Kita-Streik: Haftungsrisiken bei der privaten Kinderbetreuung

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(verpd) Der aktuelle Kita-Streik ist nur ein Grund, warum Eltern die Betreuungsdienste von privaten Personen in Anspruch nehmen. Grundsätzlich ist es nämlich für Eltern nicht immer leicht, ohne irgendeine Betreuungshilfe Beruf und Kinder unter einen Hut zu bringen. Doch wer fremde Kinder betreut, muss unter Umständen auch dafür aufkommen, wenn dem Sprössling während der Betreuung etwas passiert oder der kleine Schützling andere schädigt. Eine entsprechende Haftpflichtversicherung erleichtert es den Betreuern, diese Haftungsrisiken zu tragen.

Wer ein Kind betreut – auch wenn dies beispielsweise wie bei Großeltern, Nachbarn oder Freunden aus reiner Gefälligkeit geschieht – übernimmt ein Haftungsrisiko. Während der Betreuungszeit übernimmt nämlich die Betreuungsperson, die Aufsichtspflicht über das ihm anvertraute Kind.

Eine private Betreuungsperson muss wie eine professionelle Tagesmutter oder ein Tagesvater dafür Sorge tragen, dass dem kleinen Schützling nichts passiert. Verletzt sich ein betreutes Kind durch das Verschulden der betreuenden Person, muss sie oder er auch dafür haften.

Doppeltes Haftungsrisiko

Eine Betreuungsperson, die beispielsweise ein zu betreuendes Kind auf eine Schaukel in ihrem Garten lässt, obwohl die Holzkonstruktion schon morsch aussieht und seit Längerem nicht auf Standfestigkeit geprüft wurde, haftet für Schäden, wenn die Schaukel bei normaler Nutzung umkippt.

Auch wenn ein Dritter zu Schaden kommt, weil die Betreuungsperson die Aufsichtspflicht verletzt hat, muss sie beziehungsweise er den Schaden ersetzen. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn eine private Tagesmutter das zu betreuende Kind draußen spielen lässt und durch einen privaten Telefonanruf so abgelenkt ist, dass sie nicht sieht, wie ihr Schützling Steine auf vorbeifahrende Autos wirft und diese dabei schädigt.

In dem genannten Beispiel wird es besonders teuer, wenn ein vorbeikommender Autofahrer sich durch das Steinewerfen so erschreckt, dass er die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert, gegen eine Hauswand fährt und sich dabei verletzt. Der Geschädigte kann dann nicht nur die Reparaturkosten für sein Fahrzeug, sondern auch die durch seine Verletzungen entstehenden Arztkosten und den möglichen Verdienstausfall bei der Betreuungsperson einfordern.

Eine Police für alle Fälle

Die Beispiele zeigen das Haftungsrisiko von Personen beziehungsweise Tagesmütter oder -väter auf, die aus Gefälligkeit oder auch gegen Bezahlung ein Kind betreuen. Vor den finanziellen Folgen dieser doppelten Haftung, nämlich gegenüber den betreuten Kindern und gegenüber Dritten, können sich Privatpersonen, die Kinder von anderen Eltern betreuen und somit als Tagesmütter und -väter tätig sind, im Rahmen einer privaten Haftpflichtversicherung schützen.

Prinzipiell ist es für jeden, der eine Betreuung eines Kindes übernehmen möchte oder soll, ratsam sich bei seinem Versicherungsvermittler zu erkundigen, inwieweit er durch eine eventuell bereits bestehende Privathaftpflicht-Police abgesichert ist.

Je nach Vereinbarung und den zugrunde liegenden Vertragsbedingungen kann es nämlich sein, dass das Risiko automatisch in der Privathaftpflicht-Police mitversichert ist. Wenn nicht, lässt sich dieses Haftungsrisiko meist optional gegen einen Prämienzuschlag in den bestehenden Vertrag mitversichern oder auch als zusätzlichen Vertrag absichern.

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