Alkoholfahrt kann unter gesetzlichem Unfallschutz stehen

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Verkehrsunfälle auf dem Weg zur oder von der Arbeitsstelle nach Hause stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, auch wenn bei einem solchen Unfall Alkohol im Spiel war.

In dem verhandelten tragischen Fall starb der Versicherte durch einen Verkehrsunfall auf dem Heimweg von der Arbeit. Eine Blutuntersuchung ergab eine Blutalkoholkonzentration (BAK) von 0,93 Promille.

Die in Anspruch genommene Berufsgenossenschaft verneinte einen Versicherungsfall mit der Begründung, der Alkohol sei die wesentliche Unfallursache gewesen.

Das aufgerufene Landessozialgericht Bayern stellte klar, der auf dem Heimweg bestehende Versicherungsschutz sei nicht entfallen, weil der Versicherte unter Alkoholeinfluss gefahren sei.

Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung sei nur dann ausgeschlossen, wenn die Alkoholisierung als die wesentliche Ursache des Unfalls anzusehen ist.

Bei einer BAK unter 1,1 Promille komme eine relative Fahruntüchtigkeit in Betracht, was voraussetzt, dass zusätzliche alkoholtypische Ausfallerscheinungen eine alkoholbedingte Verkehrsuntüchtigkeit belegen.

Dieser Nachweis wurde im konkreten Fall nicht erbracht (LSG Bayern, Az. L 2 U 566/10).

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