Sorglos in die Ferne reisen

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(verpd) Ein Urlaub in fernen Ländern hat seinen eigenen Reiz. In vielen Reiseländern sind jedoch ein Visum oder auch Impfungen verpflichtend. Bei der Reisevorbereitung sollte zudem an einen ausreichenden Versicherungsschutz gedacht werden, damit spezielle Risiken, die durch die Auslandsreise entstehen, abgesichert sind.

Im Gegensatz zu Kurztrips ist für eine Fernreise in der Regel eine umfassende und frühzeitige Reisevorbereitung notwendig. Idealerweise sollte man bereits drei bis vier Monate vor dem eigentlichen Reiseantritt seinen Hausarzt nach eventuell für das ausgesuchte Reiseziel notwendigen Impfungen fragen. Mit der Prophylaxe muss nämlich oftmals frühzeitig begonnen werden, da einige Impfstoffe erst nach mehreren Wochen wirken.

Außerdem ist es wichtig, dass man frühzeitig die für das Reiseland vorgeschriebene Gültigkeit des Reisepasses kontrolliert, um ihn gegebenenfalls verlängern zu lassen. Auch ein möglicherweise notwendiges Visum muss rechtzeitig beantragt werden. Denn die Verlängerung oder Ausstellung der Dokumente dauert unter Umständen einige Wochen.

Reisepass und Visa

In den meisten Staaten außerhalb der Europäischen Union (EU), des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz muss in der Regel der Reisepass zum Zeitpunkt der Ein- oder Ausreise noch mindestens drei Monate lang gültig sein. In einigen Ländern wie Barbados, den Bahamas, Brasilien, Costa Rica, der Dominikanischen Republik, Israel, Marokko und Thailand sind es sogar sechs Monate.

In zahlreichen Staaten wie Ägypten, Australien, China, Indien, Kuba, Kenia, den Malediven, Russland, Senegal und Sri Lanka ist zur Einreise neben dem Reisepass zudem ein Visum notwendig. Welche Einreisedokumente je nach Land benötigt werden, kann unter anderem online beim Auswärtigen Amt nachgelesen werden. Für die Einreise in den USA wird beispielsweise neben dem Reisepass eine Onlineregistrierung (Electronic System for Travel Authorization = ESTA) benötigt.

Tipp: Für den Fall des Verlustes oder Diebstahls der wichtigsten Dokumente wie Reisepass, Flugticket und Reservierungen sind vorher angefertigte Kopien dieser Unterlagen hilfreich. Wichtige Telefonnummern und Anlaufstellen – etwa von den deutschen Auslandsvertretungen – können bei Notfällen während der Reise nützlich sein.

Schutz vor landestypischen Krankheiten

Je nach Reisegebiet und Reisezeit bestehen unterschiedliche Infektionsrisiken, vor denen man sich mit einer Impfung schützen kann. In einigen Ländern müssen manche Impfungen sogar für die Einreise nachgewiesen werden. Impfungen gegen Gelbfieber, Hepatitis A/B, Typhus, Tollwut, Tetanus und Diphtherie werden beispielsweise für Reisen nach Lateinamerika von Gesundheitsexperten empfohlen. Eine Gelbfieberimpfung ist für die Einreise in West- und Zentralafrika sogar verpflichtend.

Bei Asien- und Afrikareisen ist ein Dreifachimpfstoff gegen Kinderlähmung, Diphtherie und Tetanus wie auch Impfungen gegen Hepatitis A/B, Meningokokken-Meningitis, Typhus und Tollwut dringend angeraten. Wer in Asien Urlaub machen will, sollte sich zudem gegen die weitverbreitete Japanische Enzephalitis impfen lassen.

Mehr Informationen zu den empfohlenen oder auch vorgeschriebenen Impfungen in den einzelnen Ländern gibt es beim Centrum für Reisemedizin, beim Auswärtigen Amt, bei der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. und bei den diversen Tropeninstituten in Deutschland.

Krank im Urlaub

Wer während der Reise krank wird, findet in vielen Ländern eine medizinische Versorgung vor, die nicht den gewohnten Standards hierzulande entspricht. In zahlreichen Ländern müssen Reisende für medizinische Behandlungs- und Transportkosten beispielsweise selbst aufkommen. Für in Deutschland gesetzlich Krankenversicherte ersetzt die Krankenkasse Krankheitskosten nur in den Ländern der EU, des EWR und der Schweiz, mit denen ein entsprechendes Sozialversicherungs-Abkommen besteht.

Hier gilt die Europäische Krankenversicherungs-Karte (EHIC), die normalerweise auf der Rückseite der Krankenkassenkarte des gesetzlich Versicherten aufgedruckt ist. Bosnien-Herzegowina, Türkei und Tunesien unterliegen einem bilateralen Abkommen, deshalb benötigen Reisende hier einen Auslandskrankenschein (auch Auslandsbescheinigung genannt) von ihrer Krankenkasse. Prinzipiell muss man damit rechnen, dass die gesetzliche Krankenversicherung auch in den Ländern, in denen die EHIC oder der Auslandskrankenschein gilt, nicht alle Behandlungskosten kostendeckend übernimmt.

In vielen Staaten wird man zudem nur als Selbstzahler optimal versorgt. Außerdem wird der Krankenrücktransport aus dem Ausland, der mehrere Tausend Euro kosten kann, meist nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. In Ländern, in denen kein gesetzlicher Krankenschutz besteht, muss man üblicherweise seine Krankenkosten komplett selbst bezahlen. Deshalb empfiehlt auch die gesetzliche Krankenversicherung für alle Auslandsreisen eine zusätzliche private Reise-Krankenversicherung, die vor den möglichen Kosten durch Unfall oder Krankheit im Ausland schützt.

Nicht alle angebotenen Reisepolicen sind notwendig

Es können auch weitere Reiseversicherungen sinnvoll sein. Für denjenigen, der im Urlaub mit wertvollem Hab und Gut wie eine teure Sport- und/oder Fotoausrüstung unterwegs ist, kann beispielsweise eine Reisegepäckversicherung ratsam sein. Manche von Reisebüros angebotene Policen wie Reisehaftpflicht- oder Reise-Unfall-Versicherungsverträge sind dagegen oft überflüssig.

Denn ein normaler privater Haftpflicht- und/oder Unfall-Versicherungsvertrag gilt nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern. Während die meisten Unfall-Policen generell weltweit gelten, muss man dies bei einer privaten Haftpflicht-Police jedoch prüfen, denn viele Verträge sind zum Beispiel auf Europa beschränkt. Oftmals kann man gegen einen kleinen Aufpreis den Geltungsbereich jedoch erweitern.

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