Wilde oder gefährliche Tiere als Hausgenossen

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(verpd) Zwar gibt es hierzulande keine einheitlichen Regelungen zur Haltung von exotischen Tieren, allerdings ist für manche Tierarten die Haustierhaltung im Rahmen des Artenschutzes generell verboten. Und auch einige Bundesländer haben mittlerweile Verordnungen und Richtlinien herausgebracht, die die Haltung bestimmter Tiere untersagt. Auch als Mieter einer Wohnung darf man nicht jedes Tier ohne eine Genehmigung des Vermieters halten.

Tiere, die unter den Artenschutz beziehungsweise die Bundesartenschutz-Verordnung fallen, dürfen von Gesetzes wegen zum Teil gar nicht oder nur mit Einhaltung bestimmter Auflagen zu Hause gehalten werden. Welche Tiere das sind, kann beim Wissenschaftlichen Informationssystem zum Internationalen Artenschutz (Wisia) des Bundesamts für Naturschutz erfragt werden.

Eine einheitliche Regelung zur Haltung sonstiger wilder oder gefährlicher Tiere gibt es hierzulande aktuell (noch) nicht. Die Haltung von gefährlichen Tieren ist jedoch in acht von 16 Bundesländern reglementiert.

Unterschiedliche Regelungen je Bundesland

In Hessen und Schleswig-Holstein besteht in der Regel für das Halten gefährlicher Tiere in Privatwohnungen ein grundsätzliches Verbot. Auch in Berlin, Bremen, Niedersachsen und Thüringen ist die Haltung gefährlicher Tiere normalerweise verboten, aber hier wird unter bestimmten Voraussetzungen, zum Beispiel wenn es sich um weniger gefährliche Tiere handelt, auch eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Jeder, der ein gefährliches Tier in Bayern oder Hamburg als Haustier halten möchte, muss eine behördliche Genehmigung zum Beispiel bei der Gemeinde einholen.

In Nordrhein-Westfalen soll in Kürze eine Tierhaltung für bestimmte Tiere verboten und für andere nur unter gewissen Voraussetzungen genehmigt sein. In allen anderen Bundesländern gibt es nur Verordnungen auf kommunaler Ebene wie in Sachsen oder Sachsen-Anhalt oder gar keine Regelung wie in Brandenburg, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Ob am jeweiligen Wohnort ein entsprechendes Tier gehalten werden darf, kann unter anderem beim zuständigen Amts- oder Kreisveterinäramt der betreffenden Stadt beziehungsweise des Landkreises erfragt werden.

Ist der künftige Tierhalter ein Mieter, sollte er sich auf alle Fälle vor der Anschaffung informieren, ob die Haustierhaltung der gewünschten Tierart auch erlaubt ist. Die Haltung von Kleintieren wie Vögeln, Mäusen, Meerschweinchen, Kaninchen, Fischen und sonstigen ungefährlichen Tieren in Käfigen, Aquarien und Terrarien, kann in der Regel nicht vom Vermieter verboten werden. Bei großen oder gefährlichen Tieren wie Vogelspinnen, Gift- und Würgeschlangen sollte der Mieter sich vor der Anschaffung des Tieres eine Erlaubnis des Vermieters einholen, wie diverse Urteile zeigen.

Tierhalter in der Haftung

Übrigens: Wer ein Haustier besitzt, kann auch für Schäden, die das Tier anrichtet, belangt werden. Gemäß Paragraf 833 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) haftet nämlich fast jeder Tierhalter unabhängig von seinem Verschulden für den Schaden, den sein Tier anrichtet. Beißt beispielsweise eine giftige Spinne einen Besucher oder kann die aus einem versehentlich nicht richtig gesicherten Terrarium entkommene Schlange nur mit Spezialkräften gesucht werden, muss der Tierhalter für die dadurch entstandenen Schäden und Kosten aufkommen.

In der Regel ist der Halter von kleineren Haustieren wie Katzen, Kaninchen, Hamstern oder Vögeln bei derartigen Schäden über die Privathaftpflicht-Versicherung abgesichert. Für große Tiere wie Hunde und Pferde muss hingegen eine eigene Tierhalterhaftpflicht-Police abgeschlossen werden.

Exotische und gefährliche Tiere sind ebenfalls nicht in allen Privathaftpflicht-Policen automatisch mitversichert, können jedoch auf Nachfrage zum Teil gegen einen kleinen Aufpreis eingeschlossen werden. Anderenfalls ist auch hierfür eine eigene Tierhalterhaftpflicht-Police wichtig.

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