Kfz-Versicherung: Unbemerkt entwendeter Autoschlüssel ist keine grobe Fahrlässigkeit

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Grobe Fahrlässigkeit sei nur anzunehmen, wenn jemand von der Entwendung seines Zweitschlüssels wisse und er dennoch keinerlei Sicherungsmaßnahmen treffe, erklärte das Gericht. Es verurteilte die Versicherung, den Schaden zu begleichen. In dem strittigen Fall war einem Zahnarzt, ohne dass er dies bemerkt hatte, offenbar bei einem Einbruch in die Praxis der Zweitschlüssel für sein Luxus-Fahrzeug gestohlen worden. Die «Keyless-Go»-Karte hatte in einem unverschlossenen Spind im Aufenthaltsraum gelegen. Zehn Tage später war auch das teure Auto weg. Als der Mediziner Schadenersatz von der Teilkaskoversicherung verlangte, verweigerte diese wegen fahrlässigen Verhaltens des Versicherten die Zahlung.

Das Oberlandesgericht befand jedoch, das Aufbewahren der Karte in dem Praxis-Spind sei nicht zu beanstanden. Der Arzt habe nicht damit rechnen müssen, dass sich in Anwesenheit des Personals jemand an dem Schrank zu schaffen mache. Auch ansonsten gebe es keinen Unterschied zur Schlüssel-Aufbewahrung in der verschlossenen Privatwohnung. Zum anderen habe keine Verpflichtung des Mediziners bestanden, nach dem Zweitschlüssel zu suchen. Zumal bei dem Praxis-Einbruch auf den ersten Blick nichts gestohlen wurde, weil die Täter offenbar gestört wurden. Daher sei dem Fahrzeughalter auch nicht zum Vorwurf zu machen, dass er sein Auto weiter benutzt und eine Deaktivierung der «Keyless-Go»-Karte unterlassen habe, erklärten die Richter. (Az.: 8 U 128/03)

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