Die Verkehrsregeln für Radfahrer

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(verpd) Zahlreiche Fahrradunfälle sind auf ein Fehlverhalten des Radlers selbst zurückzuführen. Dabei müssen sich auch die Radler an die Regeln der Straßenverkehrsordnung (StVO) halten.

Anderenfalls gefährdet der Radfahrer nicht nur sich selbst, sondern auch andere, und muss zudem mit einem empfindlichen Bußgeld bis hin zum Entzug eines eventuell vorhandenen Pkw-Führerscheins rechnen.

Letztes Jahr ereigneten sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) rund 85.200 Verkehrsunfälle mit Personenschäden, bei denen mindestens ein Verkehrsteilnehmer ein Fahrradfahrer war. In 42 Prozent dieser Unfälle war der Fahrradfahrer der Hauptverursacher des Unfalles.

Die richtige Straßenseite

So war die falsche Straßenbenutzung schuld für 11.700 Unfälle mit Personenschäden. Auch für Radfahrer gilt hierzulande das Rechtsfahrgebot, außer wenn entsprechende Schilder es erlauben, in der Gegenrichtung zu fahren. Wer sich nicht daran hält, muss mit bis zu 35 € Strafe rechnen. Zwar dürfen Radler auch nebeneinander fahren, doch wenn sie dadurch einen anderen behindern, kann dies mit bis zu 30 € Bußgeld bestraft werden.

Wer abbiegen möchte, muss dies rechtzeitig und deutlich per Handzeichen ankündigen. Radler müssen sich zudem an die vorgegebene Fahrtrichtung in Einbahnstraßen halten. Bei einem vorhandenen Radweg in die gewünschte Fahrtrichtung, der durch ein rundes blaues Schild mit einem weißen Fahrrad gekennzeichnet ist, darf nur dieser benutzt werden  – dies gilt auch für Rennradfahrer.

Man darf in diesem Fall nur auf die Straße ausweichen, wenn der Radweg zum Beispiel durch abgestellte Pkws, Mülltonnen oder eine Baustelle beziehungsweise wegen einer Fahrbahnverschmutzung durch Scherben oder hohe Schneewehen nicht befahrbar ist. Anderenfalls kann das ein Bußgeld von bis zu 35 € nach sich ziehen. Ist ein Radweg nicht durch das genannte, sondern durch ein anderes oder gar kein Verkehrsschild gekennzeichnet, kann zwischen Straße und Radweg gewählt werden.

Vorfahrt achten

Fast 5.100 Verkehrsunfälle mit Personenschäden ereigneten sich, weil Radfahrer die Vorfahrt missachteten. So müssen auch Radler die Vorfahrtsregel beachten und dürfen ein Vorfahrt-achten-Schild nicht einfach ignorieren. Für die Benutzung von Gehwegen und Fußgängerzonen muss ein Radler vom Fahrrad absteigen und es schieben.

Radfahrer dürfen zwar auf dem Zebrastreifen eine Straße überqueren ohne abzusteigen, allerdings haben sie dann nicht wie Fußgänger einen Vorrang. Das heißt, ein Radfahrer muss, wenn er nicht am Zebrastreifen absteigt, um diesen zu überqueren, andere Fahrzeuge wie Pkws zuerst durchfahren lassen.

Ausnahme: Kinder bis zum zehnten Lebensjahr dürfen auf Gehwegen radeln. Kinder bis zum achten Lebensjahr müssen sogar den Gehweg benutzen, wenn einer vorhanden ist. Kinder zwischen acht und zehn Jahren können zwischen Gehweg und Fahrbahn wählen. Allerdings muss laut Straßenverkehrsordnung ein Kind bis zum zehnten Lebensjahr an jeder Kreuzung und Einmündung absteigen und das Rad schieben, um die Straße zu überqueren.

Zu viel Alkohol

Bei knapp 3.900 Personenunfällen waren die Radler zu schnell unterwegs, denn auch Radfahrer müssen ihre Geschwindigkeit an die Verkehrssituation anpassen und dürfen zum Beispiel in Spielstraßen oder auf kombinierten Fußgänger- und Radwegen nur in Schrittgeschwindigkeit fahren. Die per Verkehrszeichen angeordneten Geschwindigkeits-Begrenzungen, wie eine Tempo-30-Zone, gelten auch für Radfahrer.

Des Weiteren wurden 3.500 Verkehrsunfälle mit Personenschäden von alkoholisierten Radfahrern verursacht. Rechtlich gesehen gilt ein Fahrradfahrer mit 1,6 Promille als absolut fahruntüchtig. Ihm können ein hohes Bußgeld, zwei Punkte im Fahreignungsregister, die Auferlegung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) zur Fahreignung sowie nach nicht bestandener MPU der Entzug der Kfz-Fahrerlaubnis drohen.

Verursacht ein Radler mit 0,3 Promille oder mehr einen Unfall oder zeigt er alkoholbedingte Fahrunsicherheiten, muss er bereits ab diesem Alkoholgehalt mit einer Strafanzeige rechnen und bei einem Unfall haften.

Pedelecs sind Fahrräder

Radfahrer müssen sich, wie andere Verkehrsteilnehmer auch, an Licht- und Verkehrszeichen halten. Die Missachtung einer roten Ampel kann mit bis zu 180 € Bußgeld und zwei Punkten im Fahreignungsregister bestraft werden. Wer als Radfahrer ohne Freisprecheinrichtung mit dem Handy telefoniert, kann bestraft werden – und zwar mit einem Bußgeld von 25 €. Radler, die Kopfhörer tragen, welche ihr Gehör beeinträchtigen, müssen mit 10 € Strafe rechnen.

Übrigens: Pedelecs, also Fahrräder mit Elektromotoren, die eine maximale Motorleistung von 250 Watt haben und den Fahrer beim Treten maximal bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h unterstützen oder eine Schiebe- und Anfahrhilfe ohne Treten bis 6 km/h bieten, gelten rechtlich als Fahrräder. Sie dürfen somit alle Radwege benutzen und müssen sich an die gleichen Verkehrsregeln wie Radfahrer halten.

Mehr Informationen zu den Verkehrsregeln für Fahrradfahrer bietet der kostenlos herunterladbare Flyer Verkehrsrecht für Radfahrer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. (ADFC). Der ebenfalls kostenlose Ratgeber „Sicher Rad fahren mit und ohne Elektroantrieb“ enthält neben wichtigen Verkehrsregeln auch Tipps zum sicheren Verhalten und Zusatzinformationen zum Thema Elektrofahrrad. Die Broschüre kann auf dem Webportal des Herausgebers, dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR), bestellt oder auch heruntergeladen werden.

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