Fast jeder dritte Hundehalter geht ein zu hohes Risiko ein

 - 

(verpd) Nach Angaben des Industrieverbands Heimtierbedarf e.V. leben hierzulande rund 7,9 Millionen Hunde in über 16 Prozent aller deutschen Haushalte. Hunde sind nach Katzen damit die beliebtesten Haustiere. Allerdings verzichten immer noch einige Hundebesitzer auf ihre eigene Absicherung, falls der Hund einen Schaden anrichtet. Dabei können solche Schäden zum finanziellen Ruin führen, da der Hundehalter finanziell dafür aufkommen muss – egal ob der Hund über die Straße läuft und dabei einen Unfall verursacht oder einen anderen beißt.

Gemäß Paragraf 833 Satz 1 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) muss ein Hundehalter für nahezu alle Schäden finanziell aufkommen, die sein Hund anrichtet. Es ist dabei unerheblich, ob den Hund oder den Hundehalter ein Verschulden trifft oder nicht. Der Tierhalter haftet für die entstandenen Sach- und/oder Personenschäden und auch für dadurch entstehende Vermögensschäden – und zwar in voller Höhe. Beschädigt ein Hund beispielsweise beim Besuch des Nachbarn dessen Ledercouch, handelt es sich um einen Sachschaden.

Stürzt zum Beispiel ein Radfahrer, weil ihm ein Hund vor das Rad gelaufen ist, und wird er dadurch wegen bleibender Gesundheitsschäden erwerbsunfähig, handelt es sich um einen Personenschaden einhergehend mit einem Vermögensschaden, der schnell eine Million Euro oder mehr betragen kann. Der Hundebesitzer müsste unter anderem für alle Einkommensausfälle des Geschädigten, für die notwendigen Arzt- und Behandlungskosten und für ein Schmerzensgeld aufkommen. Eine finanzielle Absicherung für den Hundehalter bietet jedoch eine Tierhalterhaftpflicht-Versicherung.

Wo die Hundehaftpflicht-Police vorgeschrieben ist

Eine solche abgeschlossene Police übernimmt für den Hundehalter nicht nur die Schäden, welche durch den Hund verursacht wurden, sondern sie wehrt auch unberechtigte oder überhöhte Forderungen Dritter ab. Jedes Jahr zahlen nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) die Versicherer für ihre Kunden, die eine entsprechende Police haben, rund 80 Millionen Euro an Schäden aus, die Hunde verursacht haben.

Einige Bundesländer schreiben mittlerweile per Hundegesetzen oder Hundeverordnungen eine Hundehalterhaftpflicht-Versicherung für Hundebesitzer vor. Dies ist zum einen als Schutz der Hundebesitzer gedacht und zum anderen auch, um sicherzustellen, dass die möglichen Opfer einen ausreichenden Schadenersatz erhalten.

In Hamburg, Thüringen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und seit 2016 auch in Schleswig-Holstein besteht eine generelle Verpflichtung für Hundebesitzer, eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung abzuschließen. In Nordrhein-Westfalen muss jeder Halter eines Hundes mit einem Gewicht ab 20 Kilogramm oder einer Widerristhöhe von mindestens 40 Zentimetern eine entsprechende Haftpflichtpolice haben.

Zahlreiche Hundehalter nehmen den finanziellen Ruin in Kauf

Mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern dürfen in allen anderen Bundesländern gefährliche Hunde oder sogenannte Kampfhunde wie American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier sowie Pitbull Terrier nur gehalten werden, wenn eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung vorliegt. Als gefährlich gelten Hunde unter anderem, wenn aufgrund rassenspezifischer Merkmale, Zucht, Ausbildung oder Haltung von einer besonderen Aggressivität gegenüber Menschen und Tieren ausgegangen werden muss oder ein Tier bereits einmal Personen oder Tiere angegriffen hat.

