Abgesichert durch die närrische Zeit

 - 

(verpd) Fast überall finden auch dieses Jahr wieder zahlreiche Karnevalsumzüge und Faschingsfeste statt. Doch egal, ob man als Besucher an einer Veranstaltung teilnimmt oder als Veranstalter aktiv ist, ist es wichtig ausreichend abgesichert zu sein, für den Fall, dass man dabei selbst verunfallt oder einen anderen schädigt. Anderenfalls könnten die finanziellen Folgen dramatisch sein.

Nicht nur, aber auch in der Karnevals-, Fastnachts- oder Faschingszeit haften die Veranstalter, aber auch die Zuschauer beziehungsweise Teilnehmer für Schäden, die sie auf Umzügen, Festen oder sonstigen Veranstaltungen verursachen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) empfiehlt daher jedem Karnevalisten vorab, an eine ausreichende Absicherung zu denken.

Prinzipiell gilt nämlich, dass jeder, der einen anderen schädigt, gemäß Paragraf 823 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) für alle Schäden, die er schuldhaft verursacht hat, unbegrenzt haften muss. Verunfallt man selbst auf einer Veranstaltung, ohne dass ein anderer daran schuld ist, sind je nach Grad der unfallbedingten gesundheitlichen Beeinträchtigung die finanziellen Folgen für den Betroffenen oftmals immens.

Wenn man bei einer Veranstaltung einen anderen schädigt ...

Eine private Haftpflichtversicherung übernimmt die Schadenersatzansprüche des oder der Geschädigten, wenn der Schaden durch ein fahrlässiges Verhalten des Versicherten entstanden ist. Der Haftpflichtversicherer wehrt aber auch zu hohe oder ungerechtfertigte Ansprüche ab.

Einzelpersonen, Vereine oder sonstige Gruppen, die eine öffentliche Faschingsfeier oder auch einen Karnevalsumzug veranstalten, sollten sich mit einer Veranstalter-Haftpflichtversicherung absichern. Dadurch sind der Veranstalter und seine Mitglieder für ihre Haftung bei der Überwachung und der Leitung der Veranstaltung versichert. Kommt ein Umzugsbesucher durch die Schuld des Veranstalters zu Schaden, werden von der Veranstalter-Haftpflichtversicherung berechtigte Ansprüche beispielsweise durch Zahlung eines Schadenersatzes beglichen.

Sind die Forderungen jedoch unangemessen hoch oder trifft den Veranstalter an dem Unglück keine Schuld, werden die unberechtigten Forderungen vom Haftpflichtversicherer abgewehrt. Nehmen Pferde am Umzug teil, muss der Veranstalter dafür sorgen, dass nur „umzugsgeeignete“ Vierbeiner eingesetzt werden. Für den Pferdehalter selbst ist es wichtig, dass er eine Tierhalter-Haftpflichtpolice besitzt, denn diese kommt unter anderem dafür auf, wenn das Pferd plötzlich ausschlägt und einen anderen verletzt.

... oder selbst verletzt wird

Diverse Urteile zeigen, dass Umzugsbesucher, welche von geworfenen Kamellen oder anderen genehmigten Kleinstgegenständen getroffen und verletzt wurden, keinen Schadenersatz und kein Schmerzensgeld durch den Veranstalter oder den Werfer bekommen. Aber auch andere Risiken können zu Unfällen auf Umzügen und sonstigen Karnevalsveranstaltung führen. Wer dabei selbst verletzt wird, ohne dass ein anderer dafür haften muss, kann jedoch mit einer entsprechenden privaten Absicherung die finanziellen Folgen abfedern.

Eine private Unfall-Police zahlt zum Beispiel im Invaliditätsfall eine vereinbarte Kapitalleistung. Diese lässt sich unter anderem für notwendige behindertengerechte Umbauten verwenden. Einkommensdefizite, die sich durch eine längere Krankheit ergeben, da das gesetzliche Krankengeld niedriger als das Nettoeinkommen ist, lassen sich mit einer Krankentagegeld-Police abdecken. Eine private Berufsunfähigkeits-Versicherung leistet eine vereinbarte Rente, wenn der Versicherte nach einem Unfall, aber auch aufgrund einer Krankheit seinen Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben kann.

Übrigens: Es ist für Karnevalsgesellschaften sinnvoll, sich mit einer Gruppenunfall- und Vereins-Haftpflichtversicherung abzusichern. So sind auch mögliche Schäden in den eigenen Reihen abgedeckt, also beispielsweise einzelne Umzugsteilnehmer gegen Schäden versichert, die bei solchen Umzügen entstehen können.

Weitere News zum Thema

  • Gesetzlicher Schutz für Helfer

    [] (verpd) Egal ob bei einer Panne, einem Unfall oder sonstigen Notlage, nicht immer kann sich jemand aus einer solchen für ihn schwierigen oder riskanten Situation selbst helfen. Er benötigt dann Unterstützung durch andere. Doch was, wenn ein Helfer dabei selbst verletzt wird? In der Regel springt in solchen Fällen die gesetzliche Unfallversicherung ein. mehr

  • Wenn Kinder oder Jugendliche einen Unfall mit verschulden

    [] (verpd) Eine Zwölfjährige, die nach dem Aussteigen aus einem Bus unachtsam die Straße überquert und dabei von einem Motorrad überfahren wird, ist trotz ihres Alters überwiegend selbst für die Folgen des Unfalls verantwortlich. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart hervor (Az. 13 U 143/16). mehr

  • Unfallursache: Schlaglöcher in der Straße

    [] (verpd) Straßenschäden wie Schlaglöchern oder Rissen im Fahrbahnbelag sind für alle Verkehrsteilnehmer gefährlich. So kann ein Fahrzeug beschädigt werden, wenn der Fahrer versehentlich mit einem Reifen in ein tiefes Schlagloch fährt. Radfahrer und Fußgänger können zudem wegen eines Schlagloches leicht stürzen und sich verletzen. Nicht selten stellt sich in diesen Fällen die Frage, wer für die entstandenen Schäden aufkommen muss. mehr

  • So lernen Kinder spielerisch ihr Unfallrisiko zu minimieren

    [] (verpd) Nicht immer und überall sind die Eltern oder andere Erwachsene dabei, um ein Kind vor Unfällen zu schützen. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder selbst erkennen, wenn etwas gefährlich ist, und zwar egal, ob im Straßenverkehr, in der Schule, in der Freizeit oder auch zu Hause. Eine kostenlose App, herausgegeben von der Unfallforschung der Versicherer (UDV,) hilft dabei, dieses Wissen kindgerecht und mit viel Spaß zu vermitteln. mehr

  • Unfallversicherung: Vorschädigung macht nichts

    [] 50-Jährige ohne irgendwelche Schäden an der Wirbelsäule, an Knien, Schultern und Hüfte wird man nur wenige finden. Oft wirken sich Verengungen, Verschleiß oder sogar ein Bandscheibenvorfall zunächst aber im Alltag kaum aus. Kommt es dann zu einem Unfall, werden die vorher latenten Probleme plötzlich akut. Fraglich ist: Hilft dann eine private Unfallversicherung? mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.