Tollpatschiger Weihnachtsmann

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(verpd) In der Vorweihnachtszeit sind wieder zahlreiche himmlische Vertreter in Form von Nikoläusen, Engeln und Weihnachtsmännern in Kaufhäusern sowie bei privaten, betrieblichen oder öffentlichen Veranstaltungen anzutreffen. Doch was, wenn dem Himmelsboten ein Missgeschick passiert und er dabei einen anderen schädigt? Diese Frage sollte schon vor dem Auftritt geklärt werden, um nicht zuletzt finanzielle Schwierigkeiten für Auftraggeber oder beauftragte Personen zu vermeiden.

Viele Saisonjobs als Engel, Nikolaus oder Weihnachtsmann werden von Arbeitsagenturen oder privaten Agenturen, die in der Regel auf die Einhaltung von Qualitätsstandards achten, vermittelt. Dennoch schließen viele Vermittler eine Haftung für den Fall, dass der beauftragte Himmelsbote beim Auftritt Sach- oder Personenschäden anrichtet, in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von vornherein aus.

Derartige Freizeichnungsklauseln sind – mit Ausnahme, dass dem Vermittler ein krasser Auswahlfehler bei der Wahl des angebotenen Himmelsvertreters unterlaufen ist – nach Angaben von Rechtsexperten meist rechtswirksam. Verursacht der gecharterte Himmelsbote einen Schaden, kann der Auftraggeber sich demzufolge nur an diesen selbst und nicht an den Vermittler wenden.

Schutz für Himmelsvertreter

Prinzipiell sollte sich daher jeder, der als Weihnachtsmann und Co. tätig sein möchte, aufgrund der unterschiedlichen Haftungsregelungen vor einem Auftritt bei seinem Versicherungsfachmann erkundigen, ob Schäden, die er währenddessen verursacht, mitversichert sind. Wenn nicht, lässt sich das Risiko oftmals optional gegen einen kleinen Aufpreis in die Haftpflichtpolice mit einschließen.

Eine private Haftpflichtversicherung übernimmt zum Beispiel in der Regel keine Schäden, die der Versicherte im Rahmen einer gewerblichen oder beruflichen Tätigkeit verursacht hat. Zwar werden gelegentliche Dienstleistungen, selbst wenn ein bescheidenes Entgelt dafür genommen wird, von den meisten Versicherern nicht zwingend als Berufs- oder Gewerbeausübung gewertet. Aber vermittelte Weihnachtsengel, Nikoläuse und Co. gelten tendenziell als hauptberuflich tätige Künstler.

Das wiederum führt dazu, dass die im Rahmen dieser beruflichen Tätigkeit verursachten Schäden nicht durch die Privathaftpflicht-Police abgedeckt sind. Wichtig für Personen, die sich als Himmelsboten vermitteln lassen: Manche Versicherer bieten jedoch eine Mitversicherung derartiger Schäden gegen einen Aufpreis in den Privathaftpflicht-Versicherungsvertrag mit an.

Riskante Gefälligkeiten

Selbst wer bei Verwandten und Bekannten aus Gefälligkeit den Nikolaus oder Weihnachtsmann spielt, kann nach einem schadensreichen Missgeschick Probleme bekommen. Zwar muss nach der deutschen Rechtsprechung derjenige, der einen anderen bei der unentgeltlichen Erledigung eines erbetenen Gefallens versehentlich schädigt, nicht dafür haften – was zur Folge hat, dass auch eine bestehende Privathaftpflicht-Police für solche Schäden nicht aufkommen muss. Dennoch ist dies für den Schädiger wie auch für den Geschädigten oftmals eine unangenehme Situation.

Der Geschädigte muss nämlich den Schaden aus der eigenen Tasche zahlen, obwohl ein anderer dafür verantwortlich ist. Viele Versicherer wollen ihren Kunden, diese Peinlichkeit ersparen, wenn sie einen solchen Schaden verursacht haben und versichern solche Gefälligkeitsschäden teils gegen Aufpreis in Privathaftpflicht-Policen mit. Anders verhält es sich jedoch, wenn der Schaden während einer Gefälligkeit grob fahrlässig verursacht wurde, denn bei grober Fahrlässigkeit haftet der Schädiger, selbst wenn sich der Schaden im Rahmen einer Gefälligkeit ereignete.

Dies belegen diverse Gerichtsurteile. In diesem Fall würde auch eine Privathaftpflicht-Versicherung des Schädigers, ohne dass Gefälligkeitsschäden ausdrücklich mitversichert sein müssten, den Schaden übernehmen. Abgedeckt sind diesbezüglich beispielsweise Schäden, die im Zusammenhang mit Trunkenheit entstehen. Vorsatz ist allerdings nicht versichert. Auch wenn der Schädiger und der Geschädigte in der gleichen Privathaftpflicht-Police versichert sind, besteht kein Versicherungsschutz.

Sicherheit für den Auftraggeber

Wer sicher sein möchte, dass er seinen Schaden ersetzt bekommt, auch wenn der Schädiger keinen entsprechenden Haftpflichtschutz hat, sollte prüfen, ob die eigene Privathaftpflicht-Police eine sogenannte Forderungsausfall-Deckung enthält. Die Forderungsausfall-Deckung kommt für Schäden auf, wenn der Schädiger nicht bezahlt und bei einer Zwangsvollstreckung mit einem rechtskräftig vollstreckbaren Titel bei ihm nichts zu holen ist. In vielen Privathaftpflicht-Policen kann dieser Versicherungsschutz gegen Aufpreis mitversichert werden.

Übrigens: Auch der Auftraggeber muss haften, wenn er einen Fehler begeht, durch den der engagierte Himmelsbote zu Schaden kommt. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn der bestellte Weihnachtsengel auf einer vereisten Eingangstreppe am Haus des Auftraggebers stürzt und sich dabei verletzt, weil diese nicht gestreut war.

Auch hier hilft unter Umständen die Privathaftpflicht-Police weiter. Denn sie übernimmt in der Regel bei Besitzern eines selbst genutzten Einfamilienhauses solche Schäden. Eigentümer von Mehrfamilienhäusern oder gewerblichen Immobilien können eine Verletzung ihrer Streu- und Reinigungspflichten über eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung absichern.

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