Hundebiss mit schmerzhaften Folgen

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(verpd) Ein Hundehalter kann selbst dann zur Verantwortung gezogen werden, wenn er sein Tier vorübergehend in einer Tierpension unterbringt und der Hund dort einen Tieraufseher verletzt. Das geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor (Az. VI ZR 372/13).

Ein Mann hatte seinen Hund für die Dauer von zehn Tagen entgeltlich in einer Tierpension untergebracht. Als die Inhaberin der Pension den Hund am zweiten Tag des Aufenthalts nach einem Spaziergang ableinen wollte, biss er ihr unvermittelt ins Gesicht.

Wegen der dabei erlittenen Verletzungen machte sie gegenüber dem Hundehalter Schadenersatz- und Schmerzensgeld-Forderungen geltend. Sie klagte ihre Forderungen gerichtlich ein.

Wenn der Hundehalter nicht anwesend ist

Die Forderungen wurden jedoch von dem in erster Instanz mit dem Fall befassten Landgericht Oldenburg als unbegründet zurückgewiesen.

Nach Meinung der Richter ist in dem vorliegenden Fall nämlich die Tierhalterhaftung unter dem Gesichtspunkt einer freiwilligen Risikoübernahme durch die Klägerin, also der Inhaberin der Tierpension, ausgeschlossen. Denn die Klägerin habe die Herrschaft über das Tier und somit die unmittelbare Einwirkungsmöglichkeit für mehrere Tage gewerblich und vorwiegend im eigenen Interesse und auch in Kenntnis der damit verbundenen Gefahren übernommen.

Einem Hundehalter in so einem Fall das Haftungsrisiko aufzubürden, sei mit dem Schutzzweck des Paragrafen 833 Satz 1 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) nicht vereinbar. Der beklagte Hundebesitzer habe nämlich keinerlei Möglichkeit gehabt, auf seinen Hund einzuwirken. Die Inhaberin der Tierpension war mit dieser Entscheidung jedoch nicht einverstanden und legte dagegen Berufung ein. Der Fall ging bis zum Bundesgerichtshof (BGH).

Zurück an die Vorinstanz

Die Richter des BGH wiesen den Fall zur erneuten Verhandlung an die Vorinstanz zurück. Nach Ansicht des BGH greift die Haftung eines Tierhalters grundsätzlich auch dann ein, wenn ein Tieraufseher im Rahmen seiner Aufsichtsführung durch das betreute Tier verletzt wird.

„Denn auch ein Fachmann vermag nicht vollständig zu verhindern, dass sich typische, gleichwohl aber auch von ihm nicht zu beherrschende Tiergefahren realisieren, zumal er mit der gegebenenfalls gerade diesem Tier anhaftenden besonderen Gefahr oftmals weniger vertraut sein wird als der Tierhalter, der die Eigenarten seines Tieres kennt“, heißt es in der Urteilsbegründung.

Unabhängig davon mache der Umstand, dass ein Tieraufseher gewerblich tätig wird, ihn nicht weniger schutzwürdig als andere Personen, so das Gericht. Der beklagte Hundehalter ist der Inhaberin der Tierpension folglich grundsätzlich zur Zahlung von Schadenersatz und Schmerzensgeld verpflichtet. Das Oldenburger Oberlandesgericht hat daher abschließend nur noch die Frage eines möglichen Mitverschuldens der Klägerin zu klären.

Finanzielle Absicherung bei Schäden

Wie der Fall zeigt, ist es grundsätzlich für alle Hundehalter wichtig, eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung zu haben. Denn diese übernimmt berechtigte Forderungen, die gegen den Tierhalter gestellt werden.

Prinzipiell haften nämlich Frauchen und Herrchen gemäß Paragraf 833 Satz 1 BGB unabhängig vom eigenen Verschulden für Schäden, die der vierbeinige Liebling anrichtet, in unbegrenzter Höhe. Zudem wehrt eine solche Police aber auch unberechtigte oder zu hohe Forderungen ab.

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