Verletzungen im Job sind nicht unbedingt Arbeitsunfälle

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Wer an seinem Arbeitsplatz oder auf dem Arbeitsweg einen Bänder-, Muskelfaserriss oder eine ähnliche Verletzung erleidet, kann nicht unbedingt darauf hoffen, dass die Verletzung als Arbeitsunfall anerkannt wird. Denn die Berufsgenossenschaft hat dann das Recht zu prüfen, ob die Verletzung nicht bereits durch einen früheren Unfall verursacht wurde. Genau darum ging es in einem Fall, über den das Landessozialgericht Baden-Württemberg in einem erst jüngst veröffentlichten Urteil vom 16.4.2010 entschied (Az. L 8 U 5043/09, rechtskräftig).

Der Unfall war vom zuständigen Unfallversicherungsträger zunächst als Arbeitsunfall angesehen worden, wofür möglicherweise sprach, dass Bodenunebenheiten auf dem Parkplatz des Unternehmens zum Umknicken des Fußes geführt hatten. Kurze Zeit später stellte die Berufsgenossenschaft (BG) nach Akteneinsicht jedoch fest, dass die Betroffene 22 Jahre zuvor einen Unfall erlitten hatte, bei dem sie sich Sprunggelenksverletzungen und einen Bänderriss zugezogen habe. Der Gutachter der BG sah in den akuten Problemen in erster Linie Spätfolgen des vorbestehenden Schadens.

Das Gericht befand, dass es bei "konkurrierenden Ursachen" darauf ankomme, ob der jüngste Unfall für die Unfallfolgen wesentlich gewesen sei. Das sei zwar bei den akuten Folgen (vorübergehende Arbeitsunfähigkeit) der Fall, nicht jedoch bei den langfristigen Folgen (20-prozentige Minderung der Erwerbsfähigkeit). Letztere sei im Prinzip durch den früheren Unfall verursacht.

Tipp
Versicherte sollten bei Arbeits- und Wegeunfällen immer damit rechnen, dass der zuständige Unfallversicherungsträger untersucht, ob die Unfallfolgen auch auf frühere Schadensfälle zurückzuführen sind. Ob bei Unfällen die Kranken- oder die Unfallversicherung eintritt, ist keineswegs gleichgültig. So besteht bei der Unfallversicherung – anders als bei der Krankenkasse – u.U. ein Rentenanspruch. Zudem fallen bei dieser in der Regel keine Zuzahlungen an.

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