Reiserücktritt: Erst nach ärztlichem Rat muss Reise storniert werden

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Rückenschmerzen sind gerade für Ältere keine Seltenheit – und immer wieder müssen Reisen wegen Rückenproblemen storniert werden. Gut wenn die Betroffenen dann eine Reiserücktrittskostenversicherung abgeschlossen haben.

Wer das getan hat, muss anfallende Stornierungskosten allerdings so niedrig wie möglich halten. Eine Stornierung ist jedoch erst dann erforderlich, wenn der behandelnde Arzt vom Antreten der Reise abrät. Klüger als der Arzt brauchten Versicherte nicht zu sein, entschied das Oberlandesgericht Frankfurt/Main in einem rechtskräftigen Urteil (Az. 7 U 166/09).

Konkret ging es dabei um eine Frau, die zusammen mit ihrem Lebensgefährten im März 2008 für den 17.6.2008 eine Flugpauschalreise gebucht hatte und dabei gleichzeitig für beide Partner eine Reiserücktrittskostenversicherung abgeschlossen hatte. Der Vertrag über die Pauschalreise sah vor, dass bei einem kurzfristigen Rücktritt ab dem sechsten Tag vor der Reise 65 Prozent der Reisekosten fällig sein sollten – vorher wären es nur 20 Prozent gewesen.

Tatsächlich wurde die Reise, obwohl der Lebensgefährte der Frau vorher schon starke Rückenschmerzen hatte, erst vier Tage vor Reiseantritt storniert – und zwar nach einer Spezialuntersuchung durch den behandelnden Arzt, die zur Diagnose "Bandscheibenvorfall" führte. Vorher hatte der Arzt, bei dem der Mann seit April 2008 in Behandlung war, eher zur Reise geraten mit dem Argument, die Reise trage zu einer allgemeinen Entspannung und Linderung bei.

Aufgrund dieses Sachverhalts verurteilte das OLG Frankfurt das Versicherungsunternehmen zur Übernahme der vollen Stornokosten mit dem Argument "bessere Erkenntnisse als sein Hausarzt" musste der Betroffene nicht haben.

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