Rechtsstreitigkeiten werden deutlich teurer

 - 

(verpd) Die Versicherungswirtschaft befürchtet steigende Honorare für Anwälte und Notare durch das kürzlich in Kraft getretene Kostenrechts-Modernisierungsgesetz. Durch das Gesetz, das seit Ende Juli 2013 gilt, werden voraussichtlich auch die Gebühren, welche bei Gerichtsprozessen anfallen, angehoben, was wiederum die öffentlichen Haushalte entlasten soll.

Die Angst vor einem kostenträchtigen Rechtsstreit sitzt bei vielen Deutschen tief, wie eine frühere Umfrage des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) belegt. Das seit Ende Juli in Kraft getretene zweite Kostenrechts-Modernisierungsgesetz und der dadurch zu erwartende Anstieg bei den Kosten für Gerichtsstreitigkeiten dürfte nach Angaben des GDV zusätzlich die Bürger beunruhigen.

Per Vertrag abgesichert

Der GDV schätzt, das sich die Honorare und Gebühren infolge des neuen Gesetzes um 16 Prozent erhöhen werden. Doch es gibt einen Kostenschutz: Rund 21 Millionen Bürger haben bereits eine Rechtsschutzversicherung. Diese übernimmt im Versicherungsfall die Anwalts- und Prozesskosten für den Versicherten. Je nach Bedarf gibt es verschiedene Absicherungsvarianten.

So können Kfz-Fahrer und -Besitzer sich mit einer Verkehrsrechtsschutz-Versicherung bei Streitigkeiten rund um das Kfz absichern. Übernommen werden unter anderem die Anwalts- und Gerichtskosten, um eigene Schadenersatzansprüche nach einem Kfz-Unfall geltend zu machen. Auch Streitigkeiten mit der Kfz-Werkstatt oder einem Kfz-Händler sowie die Verteidigung in einem Strafverfahren wegen fahrlässiger Verletzung von Strafvorschriften sind in der Regel versichert.

Berufliche und private Streitrisiken

Auch eine Absicherung für den Beruf und das Privatleben ist möglich. Eine Privat- und Berufsrechtsschutz-Versicherung übernimmt beispielsweise die Kosten für einen Rechtsstreit, um Schadenersatz-Forderungen für eine als Fußgänger oder als Fahrradfahrer erlittene Unfallverletzung einzuklagen, wenn ein anderer für den Unfall verantwortlich war. Kostenschutz gibt es zudem bei Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber wie einer fristlosen Kündigung.

Selbst Vertragsstreitigkeiten, beispielsweise Probleme mit dem Reiseveranstalter oder dem Händler eines gekauften Fernsehers, sind hier absicherbar. Die Rechtsschutz-Police übernimmt auch einen notwendigen Sozialgerichtsstreit, beispielsweise wenn die gesetzliche Unfallversicherung einen Arbeitsunfall nicht anerkennen will.

Preisgünstige Kombi-Policen

Für Firmen, Selbstständige und Landwirte gibt es spezielle Rechtsschutz-Versicherungen, die ebenfalls Streitigkeiten aus beruflichen und privaten Bereichen abdecken. Mieter oder Immobilieneigentümer können das Streitkostenrisiko mit einer Wohnungs- und Grundstücks-Rechtsschutz-Police umgehen. Diese leistet beispielsweise bei Streitigkeiten mit dem Mieter oder Vermieter.

Viele Versicherer bieten insbesondere für Arbeitnehmer kombinierte Rechtsschutz-Policen, die die Risiken in privaten, beruflichen und verkehrsrechtlichen Bereichen sowie als Mieter oder Vermieter absichern. Diese kombinierten Verträge sind häufig günstiger, als wenn man die einzelnen Bereiche mit separaten Policen absichert.

Weitere News zum Thema

  • Womit aggressive Autofahrer rechnen müssen

    [] (verpd) Ein Autofahrer, der einen anderen Verkehrsteilnehmer beleidigt und nötigt, kann nicht nur mit einer Geldstrafe, sondern auch mit einem Fahrverbot bestraft werden. Das hat das Amtsgericht München entschieden (Az. 942 Cs 412 Js 230288/15). mehr

  • Wenn ein Anwalt notwendig wird

    [] (verpd) Im Alltag gibt es zahlreiche Bereiche, in denen es zum Konflikt kommen kann, sei es zum Beispiel mit dem Arbeitgeber, dem Vermieter, einem Unfallgegner, einem Händler oder auch einem Nachbarn. Oftmals bleibt als letzte Möglichkeit, um sein Recht zu bekommen, der Gang zum Anwalt oder auch ein Gerichtsverfahren. Viele schrecken allerdings wegen der zum Teil sehr hohen Anwalts- oder Prozesskosten zurück. Dieses Kostenrisiko lässt sich jedoch umgehen. mehr

  • Wann Neugier den Job kostet

    [] (verpd) Alle Arbeitnehmer einer Behörde, die Zugriff auf die Meldedaten der Bürger haben, sind zu einem besonderen Geheimnisschutz verpflichtet. Wenn sie geschützte Daten über 1.000-mal aufrufen, rechtfertigt dies eine außerordentliche Kündigung, selbst wenn dies nur aus reiner Neugier geschah. Das gilt insbesondere dann, wenn die im ersten Verfahren gezeigte Reue offensichtlich nur ein Lippenbekenntnis war. Dies ist der Tenor eines Urteils der 10. Kammer des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg (Az.: 10 Sa 154/17). mehr

  • Schmerzensgeld für Mobbingopfer

    [] (verpd) Grundsätzlich kann ein Mobbingopfer von dem Täter ein Schmerzensgeld fordern. Doch der Schmerzensgeldanspruch wegen Mobbings kann wie auch bei anderen Ansprüchen unter bestimmten Voraussetzungen verwirkt werden und somit verloren gehen. Ein bloßes Zuwarten oder die Untätigkeit des Anspruchstellers reicht dafür jedoch nicht aus, so das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil (Az. 8 AZR 838/13). mehr

  • Immer mehr Gerichtsprozesse

    [] (verpd) Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes belegen, dass die Anzahl der neuen Gerichtsstreitigkeiten leicht gestiegen ist. Alleine 2015 gab es rund 8,7 Millionen neue Gerichtsverfahren und damit gut 300.000 mehr als noch im Vorjahr. Wer in einen Gerichtsprozess verwickelt wird, egal ob als Kläger oder Beklagter, trägt oft auch das Risiko, die anfallenden Anwalts-, Gerichts- und möglicherweise Sachverständigenkosten zahlen zu müssen. Es gibt jedoch eine Absicherungsmöglichkeit, damit Kosten nicht zum zusätzlichen Problem werden. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.