Ratenaufschlag: Versicherungsprämien besser jährlich zahlen

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Für bestimmte Versicherungen, wie Hausrat-, Privat- und Kfz-Haftpflichtpolicen verlangen die meisten Versicherer bei monatlicher oder vierteljährlicher (Fachjargon: „unterjährige“) Zahlungsweise einen Zuschlag von bis zu 5 Prozent auf den gesamten Jahresbeitrag. Das klingt wenig, entpuppt sich aber als viel zu viel.

Da der Versicherer durch die Zahlung der Teilraten nicht den vollen Beitrag stunden muss, ergibt sich mitunter aus dem Aufschlag übers Jahr gesehen ein Mehrpreis von über 11 Prozent p.a. Für die monatliche Zahlung mit 5 Prozent Zuschlag errechnet sich ein Effektivzins von 11,35 Prozent.

Tipp
Lassen Sie sich die Einsparung bei jährlicher Zahlungsweise in Euro und Cent ausrechnen und stellen Sie ggf. auf jährliche Zahlung um.

Auch bei Lebens- und Rentenversicherungen spielt die Zahlungsweise eine Rolle. Hier sind die Verluste durch eine monatliche oder quartalsweise Zahlung noch deutlicher. Bei einer Kapitallebensversicherung summiert sich z, B. bei einer Laufzeit von 25 Jahren und einer Sparleistung von 1200,- Euro jährlich der Unterschied am Ende auf rund 1400,- Euro. Das entspricht einem Minus von über 4,5 Prozent des eingezahlten Kapitals.

Private Krankenversicherungen kalkulieren ihre Beiträge als Monatsbeiträge. Dort können Gutverdiener, die es sich leisten können, jährlich zu zahlen, einen Rabatt bekommen. Bis zu 3 Prozent auf den Gesamtbetrag sind möglich, was einer Verzinsung von rund 6 Prozent aufs Jahr gerechnet entspricht, da die einzelnen Monatsbeiträge für unterschiedlich lange Zeiträume vorgestreckt werden. Diese 6 Prozent sind im Gegensatz zu Zinserträgen aus Sparanlagen völlig steuerfrei.

 

Tipp

Fragen lohnt sich also, wenn Sie finanziell in der Lage wären, die Beiträge in einem Rutsch am Jahresanfang zu zahlen.


Geld zurück vom Versicherer?

Grundlage der Überlegung, ob man sich jetzt bei seinem Versicherer melden sollte, um Geld zurück zu bekommen, ist ein Anerkenntnisurteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zu einem Urteil des LG Bamberg (Az. 2 O 764/04). Geklagt hatte ein Versicherter mit einem Riester-Vertrag. Weder die Versicherungsbedingungen noch der Versicherungsschein gaben Auskunft darüber, welcher Effektivzins einer Ratenzahlung zugrunde lag.

Der Kläger war überrascht, dass sein Ratenzuschlag von 5 Prozent p.a. für monatliche Zahlung einer effektiven Verzinsung von mehr als 11 Prozent p.a. entsprach. Die Begründung des Gerichts stützte sich auf die Preisangabeverordnung, weil die Stundung der Versicherungsprämie einem Kredit entspräche. Es qualifizierte die Allgemeinen Versicherungsbedingungen als Angebot im Sinne der Preisangabeverordnung. Diese schreibe aber in solchen Fällen die Angabe eines Effektivzinses vor. Erfolge diese nicht, so gelte automatisch ein gesetzlich festgelegter Effektivzins von 4 Prozent p.a.

Bekommen nun alle Geld zurück?

Nein. Der Versicherungsverband GDV hat schon abgewiegelt. Bei diesem Fall handele es sich um ein individuelles Urteil. Daraus könne nicht geschlossen werden, dass ein Rückzahlungsanspruch für alle bestehe. Das zu vermeiden, war sicherlich der Grund dafür, dass der Versicherer die Klage beim BGH zurückgenommen hat.

Tipp
Versuchen können Sie es trotzdem. Im Einzelfall wäre die Differenz zwischen dem vom Versicherer berechneten Effektivzins und dem gesetzlichen Effektivzins von 4  Prozent zu erstatten, wenn der Versicherer nicht wehrt. Damit müssen Sie aber rechnen, weil ja noch kein höchstrichterliches Urteil vorliegt.. Ungeklärt ist außerdem, ab welchem Zeitpunkt die Berechnung beginnen darf: Vom Abschluß des Vertrages an oder nur für die noch nicht verjährten Jahre (allgemeine Verjährungsfrist: drei Jahre). Einige Experten gehen aber davon aus, dass die Differenz zwischen Effektivzins und gesetzlichem Effektivzins ab Beginn zu erstatten ist.

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