Nur in Mecklenburg-Vorpommern gibt es noch keine Vorschriften hinsichtlich einer Hundehalter-Haftpflichtversicherung, auch nicht für Kampfhunde. Rund 30 Prozent aller Hundebesitzer haben laut GDV derzeit noch keine Tierhalter-Haftpflichtversicherung. Sie müssen im Schadenfall mit ihrem gesamten jetzigen und künftigen Einkommen und Vermögen für die entstandenen Schäden aufkommen.

Das gilt in den meisten Fällen auch dann, wenn der Hundebesitzer beweisen kann, dass ihn selbst kein Verschulden an dem Schadenereignis trifft. Grundsätzlich ist daher für alle Hundehalter eine Tierhalterhaftpflicht-Police – unabhängig, ob sie im jeweiligen Bundesland vorgeschrieben ist oder nicht – unentbehrlich, um bei Schäden, die ein Hund anrichten kann – egal, wie brav dieser ist –, vor einem finanziellen Ruin geschützt zu sein.

Weitere News zum Thema

  • Sicherheitsnetz für Manager

    [] (verpd) Manager einer Firma, eines Verbandes oder eines Vereins tragen nicht nur eine hohe Verantwortung für ihr Unternehmen oder ihre Organisation, sondern sie haften zum Teil auch mit ihrem Privatvermögen, wenn sie eine falsche Entscheidung getroffen haben. Dabei gibt es zahlreiche Fallstricke, die zu Fehlern führen können. mehr

  • Welche Risiken beim Einsatz eines Mähroboters bestehen

    [] (verpd) Um sich das Rasenmähen zu erleichtern, setzen einige Gartenbesitzer bereits auf einen Robomäher. Meist unbeaufsichtigt mäht er das Gras. Doch das birgt auch Risiken: Verlässt er beispielsweise das Grundstück, kann er Schäden anrichten. Für Diebe wiederum ist so ein meist hochpreisiger Serviceroboter eine begehrte Beute. Es gibt jedoch Versicherungspolicen, die solche Gefahren finanziell absichern können. mehr

  • Sichere Lebensumgebung für Stubentiger

    [] (verpd) Nach Angaben des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. gab es 2016 fast 32 Millionen Hunde, Katzen, Ziervögel und andere Kleintiere in Deutschland – Zierfische und Tiere in Terrarien sind hier noch gar nicht eingerechnet. Katzen sind hierbei mit 13,4 Millionen das Heimtier Nummer eins. Es gibt jedoch nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch in der Wohnung oftmals zahlreiche Unfallrisiken, die den Samtpfoten zum Verhängnis werden können. mehr

  • Cyber-Sicherheit: Es hapert schon bei der Organisation

    [] (verpd) Dass Cyber-Schutz in den Chefetagen angekommen sei, kann eine Einrichtung der deutschen Versicherungswirtschaft nicht bestätigen. Die Auswertung von 2.000 Daten aus dem für Unternehmen kostenlosen Test Quick Check, der die Cyber-Risikosituation der jeweiligen Firma aufzeigt, kommt zum Ergebnis, dass es an eindeutigen und schriftlichen Regelungen für die IT-Sicherheit in den Unternehmen mangelt. Hacker und Angriffe von außen sind dabei nicht das einzige Problem. Auch Mitarbeiter können zum Sicherheitsrisiko für das Netzwerk werden. mehr

  • Trotz Volljährigkeit bei den Eltern versichert sein

    [] (verpd) Mit Erreichen der Volljährigkeit hat man nicht nur mehr Rechte, sondern trägt auch mehr Verantwortung. Wer beispielsweise fahrlässig bei einem anderen einen Schaden verursacht, muss selbst dafür geradestehen. Die Eltern haften dann nicht mehr für einen. Doch auch für sich selbst ist man verantwortlich, zum Beispiel für eine ausreichende finanzielle Vorsorge für den Krankheitsfall und für das Alter. In bestimmten Fällen kann ein notwendiger Existenzschutz für Volljährige sogar noch über bestehende Versicherungspolicen der Eltern abgedeckt sein. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.