Streitbewältigung ohne Gericht

 - 

(verpd) Gerichtsstreitigkeiten sind meist teuer, zeitaufwendig und kosten zudem auch viel Nerven. Ein sogenanntes Mediationsverfahren bei Streitigkeiten ist eine Alternative, die eine schnelle und kostengünstige Konfliktlösung verspricht.

Eine Mediation ist eine außergerichtliche Konfliktlösung, bei der ein speziell ausgebildeter unparteiischer Vermittler, ein sogenannter Mediator, versucht, zwischen den Streitparteien eine einvernehmliche und dauerhafte Einigung zu erzielen. Vorteile bietet diese Art der Streitbewältigung, wenn die Streitenden auch künftig aufeinandertreffen, zum Beispiel bei Konflikten innerhalb der Familie oder mit Verwandten wie Erbstreitigkeiten oder Scheidung oder bei Streitigkeiten mit Nachbarn, dem Mieter oder Vermieter sowie mit dem Arbeitgeber.

Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherer e.V. (GDV) zeigen die Erfahrungen der Rechtsschutzversicherer, dass die durch Mediation erzielten Einigungen dauerhafter und die Zufriedenheit der Streitparteien danach höher ist als bei Gerichtsverfahren. 70 bis 80 Prozent der Mediationsverfahren sind erfolgreich. Beim klassischen Rechtsweg gibt es hingegen nur einen Gewinner und einen Verlierer. Ein weiterer Vorteil eines Mediationsverfahrens sind die weitaus geringeren anfallenden Kosten im Vergleich zu einem Gerichtsverfahren.

Kostenschutz für Mediations- und Gerichtsverfahren

Übrigens: Klappt eine Mediation nicht, ist also keine Einigung zu erzielen, können die Betroffenen immer noch den Rechtsweg wählen und vor Gericht klagen. Mit einer bestehenden Rechtsschutz-Versicherung ist man, sofern ein Versicherungsfall vorliegt, in der Regel in beiden Fällen, also für eine Mediation sowie für einen Gerichtsprozess kostenmäßig abgesichert.

Die meisten Rechtsschutzversicherer bieten nämlich in ihren Versicherungspolicen, neben der Kostenübernahme für einen Gerichtsprozess, entsprechende Meditationsverfahren für ihre Kunden an und stellen die Mediatoren und/oder übernehmen die Gebühren dafür.

Grundlegende Informationen zum Thema Mediation bietet das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz in seinem Webportal. Ausführungen dazu, welche Streitigkeiten über eine Rechtsschutz-Police abgesichert werden können, gibt es in der kostenlos herunterladbaren Broschüre „Die Rechtschutzversicherung“ des GDV sowie beim Versicherungsexperten.

Weitere News zum Thema

  • Womit aggressive Autofahrer rechnen müssen

    [] (verpd) Ein Autofahrer, der einen anderen Verkehrsteilnehmer beleidigt und nötigt, kann nicht nur mit einer Geldstrafe, sondern auch mit einem Fahrverbot bestraft werden. Das hat das Amtsgericht München entschieden (Az. 942 Cs 412 Js 230288/15). mehr

  • Wenn ein Anwalt notwendig wird

    [] (verpd) Im Alltag gibt es zahlreiche Bereiche, in denen es zum Konflikt kommen kann, sei es zum Beispiel mit dem Arbeitgeber, dem Vermieter, einem Unfallgegner, einem Händler oder auch einem Nachbarn. Oftmals bleibt als letzte Möglichkeit, um sein Recht zu bekommen, der Gang zum Anwalt oder auch ein Gerichtsverfahren. Viele schrecken allerdings wegen der zum Teil sehr hohen Anwalts- oder Prozesskosten zurück. Dieses Kostenrisiko lässt sich jedoch umgehen. mehr

  • Wann Neugier den Job kostet

    [] (verpd) Alle Arbeitnehmer einer Behörde, die Zugriff auf die Meldedaten der Bürger haben, sind zu einem besonderen Geheimnisschutz verpflichtet. Wenn sie geschützte Daten über 1.000-mal aufrufen, rechtfertigt dies eine außerordentliche Kündigung, selbst wenn dies nur aus reiner Neugier geschah. Das gilt insbesondere dann, wenn die im ersten Verfahren gezeigte Reue offensichtlich nur ein Lippenbekenntnis war. Dies ist der Tenor eines Urteils der 10. Kammer des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg (Az.: 10 Sa 154/17). mehr

  • Schmerzensgeld für Mobbingopfer

    [] (verpd) Grundsätzlich kann ein Mobbingopfer von dem Täter ein Schmerzensgeld fordern. Doch der Schmerzensgeldanspruch wegen Mobbings kann wie auch bei anderen Ansprüchen unter bestimmten Voraussetzungen verwirkt werden und somit verloren gehen. Ein bloßes Zuwarten oder die Untätigkeit des Anspruchstellers reicht dafür jedoch nicht aus, so das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil (Az. 8 AZR 838/13). mehr

  • Immer mehr Gerichtsprozesse

    [] (verpd) Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes belegen, dass die Anzahl der neuen Gerichtsstreitigkeiten leicht gestiegen ist. Alleine 2015 gab es rund 8,7 Millionen neue Gerichtsverfahren und damit gut 300.000 mehr als noch im Vorjahr. Wer in einen Gerichtsprozess verwickelt wird, egal ob als Kläger oder Beklagter, trägt oft auch das Risiko, die anfallenden Anwalts-, Gerichts- und möglicherweise Sachverständigenkosten zahlen zu müssen. Es gibt jedoch eine Absicherungsmöglichkeit, damit Kosten nicht zum zusätzlichen Problem werden. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.