Arbeitszimmer im eigenen Haus: Treppenunfälle sind Privatsache

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Viele Arbeitnehmer und Selbstständige haben in ihrer eigenen Wohnung ein Arbeitszimmer. Was gilt nun, wenn die Betroffenen auf dem Weg ins Arbeitszimmer auf ihrer Treppe stürzen? Ist das ein Wegeunfall, also ein Arbeitsunfall auf dem Weg zur Arbeit? Nein, befand das Sozialgericht Karlsruhe am 30.9.2010 (Az. S 4 U 675/10).

Dabei wurde über den Fall einer selbstständig tätigen Kauffrau entschieden, die auf dem Weg zu ihrem Büroraum, der sich in dem von ihr bewohnten Wohneigentum befindet, auf der Treppe ein Bein brach. Dabei handelt es sich nicht um einen "Wegeunfall" im Sinne der gesetzlichen Unfallversicherung, entschied das Karlsruher Gericht.

Die Richter bezogen sich dabei auf ein Urteil des Bundessozialgerichts, in dem dieses die Grenze "zwischen dem unversicherten häuslichen Lebensbereich und dem mit der versicherten Tätigkeit zusammenhängenden (Weg zum Ort der Tätigkeit) oder ihr zugehörigen Weg (Betriebsweg) im Interesse der Rechtssicherheit bewusst starr und eng gezogen" hat. Selbstverständlich habe die Kauffrau in ihrem Büroraum selbst unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gestanden.

Bei einem Dienstweg oder einer Dienstreise beginne die versicherte Tätigkeit jedoch "grundsätzlich erst mit dem Beschreiten der Außentür des Wohngebäudes (Mehr- oder Einfamilienhaus), in dem sich die Wohnung des Versicherten befindet; Außentür ist neben der Haustür jede Außentür, durch welche der häusliche Bereich verlassen werden kann" (BSG, Urteil vom 7.11.2000, Az. B 2 U 39/99 R). Das Treppenhaus gehöre zur privaten Sphäre des Wohnhauses, was auch dadurch belegt werde, dass die Klägerin nach eigener Aussage die Treppe ihres Hauses weit häufiger aus privaten als aus beruflichen Gründen benutze.

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