Wichtig für Hundehalter: Wer einen friedlichen Hund besitzt, muss nicht mithaften

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Hundehalter werden es wissen: Es gibt ausgesprochen friedliche, folgsame und auch aggressive Hunde (und natürlich zahlreiche Zwischenstufen von Aggressivität).

Gerade Besitzer lieber Hunde können nach einem Hinweisbeschluss des Oberlandesgerichts Oldenburg vom 9.10.2015 aufatmen. Das Gericht befand: Verleitet die bloße Anwesenheit des friedlichen Hundes einen aggressiven Hund zu einem Angriff, so begründet das keine Mithaftung des Halters des angegriffenen Tieres (Az. 5 U 94/15). Das Urteil der Vorinstanz (Landgericht Osnabrück) ist damit rechtskräftig geworden (Az. 4 O 2838/14).

Verhandelt wurde in Oldenburg über einen hundebedingten Fahrradunfall der Halterin des friedlichen Hundes. Die Radfahrerin hatte ihren Hund – einen Labradormischling – rechts von sich an der Leine geführt. Ihr kam eine andere Hundehalterin mit einer Bordeaux-Dogge entgegen. Obwohl diese ihren Hund mit beiden Händen am Halsband festhielt und zudem zwischen die Knie klemmte, konnte sich der Hund losreißen. Er stürzte sich auf den – nach Beweisaufnahme auch des Gerichtes – völlig passiven gegnerischen Hund und die Radfahrerin. Diese fiel vom Fahrrad und zog sich Knieverletzungen zu.

Beide hier eingeschalteten Gerichtsinstanzen sahen die volle Tierhaltergefährdungshaftung als auch eine Verschuldenshaftung der Halterin der Bordeaux-Dogge als gegeben an. Dass die Dogge möglicherweise durch die bloße Anwesenheit des Labradors zum Angriff verleitet worden sei, begründe keine Mithaftung der Klägerin.

Eine Hundehalterhaftpflicht ist in Deutschland nicht überall gleich geregelt, da es sich hier um eine Länderangelegenheit handelt. In manchen Bundesländern besteht eine Pflicht hierzu, in anderen nur für gefährliche Hunde – und zum Teil besteht sogar eine völlige Versicherungsfreiheit. § 833 des Bürgerlichen Gesetzbuchs gilt jedoch für alle Hundebesitzer – egal wo sie wohnen. Dort heißt es: Wird durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist derjenige, welcher das Tier hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. In jedem Fall ist damit der Abschluss einer Hundehalterversicherung anzuraten. Interessant dabei: Für Senioren gibt's diese Versicherung zum Teil deutlich günstiger.

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