Schaden in der Autowaschanlage

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(verpd) Werden die Fahrer von Fahrzeugen mit Automatikgetriebe in einer Waschstraße nicht ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie den Motor ihres Autos erst dann starten dürfen, wenn die an der Ausfahrt angebrachte Ampel Grünlicht zeigt, ist der Betreiber der Anlage zum Schadenersatz verpflichtet, wenn deswegen das Fahrzeug beschädigt wird.

Das hat das Landgericht Ansbach in einem veröffentlichten Urteil entschieden (1 S 936/14). Ein Mann hatte mit seinem Fahrzeug, das mit einem Automatikgetriebe ausgestattet war, eine Autowaschanlage aufgesucht. Bei der Einfahrt in der Anlage wurde durch einen Aushang darauf hingewiesen, dass der Motor abzustellen und die Schalthebel von Automatikgetrieben auf „N“ zu stellen seien. Außerdem wurde dazu aufgefordert, nicht zu bremsen.

Am Ende der Waschstraße befand sich eine Ampel. Sobald diese Grünlicht zeigte, war der Waschvorgang beendet. Die Anlage musste dann verlassen werden. Doch obwohl der Fahrer sein Auto während des Waschvorgangs ordnungsgemäß ausgeschaltet und auch die übrigen Sicherheitsvorkehrungen beachtet hatte, rollte es am Ende der Waschanlage gegen eine Trocknungsdüse. Den dadurch entstandenen Fahrzeugschaden in Höhe von rund 1.000 € machte der Autofahrer gegenüber dem Betreiber der Waschanlage geltend.

Anlage defekt oder Waschanleitung zu ungenau?

Er warf ihm vor, dass es zu dem Schaden nur deswegen habe kommen können, weil die Anlage entweder defekt gewesen war oder weil die Verhaltensvorschriften nicht ausführlich genug waren. Zwei vom Ansbacher Landgericht befragte Sachverständige kamen zu einem ähnlichen Ergebnis. Sie stellten fest, dass entweder das grüne Ampellicht schon geleuchtet habe, als das Fahrzeug noch mit der Schleppkette durch die Anlage gezogen wurde.

Oder aber der Kläger habe den Motor bereits vor Aufleuchten des Grünlichts gestartet und dabei, wie bei Automatikgetrieben erforderlich, die Bremse betätigt. Dadurch hätte eines der so blockierten Räder auf die Transportrolle gehoben werden und das Fahrzeug gegen die Düse stoßen können.

Kein Verschulden des Klägers

In beiden möglichen Varianten vermochten die Richter kein Verschulden des Autofahrers zu erkennen. Denn nicht nur im ersten Fall sei der Betreiber der Waschstraße für die Entstehung des Schadens verantwortlich. Dem Anlassen des Motors eines mit einem Automatikgetriebe ausgestatteten Fahrzeugs am Ende einer Waschstraße liege nämlich kein bewusster Bremsvorgang zugrunde. Diese Handlung diene vielmehr ausschließlich dem Ziel, die Anlage zu verlassen.

Der Betreiber der Waschstraße wäre nach Meinung der Richter daher dazu verpflichtet gewesen darauf hinzuweisen, dass der Motor von Fahrzeugen mit Automatikgetrieben nicht vor Aufleuchten des Grünlichts gestartet werden darf. Denn es entspreche der allgemeinen Lebenserfahrung, dass Autofahrer in Erwartung des baldigen Grünlichts die unmittelbare Wegfahrbereitschaft herstellen.

Kostenschutz, wenn andere einen schädigen

Wenn ein Autobesitzer eine Verkehrsrechtsschutz-Police besitzt, kann er Schadenersatzansprüche gegen andere, die schuld daran sind, dass sein Pkw beschädigt wurde, wie beispielsweise im genannten Fall, auch ohne Kostenrisiko vor Gericht geltend machen.

Der Rechtsschutz-Versicherer übernimmt unter anderem die für die Durchsetzung von berechtigten Schadenersatzansprüchen notwendigen Anwalts-, Gerichts- und Sachverständigenkosten, wenn Aussichten auf Erfolg bestehen und der Versicherer für den Fall eine Deckungszusage erteilt hat. Die Kostenübernahme erfolgt dann unabhängig davon, ob der Prozess gewonnen oder verloren wird.

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