Die größten Rechtssorgen der Deutschen

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(verpd) Ein Rechtsstreit nach einem Verkehrsunfall ist die größte Angst der Deutschen. Außerdem fürchten sie sich vor Behandlungsfehlern und Straftaten.

Je nach Geschlecht und Alter verteilen sich die Sorgen jedoch unterschiedlich. Das ergab eine Studie eines Rechtsschutz-Versicherers.

Die größte Rechtssorge der Deutschen ist es, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden. Rund 60 Prozent fürchten sich davor, ergab eine Umfrage eines Rechtsschutz-Versicherers. Eine weitere große Angst der Deutschen sind Behandlungsfehler von Ärzten – etwas mehr als die Hälfte der Befragten hat diese Sorge. Nahezu jeder Zweite fürchtet, Opfer einer Straftat zu werden.

Rund ein Drittel macht sich Gedanken, dass es im Streit um eine Kostenübernahme zu einer rechtlichen Auseinandersetzung mit der Versicherung kommt. Die geringste Angst in der Umfrage sind rechtliche Probleme beim Kauf einer Immobilie (acht Prozent). Für die Studie wurden Ende letzten Jahres rund 1.500 repräsentativ ausgewählte Bürger zu ihren Sorgen befragt.

Männer und Frauen haben ähnliche Ängste

Männer und Frauen haben dem Report zufolge ähnliche Befürchtungen, doch in vier Punkten unterscheiden sie sich. Frauen haben signifikant mehr Angst davor, Opfer einer Straftat zu werden, vor einem ärztlichen Behandlungsfehler oder davor, in einen Erbschaftsstreit verwickelt zu werden. Während sich beispielsweise rund 51 Prozent der Frauen vor einer Straftat fürchten, sind es bei den Männern lediglich 40 Prozent.

Frauen sind dagegen gelassener in Verkehrsfragen. Nur ein Fünftel von ihnen sorgt sich davor, wegen einer Kfz-Ordnungswidrigkeit belangt zu werden, bei den Männern sind es 31 Prozent.

Senioren fürchten vermehrt Behandlungsfehler

Auch das Alter spielt bei den Ängsten eine Rolle. Die Befragten über 60 Jahre machen sich überdurchschnittlich oft Gedanken um Behandlungsfehler. Darin spiegelt sich nach Meinung der Studienautoren die im Verhältnis zu den Jüngeren schlechtere Gesundheit wider, „die mit vermehrten Arztbesuchen einhergeht“.

Vor Straftaten und Nachbarschaftsstreits haben die Senioren mehr Angst als die anderen Altersgruppen. Weniger als alle anderen fürchten die über 60-Jährigen dagegen Schwierigkeiten wegen Ordnungswidrigkeiten im Verkehr. Dabei tragen mehr als drei Viertel der Pkw-Fahrer über 75 Jahre die Hauptschuld an den Unfällen, an denen sie beteiligt waren.

Probleme mit Kaufverträgen bewegen junge Menschen

Die jüngere Generation macht sich dagegen wesentlich öfter Gedanken wegen rechtlicher Probleme bei Kaufverträgen, wie beispielsweise für Auto, Handy oder Abonnements. Rund ein Viertel der Befragten berichtet hier von Sorgen, während es unter den Senioren nur elf Prozent sind.

Die jungen Befragten nannten auch häufiger arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen sowie Mobbing. Familienrechtliche Auseinandersetzungen beschäftigen dagegen vor allem die 30- bis 59-Jährigen. Auch die Cyber-Risiken werden immer weiter zunehmen. Jeder Dritte (31 Prozent) sieht Datenbetrug im Internet als großes persönliches Risiko, etwa indem unerlaubt auf Bankkonten zugegriffen wird. Das zeigt der „Sicherheitsreport 2014“, den das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag eines Telekommunikations-Unternehmens erstellt hat.

Kostenschutz für den Ernstfall

Wer sichergehen möchte, dass er im Falle des Falles sein Recht notfalls per Anwalt und vor Gericht ohne Kostenrisiko durchsetzen kann, dem bietet eine Rechtsschutz-Versicherung einen entsprechenden Schutz. Die Rechtsschutz-Police gibt es für verschiedenste Situationen und Lebensbereiche. Die Privat- und Berufsrechtsschutz-Versicherung hilft zum Beispiel, wenn es im privaten oder beruflichen Bereich zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommt.

Kfz-Fahrer und -Besitzer können sich mit einer Verkehrsrechtsschutz-Versicherung bei Streitigkeiten rund um das Kfz absichern, zum Beispiel bei einem Rechtsstreit mit der Kfz-Werkstatt oder einem Kfz-Händler, aber auch für die Durchsetzung der eigenen Rechte nach einem Unfall.

Mehrfachabsicherung durch günstige Kombi-Policen

Für Firmen, Selbstständige und Landwirte gibt es spezielle Rechtsschutz-Versicherungen, die ebenfalls Streitigkeiten aus beruflichen und privaten Bereichen abdecken. Wer als Mieter oder Immobilieneigentümer kein Kostenrisiko im Streitfall eingehen möchte, kann einen Wohnungs- und Grundstücks-Rechtsschutz wählen. Dieser leistet beispielsweise bei Streitigkeiten mit dem Mieter oder auch Vermieter.

Viele Versicherer bieten vergünstigte Kombi-Policen wie eine Privat-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz an.

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