Unfallversicherung: Snowboardfahrer besonders risikofreudig

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Übermut tut selten gut - auch im Wintersport. Wer das Risiko liebt, sollte auf die eigene Sicherheit bedacht sein. Vorsicht vermindert auch die Gefährdung anderer Sportler.

Sechs von zehn Snowboardfahrern wollen auf der Piste an ihre Grenzen gehen. Das zeigt sich auch in ihrem risikofreudigen Fahrstil: Sie sind besonders schnell unterwegs. Zwar verfügen Snowboarder im Vergleich zu anderen Wintersportlern meist über eine große Fahrroutine und können ihr Tempo realistisch einschätzen. Allerdings steht die Sicherheit bei vielen hinter dem Adrenalin-Kick erst an zweiter Stelle.

Helm auf zur Abfahrt

Nur jeder zweite Boarder trägt einen Helm, wenn er auf das Brett steigt – und beugt damit gefährlichen Kopfverletzungen im Falle eines Sturzes vor. Das sind die Ergebnisse der Winterstudie vom Deutschen Ring.

Schutzkleidung noch zu selten genutzt


Doch nicht nur in punkto Helm achten die Wintersportler zu wenig auf ihre Sicherheit. Auch für andere verletzungsgefährdete Körperteile bleibt die empfohlene Schutzausrüstung meistens im Schrank. Nur drei von zehn Snowboardern tragen beispielsweise immer Handgelenkschoner, wenn es auf die Piste geht. Bei Rückenprotektoren ist es sogar lediglich jeder Achte. Dabei ist der Schutz vor Brüchen und Prellungen für Snowboardfahrer besonders wichtig. Denn bei sechs von zehn Unfällen sind Kopf, Handgelenk oder Schulter betroffen.

Sicherheit an erster Stelle


„Allerdings bewahren Helm und Protektoren Wintersportler weder vor Unfällen noch bieten sie Komplettschutz vor Verletzungen. Snowboarder dürfen sich daher nicht auf die Schutzkleidung verlassen und noch riskanter fahren als ohne“, warnt Jens Christian Berggreen, Sicherheitsexperte beim Deutschen Ring.

Die Zahlen sprechen für sich: Allein in Österreich verletzen sich jedes Jahr etwa 12.000 Snowboarder, teilweise enden die rasante Abfahrten sogar tödlich. Unabhängig vom fahrerischen Können sollte den Wintersportlern deshalb ständig bewusst sein, dass Sicherheit bei jeder Abfahrt an erster Stelle stehen muss. „Denn schließlich gefährden die Snowboarder nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Mitfahrer. Ein rücksichtsvolles Miteinander auf der Piste hat daher oberste Priorität. Die sportliche Herausforderung und die Freude am Risiko sind immer zweitrangig“, so der Sicherheitsexperte.


Tipps für sicheres Snowboard-Vergnügen


Fit in den Urlaub: Snowboarder sollten sich im Vorfeld auf die sportliche Herausforderung durch Muskel- und Ausdauerübungen einstellen. Denn wer fit ist, verletzt sich bei einem Sturz seltener.
 

Gut Aufwärmen: Beim Start in den Schneetag und nach jeder längeren Pause sind Aufwärmübungen ratsam. Denn kalte Muskeln und Bändern reißen eher als warme.
 

Schutzkleidung tragen: Im Falle eines Sturzes verhindern Helm, Handgelenkschoner und andere Protektoren das Schlimmste. Sie sollten daher ständiger Begleiter bei jeder Abfahrt sein.
 

Material prüfen: Gut gepflegtes und vom Fachmann gewartetes Material verhindert, dass sich beispielsweise die Snowboardbindung während der Fahrt unbeabsichtigt löst.
 

Pausen einlegen: Nur wer regelmäßige Pausen macht, ist dem anstrengenden Schneetag gewachsen und die ganze Zeit voll konzentriert.
 

Rücksicht nehmen: Auf der Piste ist immer Vorsicht geboten. Wer sich an die Pistenregeln hält, Rücksicht nimmt und vorausschauend fährt, kann sich und andere vor Unfällen schützen.
 

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