Die Anzahl der neuen Gerichtsfälle pro Jahr ist enorm

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(verpd) Statistisch gesehen ist mehr als jeder zehnte Bundesbürger in einen neuen Gerichtsfall verwickelt. Denn nach Angaben des Statistischen Bundesamts gab es alleine 2012 rund 8,4 Millionen neue Gerichtsverfahren.

Wem vor Gericht vorgeworfen wird, Gesetze missachtet zu haben, oder aber selbst sein Recht gerichtlich einfordern muss, muss häufig auch mit Anwalts- und Gerichtskosten rechnen. Gegen dieses Kostenrisiko kann man sich in vielen Fällen jedoch absichern.

Wie der aktuellen Statistik des Statistischen Bundesamts zu entnehmen ist, gab es alleine 2012 über 8,4 Millionen neue Gerichtsverfahren in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr sind das rund zwei Prozent weniger Gerichtsfälle. Allerdings sind das dennoch rund 23.000 neue Gerichtsverfahren pro Tag.

Vom Amts- bis hin zum Sozialgericht

Mehr als 1,5 Millionen neue Verfahren wurden vor einem Zivilgericht – also Amts- oder Landgericht –, über 655.000 vor einem Familiengericht und etwa 741.000 vor Strafgerichten, dazu zählen Amts-, Landes- und Oberlandesgerichte, behandelt.

Über 4,5 Millionen Fälle wurden durch Staatsanwaltschaften vor Landesgerichts- und Oberlandesgerichten gebracht, da hier unter anderem ein Verdacht auf eine vorliegende Straftat bestand.

Für rund 395.000 neue Gerichtsfälle war ein Sozialgericht, für über 401.000 Neufälle ein Arbeitsgericht, für mehr als 132.000 neue Verfahren ein Verwaltungsgericht und für knapp 39.000 Gerichtsfälle ein Finanzgericht zuständig.

Bedarfsgerechte Absicherung

In der Regel gilt bei einem Rechtsstreit: Je höher der Streitwert, desto höher ist auch das Kostenrisiko, das man bei einem Rechtsstreit trägt. Und auch wenn man beschuldigt wird, eine Straftat begangen zu haben, muss man für eine gute Verteidigung ebenfalls mit hohen Kosten rechnen. Hilfe bietet hier je nach vereinbartem Versicherungsumfang eine Rechtsschutz-Versicherung.

Eine derartige Police übernimmt zum Beispiel die Gerichts-, Anwalts- und Sachverständigenkosten, um das Recht des Versicherten wie Ansprüche auf Schadenersatz nach einem Unfall als Fußgänger oder Radfahrer gegen den Unfallverursacher durchzusetzen. Unter anderem zahlt der Rechtsschutzversicherer auch die Kosten, wenn ein Versicherter, der Opfer einer Gewaltstraftat geworden ist, Ansprüche in einem Strafgerichtsprozess als Nebenkläger geltend machen möchte.

Doch auch die Verteidigung vor Gericht, wenn dem Versicherten ein fahrlässig begangenes Vergehen – also eine nicht vorsätzlich begangene Straftat, die mit weniger als einem Jahr Freiheitsstrafe oder nur mit einer Geldstrafe geahndet werden kann – vorgeworfen wird, kann mitversichert sein. Selbst Streitigkeiten vor einem Sozial-, Arbeits- oder Verwaltungsgericht oder mit einem Vertragspartner wie zum Beispiel einem Kfz- oder Einzelhändler sind je nach vereinbarten Versicherungsumfang abgesichert.

Absicherung für fast alle Lebenslagen

Die Rechtsschutz-Police gibt es für verschiedenste Situationen und Lebensbereiche. Die Privat- und Berufsrechtsschutz-Versicherung hilft zum Beispiel, wenn es im privaten oder beruflichen Bereich zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommt. Typische Versicherungsfälle, bei denen der Gang zum Anwalt im privaten oder beruflichen Bereich oft notwendig wird, um sein Recht durchzusetzen, ist beispielsweise eine fristlose Arbeitsplatzkündigung, Probleme mit dem neu gekauften Fernseher oder ein Gesundheitsschaden nach einem Fahrradunfall.

Kfz-Fahrer und -Besitzer können sich mit einer Verkehrsrechtsschutz-Versicherung bei Streitigkeiten rund um das Kfz absichern. Unter anderem werden die Anwalts- und Gerichtskosten bei Streitigkeiten mit der Kfz-Werkstatt oder aus einem Pkw-Kaufvertrag sowie die Verteidigung in einem Strafverfahren wegen fahrlässiger Verletzung von Strafvergehen in der Regel übernommen.

Für Firmen, Selbstständige und Landwirte gibt es spezielle Rechtsschutz-Versicherungen, die ebenfalls Streitigkeiten aus beruflichen und privaten Bereichen abdecken. Wer als Mieter oder Immobilieneigentümer kein Kostenrisiko im Streitfall eingehen möchte, kann einen Wohnungs- und Grundstücks-Rechtsschutz wählen. Dieser leistet beispielsweise bei Streitigkeiten mit dem Mieter oder auch Vermieter.

Zuerst Leistungszusage einholen

Damit die Beiträge bezahlbar bleiben, sind nicht alle Rechtsstreitigkeiten versicherbar. So gibt es normalerweise keine Rechtsschutzdeckung bei der Begehung vorsätzlicher Straftaten, bei Streitigkeiten rund um den Hausbau oder bei Verfahren wegen Halte- und Parkverstößen. Auch Erb- und Ehestreitigkeiten, die über eine Beratung hinausgehen, können meist nicht versichert werden.

Um sicherzugehen, dass die Rechtsschutz-Versicherung die Kosten abdeckt, ist es wichtig, dass man beim ersten Anwaltstermin die Rechtsschutz-Police vorlegt, damit der Anwalt eine Leistungszusage beim Versicherer für den entsprechenden Rechtsstreit einholen kann.

Im Übrigen bieten viele Versicherer auch vergünstigte Kombi-Policen wie eine Privat-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz an.

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