Berufsunfähigkeitsversicherung: Vertragsteilung als Sparmodell

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Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, sollte darauf Wert legen, dass diese im Ernstfall bis zum gesetzlichen, mindestens aber bis zum tatsächlichen Rentenbeginn zahlen muss und nicht nur bis zum 60. Geburtstag.

Ansonsten könnte er in eine Versorgungslücke fallen. Das liegt daran, dass das Renteneintrittsalter ab 2011 schrittweise auf 67 Jahre erhöht wird und die sieben Jahre zwischen dem Ende der Berufsunfähigkeitsversicherung und dem Eintritt in die gesetzliche Rente nicht abgesichert sind. Dann müsste er hohe Abschläge bei der gesetzlichen Rente hinnehmen.

Höhere Beiträge wegen Rente mit 67

Die Anhebung des Rentenalters von 65 auf 67 Jahre erhöht die Prämien für eine Berufsunfähigkeitsversicherung um bis zu 15 %. Um den Schutz günstiger zu machen, bietet es sich an, die Berufsunfähigkeitsversicherung zu teilen.

Aus einem Vertrag mit einer Versicherungssumme von 1.500 € werden zwei zu je 750 €. Während einer der beiden nur bis zum 60. oder 62. Lebensjahr läuft und damit günstig ist, sichert der andere Vertrag das Risiko einer Invalidität bis zum Rentenbeginn ab.

Bei einer Invalidität und Berufsunfähigkeit hat sich der Versicherte auf diese Weise bis zum 60. oder 62. Geburtstag einen umfassenden und insgesamt bezahlbaren Schutz gesichert.

Für die verbleibenden Jahre bis zum Rentenbeginn fällt die Berufsunfähigkeitsrente dann zwar geringer aus – das allerdings in einer Lebensphase, in der viele finanzielle Belastungen wie die Immobilienfinanzierung oder die Ausbildung der Kinder bereits weggefallen oder geringer geworden sind.

Nicht bei zwei Gesellschaften versichern

Grundsätzlich ist dieses Modell nur dann sinnvoll, wenn die aufgeteilten Verträge bei einer Versicherungsgesellschaft und nicht bei zwei verschiedenen abgeschlossen werden. Denn bei Streitigkeiten um den Umfang des Versicherungsschutzes ist so geklärt, dass nur eine Versicherung der Gegner ist. Sind die Verträge bei zwei Gesellschaften abgeschlossen, muss u. U. gegen zwei Versicherer geklagt werden.

Geldtipp
Vertragssplitting als Kostenbremse in der Berufsunfähigkeitsversicherung kann darüber hinaus nur funktionieren, wenn man sich sicher sein kann, dass die finanziellen Mittel auch ausreichen, wenn im Alter nur eine Police zahlen muss oder die zweite Rente mit Eintritt in das siebte Lebensjahrzehnt wegfällt.


Risikozeit und Leistungszeit trennen

Eine weitere Variante, um Kosten zu sparen, ist die Trennung von Risikozeit und Leistungszeit bei der Vertragsdauer.

Die Leistungszeit ist der Zeitpunkt, bis zu dem der Versicherer zahlen muss, wenn eine Berufsunfähigkeit festgestellt wurde. Die Risikozeit beschreibt den Moment, bis zu dem der Eintritt einer Berufsunfähigkeit versichert ist.

Ist die Risikozeit auf den 60. Geburtstag beschränkt, die Leistungszeit aber auf den 67. Geburtstag, heißt das für den Versicherten, dass er bei einer Berufsunfähigkeit vor dem 60. Geburtstag bis zum 67. Geburtstag die vereinbarte Rente erhält. Wird er nach dem 60. Geburtstag berufsunfähig, muss die Versicherung gar nicht mehr eintreten.

Geldtipp
Dieses Modell spart weniger Prämie als das Splitting, weil die Versicherung im Leistungsfall bis zum Rentenbeginn zahlen muss, wenn der Leistungsfall vor dem 60. Geburtstag eintritt.

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