Brötchenkauf gehört nicht zum Arbeitsweg

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Die gesetzliche Unfallversicherung schaut ganz genau, ob ein Unfall im Zusammenhang mit der Arbeit passiert ist.

Wer arbeitet, muss auch essen. Der Weg vom Arbeitsplatz zur Kantine oder zu einem Kiosk, um dort Lebensmittel zu kaufen, steht deshalb unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das gilt aber nicht, wenn der Arbeitnehmer die für den Arbeitstag benötigten Lebensmittel vor Arbeitsbeginn einkauft und zu diesem Zweck die Fahrt von der Wohnung zum Arbeitsplatz unterbricht. Das hat das BSG am 2.12.2008 in zwei Fällen entschieden (Az. B 2 U 15/07 R und B 2 U 17/07 R).

Fall 1

Der Arbeitnehmer hatte die Fahrt zum Betrieb unterbrochen, war mit seinem Motorroller auf den Parkplatz eines Supermarkts gefahren, hatte im Markt Äpfel gekauft und stieß unmittelbar nach dem Start zur Weiterfahrt Richtung Betrieb, aber noch auf dem Parkplatz mit einem Pkw zusammen.

Das BSG befand: Der direkte Weg zum Arbeitsplatz war hier für einen Umweg – zum Supermarkt – unterbrochen. Das Unglück geschah noch auf dem Umweg, nämlich auf dem Parkplatz des Marktes. Daher handelt es sich nicht um einen Unfall auf dem Arbeitsweg.

Fall 2

Hier erlitt die Klägerin einen Unfall, als sie unmittelbar vor dem Beginn der Fahrt zum Betrieb zu Fuß die Straße überquert hatte, um in einer Metzgerei eine Brotzeit für die Arbeit zu kaufen. Das BSG befand auch in diesem Fall: Die Betroffene verunglückte nicht auf dem Weg von ihrer Wohnung zum Betrieb.

Nach § 8 Abs. 2 Nr. 1 SGB VII ist eine versicherte Tätigkeit auch "das Zurücklegen des mit der versicherten Tätigkeit zusammenhängenden unmittelbaren Weges nach und von dem Ort der Tätigkeit". Versichert ist danach, so das BSG, "nur das Zurücklegen eines solchen Weges, sonst nichts".

Geldtipp
Versicherungsmäßig auf der sicheren Seite ist nach diesen Urteilen, wer sich – ganz althergebracht – zu Hause seine Brote schmiert und diese mit zur Arbeit nimmt.

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