Unfallversicherung zahlt nicht automatisch bei Zeckenbiss

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Die Folgen eines Zeckenbisses sind über eine Unfallversicherung nicht immer abgedeckt. Wer eine Unfallversicherung abgeschlossen hat, sollte sich bestätigen lassen, dass Zeckenbiss und seine Folgen mitversichert sind.

Jedes Jahr werden in Deutschland hunderttausende Menschen von Zecken gebissen. Meist verläuft ein Zeckenbiss relativ harmlos, aber er kann auch zu verschiedenen Krankheiten mit schwerwiegenden Folgen für die Betroffenen führen. Diese Folgen können sogar bis zur Berufsunfähigkeit führen, gegen die dann wiederum eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt.

Die Gerichte behandeln Streitfälle unterschiedlich. So hat das Amtsgericht Dortmund eine Unfallversicherung zur Zahlung an eine Frau verurteilt, die nach einem Zeckenbiss an Borreliose erkrankt war (Az. 128 C 5745/03). Die Versicherung hatte es abgelehnt, der Frau das versicherte Krankenhaus-Tagegeld zu zahlen.

Anders urteilte jüngst das Landgericht Köln. Die durch einen Zeckenbiss verursachte Verletzung sei lediglich eine geringe körperliche Beeinträchtigung, die nicht im Unfallversicherungsschutz enthalten sei, meinten die Kölner Richter. Die durch den Biss verursachte Verletzung der Haut mit dem Risiko einer Infektion habe keinen Krankheitswert und bedürfe keiner ärztlichen Behandlung, sodass der Versicherungsschutz in der Unfallversicherung ausgeschlossen sei (Az. 37 O 601/07).

Geldtipp
Wenn Sie eine private Unfallversicherung besitzen, sollten Sie auf jeden Fall eine Zeckenbiss-Klausel mit in die Police aufnehmen lassen. Ein Zeckenbiss wurde früher in der Regel nicht als Unfall eingestuft. Wenn es dann zu einem Zeckenbiss kommt, erhalten Sie aus einer solchen Versicherung keine Leistungen. Viele Anbieter haben ihre Regelungen im Bezug auf Zeckenbisse mittlerweile geändert. Die Verträge werden allerdings nicht automatisch umgestellt. Sollte Ihr Versicherer die Aufnahme einer solchen Klausel ablehnen, könnten Sie überlegen, den Versicherer zu wechseln.

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