Versicherungsschutz anpassen statt neue Policen abschließen

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Von Zeit zu Zeit sollte man seinen Versicherungsschutz überprüfen. Oftmals ändert sich der Bedarf mit Veränderungen in der Lebenssituation.

Bevor ältere Menschen sogenannte Seniorenversicherungen abschließen, sollten sie vorher prüfen, ob sie nicht stattdessen bestehende Policen an ihre veränderten Lebensbedingungen anpassen können.
Erstens ist zu prüfen, ob die Policen noch notwendig sind. Z.B. verlieren die Krankentagegeldversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung beim Eintritt in den Ruhestand ihre Funktion. Bei weiterhin notwendigen Haftpflicht-, Hausrat- oder Wohngebäudeversicherungen ist zu fragen, ob sie ausreichend hohe Deckungssummen aufweisen.


Bei der privaten Haftpflichtversicherung kann es sinnvoll sein, in einen günstigeren Tarif zu wechseln oder zu einem anderen Versicherer, der spezielle Rentnertarife anbietet.


Reiselustige Senioren sollten ihre Auslands-Krankenversicherung überprüfen und dabei nicht nur die Höhe der Jahresprämie im Auge behalten. Für den, der längere Zeit im Ausland leben will, könnte die Maximaldauer vieler Policen von 42 Tagen nicht ausreichen. Insbesondere bei Billiganbietern gibt es außerdem relativ niedrige Altersgrenzen bei der Aufnahme bzw. Leistungen für höhere Altersgruppen in die Versicherung.


Sinnvoll ist auch eine Unfallversicherung. Doch bei vielen Versicherern ist der Abschluss für über 65-Jährige nicht mehr möglich. Bestehende Verträge enden oft mit Vollendung des 75. Lebensjahrs.
In bestimmten Fällen kann es ratsam sein, mit einer Pflegezusatzversicherung für die eigene Pflegebedürftigkeit vorzusorgen.


Eine Sterbegeldversicherung ist nur dann empfehlenswert, wenn beim Ruheständler und seinen Angehörigen Einkommen und Vermögen wirklich so gering sind, dass eine würdige Beerdigung anders nicht finanziert werden kann.


Kapitalzahlung bei Ruhestandsbeginn


Häufig erfolgt zum Rentenbeginn die Auszahlung einer Kapitallebensversicherung. Für dieses Kapital benötigen Sie eine Neuanlage. Vor Ihrer Entscheidung über die richtige Anlagestrategie sollten Sie überlegen, wozu die Investition dienen soll.

  • Wollen Sie eine niedrige gesetzliche Rente aufbessern, eignet sich eine sofort beginnende private Rentenversicherung, u.U. auch eine Rürup-Rente, wenn eine hohe Steuerlast Sie drückt.
  • Wollen Sie Ihre Kinder und Enkel unterstützen, kommen vor allem Sondertilgungen für etwaige Hypothekendarlehen oder Schenkungen infrage.


Kapitalversicherung nicht kündigen


Gibt es – etwa bei vorzeitigem Renteneintritt – noch eine laufende Lebens- oder Rentenversicherung, für die der monatliche Beitrag nur schwer aufzubringen ist, sollte man den Vertrag nicht gleich kündigen, sondern lieber beitragsfrei stellen.


Bei einer Beitragsfreistellung wird aus dem bisher eingezahlten Kapital der bis dahin aufgebaute Versicherungsschutz ermittelt, die sogenannte beitragsfreie Versicherungssumme. Voraussetzung für eine Beitragsfreistellung ist, dass der Vertrag schon so lange läuft, dass ein für den Schutz ausreichend hoher Betrag zur Verfügung steht. Das ist spätestens nach drei paar Jahren der Fall.

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