Haftpflichtversicherung zahlt auch bei Gefälligkeit

 - 

Wer anderen einen Gefallen tut, muss in aller Regel nicht dafür einstehen, wenn er dabei etwas kaputt macht. Doch es gibt Ausnahmen von dieser Regel.

Eine solche Ausnahme liegt vor, wenn jemand grob fahrlässig oder vorsätzlich handelt.

Wer jedoch beim Umzug hilft und das Fernsehgerät aus Versehen fallen lässt, muss den Schaden nicht ersetzen.

Was gilt jedoch, wenn man für jemanden Sachen verwahrt?

Um einen solchen Fall ging es vor dem Oberlandesgericht Brandenburg (Az. 4 U 139/07). Dabei hatte eine Frau für einen Bekannten Möbel in ihrer Gartenlaube aufbewahrt, weil er kurzfristig keine Wohnung hatte. Als die Frau in der Gartenhütte ein Feuer machen wollte, griffen die Flammen auf die eingelagerten Gegenstände über und zerstörten sie.

Den Schaden von 8.500 Euro sollte die Haftpflichtversicherung übernehmen. Diese weigerte sich jedoch, weil in den Versicherungsbedingungen Schäden ausgeschlossen sind, die Gegenstand eines Verwahrungsvertrags sind.

Allerdings sahen die Brandenburger Richter in dem Verhalten keinen Verwahrungsvertrag, sondern eine Gefälligkeit – und die ist nach den Bedingungen zunächst einmal versichert. Ob der geschädigte Mann nun allerdings wirklich Geld bekommt, ist damit noch nicht entschieden.

Nur bei grob fahrlässiger Schadensverursachung muss der Versicherer zahlen, bei leichter Fahrlässigkeit besteht keine Ersatzpflicht der Versicherung. Auch die Frau müsste nicht zahlen.

Weitere News zum Thema

  • Gesetzlicher Schutz für Helfer

    [] (verpd) Egal ob bei einer Panne, einem Unfall oder sonstigen Notlage, nicht immer kann sich jemand aus einer solchen für ihn schwierigen oder riskanten Situation selbst helfen. Er benötigt dann Unterstützung durch andere. Doch was, wenn ein Helfer dabei selbst verletzt wird? In der Regel springt in solchen Fällen die gesetzliche Unfallversicherung ein. mehr

  • Cyber-Sicherheit: Es hapert schon bei der Organisation

    [] (verpd) Dass Cyber-Schutz in den Chefetagen angekommen sei, kann eine Einrichtung der deutschen Versicherungswirtschaft nicht bestätigen. Die Auswertung von 2.000 Daten aus dem für Unternehmen kostenlosen Test Quick Check, der die Cyber-Risikosituation der jeweiligen Firma aufzeigt, kommt zum Ergebnis, dass es an eindeutigen und schriftlichen Regelungen für die IT-Sicherheit in den Unternehmen mangelt. Hacker und Angriffe von außen sind dabei nicht das einzige Problem. Auch Mitarbeiter können zum Sicherheitsrisiko für das Netzwerk werden. mehr

  • Wenn Kinder oder Jugendliche einen Unfall mit verschulden

    [] (verpd) Eine Zwölfjährige, die nach dem Aussteigen aus einem Bus unachtsam die Straße überquert und dabei von einem Motorrad überfahren wird, ist trotz ihres Alters überwiegend selbst für die Folgen des Unfalls verantwortlich. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart hervor (Az. 13 U 143/16). mehr

  • Trotz Volljährigkeit bei den Eltern versichert sein

    [] (verpd) Mit Erreichen der Volljährigkeit hat man nicht nur mehr Rechte, sondern trägt auch mehr Verantwortung. Wer beispielsweise fahrlässig bei einem anderen einen Schaden verursacht, muss selbst dafür geradestehen. Die Eltern haften dann nicht mehr für einen. Doch auch für sich selbst ist man verantwortlich, zum Beispiel für eine ausreichende finanzielle Vorsorge für den Krankheitsfall und für das Alter. In bestimmten Fällen kann ein notwendiger Existenzschutz für Volljährige sogar noch über bestehende Versicherungspolicen der Eltern abgedeckt sein. mehr

  • So bleibt ein Schaden an der Photovoltaikanlage bezahlbar

    [] (verpd) Nach Angaben der Bundesnetzagentur gibt es hierzulande rund 1,6 Millionen Photovoltaikanalgen, die auf Hausdächern, aber auch auf Feldern installiert sind. Alleine eine solche Stromerzeugungsanlage auf einem Wohngebäude kostet einige Tausend Euro. Es gibt allerdings diverse Risiken, die zu einer Beschädigung oder Zerstörung der Anlage führen können. Das daraus resultierende Kostenrisiko lässt sich jedoch mit bestimmten Versicherungspolicen absichern. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.