Mini-Umweg kostet den Versicherungsschutz

 - 

Auf dem Weg von der Arbeit nach Hause stehen Arbeitnehmer unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Doch wehe, Sie bewegen sich nur ein paar Schritte abseits des geraden Wegs.

Wenn ihnen dann etwas passiert, verlieren Sie den Unfallversicherungsschutz über die Berufsgenossenschaft (BG). Eine Folge davon: Sie erhalten beispielsweise nicht das in der Regel höhere Verletztengeld der BG, sondern nur das niedrigere Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung. Dass dies so rechtens ist, bekräftigte nun nochmals das Sozialgericht Stuttgart (Az. S 13 U 8068/09).

Das Urteil markierte auch die Grenze des erlaubten Umwegs, der noch unter dem Schutz der BG steht: Auf ganz kleinen Umwegen, die privaten Zwecken dienen, jedoch nur zu einer unbedeutenden Verlängerung des Weges führen, kann danach noch Unfallversicherungsschutz bestehen. Das gilt allerdings nur, wenn die private Besorgung im Bereich der Straße selbst, mithin "im Vorbeigehen" erledigt wird, beispielsweise, wenn man den PKW anhält, um einen Brief in einen am Weg liegenden Briefkasten zu werfen oder Zigaretten aus einem Automaten zu ziehen. Dabei darf man den öffentlichen Straßenraum nicht verlassen.

In dem Fall, über den in Stuttgart entschieden wurde, ging ein Arbeitnehmer zu Fuß von seinem Arbeitsplatz nach Hause. Auf dem Weg holte er sich ein Eis und konsumierte es. Bis dahin stand er noch unter dem Schutz der BG. Dann verließ er jedoch den Bürgersteig und ging eine Treppe mit fünf Stufen hoch, um sich die Auslagen eines Reisebüros anzuschauen. Er stürzte von der Treppe und brach sich den Außenknöchel.

Seine Krankenkasse übernahm die Behandlungskosten und zahlte ihm Krankengeld. Gleichzeitig versuchte sie, ihre Kosten von der Berufsgenossenschaft des Arbeitnehmers zurückzuholen. Ohne Erfolg. Da der öffentliche Raum verlassen wurde, bestand kein Schutz mehr durch die BG.

Weitere News zum Thema

  • Gesetzlicher Schutz für Helfer

    [] (verpd) Egal ob bei einer Panne, einem Unfall oder sonstigen Notlage, nicht immer kann sich jemand aus einer solchen für ihn schwierigen oder riskanten Situation selbst helfen. Er benötigt dann Unterstützung durch andere. Doch was, wenn ein Helfer dabei selbst verletzt wird? In der Regel springt in solchen Fällen die gesetzliche Unfallversicherung ein. mehr

  • Cyber-Sicherheit: Es hapert schon bei der Organisation

    [] (verpd) Dass Cyber-Schutz in den Chefetagen angekommen sei, kann eine Einrichtung der deutschen Versicherungswirtschaft nicht bestätigen. Die Auswertung von 2.000 Daten aus dem für Unternehmen kostenlosen Test Quick Check, der die Cyber-Risikosituation der jeweiligen Firma aufzeigt, kommt zum Ergebnis, dass es an eindeutigen und schriftlichen Regelungen für die IT-Sicherheit in den Unternehmen mangelt. Hacker und Angriffe von außen sind dabei nicht das einzige Problem. Auch Mitarbeiter können zum Sicherheitsrisiko für das Netzwerk werden. mehr

  • Wenn Kinder oder Jugendliche einen Unfall mit verschulden

    [] (verpd) Eine Zwölfjährige, die nach dem Aussteigen aus einem Bus unachtsam die Straße überquert und dabei von einem Motorrad überfahren wird, ist trotz ihres Alters überwiegend selbst für die Folgen des Unfalls verantwortlich. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart hervor (Az. 13 U 143/16). mehr

  • Trotz Volljährigkeit bei den Eltern versichert sein

    [] (verpd) Mit Erreichen der Volljährigkeit hat man nicht nur mehr Rechte, sondern trägt auch mehr Verantwortung. Wer beispielsweise fahrlässig bei einem anderen einen Schaden verursacht, muss selbst dafür geradestehen. Die Eltern haften dann nicht mehr für einen. Doch auch für sich selbst ist man verantwortlich, zum Beispiel für eine ausreichende finanzielle Vorsorge für den Krankheitsfall und für das Alter. In bestimmten Fällen kann ein notwendiger Existenzschutz für Volljährige sogar noch über bestehende Versicherungspolicen der Eltern abgedeckt sein. mehr

  • So bleibt ein Schaden an der Photovoltaikanlage bezahlbar

    [] (verpd) Nach Angaben der Bundesnetzagentur gibt es hierzulande rund 1,6 Millionen Photovoltaikanalgen, die auf Hausdächern, aber auch auf Feldern installiert sind. Alleine eine solche Stromerzeugungsanlage auf einem Wohngebäude kostet einige Tausend Euro. Es gibt allerdings diverse Risiken, die zu einer Beschädigung oder Zerstörung der Anlage führen können. Das daraus resultierende Kostenrisiko lässt sich jedoch mit bestimmten Versicherungspolicen absichern. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.