Unfallversicherung: Ausweg bei Überschreiten der 15-Monats-Frist

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Wer durch einen Unfall dauerhaft geschädigt ist, muss diesen körperlichen Dauerschaden und den Zusammenhang mit dem Unfall innerhalb von 15 Monaten von einem Arzt feststellen lassen. Dass viele Versicherte das nicht wissen, kann an missverständlichen Versicherungsverträgen liegen.

In den neueren "Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen" (AUB 2000) taucht diese Regelung nämlich unter der Überschrift "Welche Leistungen können vereinbart werden?“ auf und nicht unter der Überschrift "Was ist nach einem Unfall zu beachten (Obliegenheiten)".

Dieses Versäumnis in den AUB 2000 könnte all jenen einen Ausweg bieten, die es versäumt haben, rechtzeitig einen Unfalldauerschaden feststellen zu lassen. Das OLG Hamm hält diesen Punkt der AUB 2000 nämlich wegen Verstoßes gegen das Transparenzgebot für unwirksam (Az. 20 U 215/06).

Die gleiche Klausel in den AUB 94 ist dagegen wirksam, weil die AUB 94 kein vorangestelltes Inhaltsverzeichnis zur Übersicht enthalten. Dadurch kann die irreführende Überschrift nicht so leicht dazu führen, dass der Versicherte seine Pflichten nicht kennt, da er den gesamten Vertragstext durchlesen muss, um die Klausel zu finden.

Geldtipp
Wer die 15-Monats-Frist nach AUB 2000 verpasst hat, sollte unter Verweis auf das Urteil des OLG Hamm versuchen, doch noch den Versicherer zur Leistung zu bewegen. Im Übrigen gilt: Meldetermine wie Meldeadressaten anlässlich von gravierenden Ereignissen wie Unfall und Tod sollten Sie für sich bzw. Ihre Angehörigen stets griffbereit haben.

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