Wenn das umfallende Fahrrad einen Schaden anrichtet

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Wird durch ein umstürzendes Fahrrad ein Auto beschädigt, so ist der Besitzer des Fahrrades in der Regel zum Schadenersatz verpflichtet. Das geht aus einem kürzlich veröffentlichten Urteil des Amtsgerichts Düsseldorf hervor (Az. : 45 C 8793/11).

Ein Mann hatte sein Fahrrad etwa einen Meter von einem geparkten Auto entfernt abgestellt. Als er schon nicht mehr vor Ort war, kippte das Velo aus unbekannten Gründen um und zerkratzte den Lack des Pkws.

Kein Verschulden?

Der Autohalter forderte daraufhin den Besitzer des Fahrrades zum Schadenersatz auf. Dieser war sich jedoch keiner Schuld bewusst. Denn schließlich habe er sein Zweirad ordnungsgemäß und standsicher abgestellt. Dass es möglicherweise von einem Unbekannten umgestoßen wurde und dabei den Schaden verursachte, habe er nicht zu vertreten. Der Fahrradinhaber lehnte es daher ab, die Reparaturkosten zu bezahlen.

„Zu Unrecht“, urteilte das Düsseldorfer Amtsgericht. Es gab der Schadenersatzklage des Pkw-Besitzers in vollem Umfang statt. Nach Meinung des Gerichts müssen Fahrräder grundsätzlich so abgestellt werden, dass eine Beschädigung von Kraftfahrzeugen oder anderer Wirtschaftsgüter ausgeschlossen ist. Denn andernfalls liegt ein Verstoß gegen das Gebot der Rücksichtnahme gemäß Paragraf 1 Absatz 2 StVO (Straßenverkehrsordnung) vor.

Verstoß gegen Rücksichtnahmegebot

Ein Besitzer eines Fahrrades muss nach Ansicht des Gerichts jederzeit damit rechnen, dass sein Velo umfallen oder umgestoßen werden kann. Beim Abstellen des Rades hat er daher einen entsprechend großen Sicherheitsabstand einzuhalten oder aber dafür zu sorgen, dass es nicht umfallen kann, etwa indem er es an einen festen Gegenstand ankettet. Dieser Verpflichtung ist der beklagte Radler nicht nachgekommen. Er ist daher zum Schadenersatz verpflichtet.

Da bereits leichte Fahrlässigkeit eine Haftungsverpflichtung auslöst, kann nach Meinung des Gerichts die Frage des Grades des Verschuldens des Fahrradbesitzers offen bleiben. Ein Mitverschulden des Autobesitzers schloss das Gericht ebenfalls aus. Denn dieser hatte seinen Pkw nachweislich geparkt, bevor der Beklagte sein Fahrrad in unmittelbarer Nähe des Autos abstellte.

Schutz für alle Fälle

Gut zu wissen: Nicht nur als Radfahrer ist eine Privathaftpflicht-Versicherung gleich doppelt nützlich: Zum einen deckt eine derartige Police Schadenersatz- und Schmerzensgeld-Forderungen eines Dritten, die durch ein fahrlässiges Handeln des Versicherten entstanden sind, wenn die Ansprüche, wie im genannten Fall, gerechtfertigt sind.

Zum anderen wehrt die Versicherung ungerechtfertigte oder auch zu hohe Forderungen ab. Geschützt sind im Rahmen einer Privathaftpflicht-Police im Übrigen nicht nur der Versicherungsnehmer, sondern auch die mitversicherten Personen, wie der Ehegatte oder die unverheirateten Kinder, sofern sie noch keine Ausbildung abgeschlossen haben.

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