Gut versichert im Alter

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Für die speziellen Bedürfnisse ältere Menschen hat die Versicherungswirtschaft einige Versicherungsprodukte entwickelt, über deren Sinn und Zweck sich streiten lässt. Doch nicht alles ist unnütz und teuer.

Besonders gern werden Senioren Unfallversicherungen mit Zusatzleistungen verkauft, die sogenannten Assistance-Policen. Diese Policen zahlen bei einem Unfall die vereinbarte Versicherungssumme und sorgen für Unterstützung im Alltag, etwa durch das Besorgen einer Haushaltshilfe. Allerdings zahlen die Versicherer bei diesen Senioren-Policen nur bei dauerhaften Folgen eines Unfalls. Krankheitsbedingte Kosten fallen nicht darunter. Das Risiko einer Krankheit ist jedoch ungleich höher als das eines Unfalls. Dieser Versicherungsschutz ist nicht umfassend und zudem recht teuer. Schließt ein 60-Jähriger eine solche Police ab, liegen die Prämien zwischen 200 und 500 Euro jährlich, Frauen zahlen im Schnitt wegen der höheren Lebenserwartung bis zu einem Fünftel mehr. Der Abschluss einer solchen Police will daher gut überlegt sein.

Wenig nützlich sind sogenannte Sterbegeldversicherungen. Sie versprechen Geld für die eigene Beerdigung, damit im Fall der Fälle niemand der Familie auf der Tasche liegen muss. Tatsächlich sind diese Sterbegeldversicherungen nichts anderes als Kapitallebensversicherungen und in der Regel echte Geldgräber. Wer so lange lebt, dass er eine ansehnliche Rendite erwirtschaftet, der hätte das Geld auch ohne teure Kosten für den Versicherungsvertrag auf die hohe Kante legen können. Zudem werden die Policen oft als Koppelverträge angeboten. Die volle Versicherungsleistung gibt es dann nur, wenn ein bestimmter Bestatter gewählt wird. Von solchen Policen sollte man die Finger lassen.

Obacht auch bei Rentenversicherungen gegen Einmalzahlung. Dabei investiert der Versicherte eine größere Summe in einen Rentenversicherungsvertrag und erhält daraus lebenslang eine monatliche Rente. Allerdings sind die Renditen dieser Verträge meist eher durchschnittlich. Die lebenslange Sicherheit einer festen Rente kann diesen Makel allein nicht ausgleichen. Wer das Geld dagegen festverzinslich und sicher anlegt, kann frei darüber verfügen und sich selbst eine Rente zahlen - die deutlich bessere Variante.

Wirklich essenziellen Schutz bieten dagegen private Pflegezusatzversicherungen. Sie zahlen die vereinbarte Summe, wenn der Versicherte durch einen Unfall, eine Krankheit oder einfach wegen seines Alters pflegebedürftig geworden ist. Gezahlt wird je nach Vertrag entweder ein fester Tagessatz bei der Pflegetagegeldpolice oder ein Zuschuss zu den tatsächlichen Pflegekosten bei der Pflegekostenpolice.

Daneben gibt es Policen, die altersunabhängig wichtig sind. Dazu gehört die private Haftpflichtversicherung. Denn auch im Alter besteht die gesetzliche Haftungsverpflichtung natürlich fort und dieses Risiko lässt sich nur mit einer privaten Police minimieren.

Wichtig ist zudem auch eine Absicherung des Hausrats. Im Laufe ihres Lebens sammeln viele Menschen beträchtliche Werte in den eigenen vier Wänden an. Diese sollten ausreichend abgesichert sein.

Vielen Menschen ist gerade im Alter ein zusätzlicher Krankenversicherungsschutz wichtig. Wer gesetzlich versichert ist, kann die Leistungen mit privaten Zusatzpolicen aufstocken. Dabei sind besonders Zahnzusatzversicherungen und Zusatzversicherungen sinnvoll. Allerdings werden die Policen umso teurer, je älter die Antragsteller werden. Darüber hinaus wird es mit zunehmendem Alter immer schwerer, überhaupt den passenden Versicherungsschutz zu finden. Die Policen sollten also frühzeitig abgeschlossen werden.

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