall im Homeoffice als Arbeitsunfall gilt, für den die gesetzliche Unfallversicherung Schutz bietet, und welcher Unfall als Freizeitunfall einzustufen ist, für den kein gesetzlicher Unfallschutz besteht, ist oft schwierig. mehr

  • Der Tanzpartner als Unfallrisiko

    [] (verpd) Wer beim Tanzen das Gleichgewicht verliert und stürzt, kann für die Folgen des Sturzes in der Regel nicht seinen Tanzpartner zur Verantwortung ziehen. Das geht aus einem kürzlich vom Oberlandesgericht Frankfurt veröffentlichten Hinweisbeschluss hervor (Az. 13 U 222/16). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.