Was der Garantiezins einer Lebensversicherung bedeutet

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(verpd) Der Höchstrechnungszins, umgangssprachlich als Garantiezins bezeichnet, ist der Zinssatz, den laut Gesetz Versicherer ihren Kunden für eine Lebens- beziehungsweise Rentenversicherung maximal auf den Sparanteil im Beitrag zusagen dürfen.

Der Sparanteil einer entsprechenden Police wird also mindestens mit dem Garantiesatz verzinst, der bei Vertragsabschluss galt. Allerdings ist die Leistung, die der Kunde nach Vertragsablauf erhält, durch eine zusätzlich laufende Überschussbeteiligung und einen möglichen Schlussüberschuss in der Regel um einiges höher als der Garantiezins.

Jedes Versicherungs-Unternehmen muss entsprechend den gesetzlichen Vorgaben das vorhandene Ansparkapital einer Lebens- oder Rentenversicherungs-Police mindestens mit dem am Vertragsabschluss geltenden Garantiezins jährlich verzinsen. Und zwar unabhängig von der jeweiligen Kapitalmarktsituation. Die zum Vertragsbeginn vereinbarte garantierte Versicherungssumme ist daher sicher und steht am Ende der Ansparphase auf jeden Fall zur Verfügung.

Die Garantiezinshöhe wird vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) jährlich entsprechend der jeweiligen Finanzmarktentwicklung für alle Lebensversicherungen verbindlich festgelegt. Wird ein Garantiezins gesenkt, betrifft das ausschließlich Lebensversicherungs-Verträge, die nach dem Inkrafttreten des neuen Höchstrechnungszines abgeschlossen werden. Für Lebensversicherungs-Policen, die vorher abgeschlossen wurden, bleibt der bei Vertragsbeginn zugesicherte Garantiesatz weiterhin bis zum Vertragsablauf bestehen.

Garantiezins und Überschüsse

Wer beispielsweise zwischen 2012 und 2014 eine Lebensversicherungs-Police abgeschlossen hat, für den gilt weiterhin der damalig geltende Garantiezins von 1,75 Prozent. Für Kunden, die ab dem 1.1.2015 einen Vertrag vereinbart haben oder noch abschließen werden, gilt bis zur Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit ein Höchstrechnungszins von 1,25 Prozent.

Doch die Rendite eines Vertrages hängt nicht alleine vom Garantiezins ab. Die Gesamtverzinsung einer Lebens- oder Rentenversicherung setzt sich zum einen aus der vereinbarten, garantierten Versicherungssumme und den vom Versicherer erwirtschafteten Überschüssen zusammen.

Wie hoch die Überschüsse während einer Vertragsdauer sein werden, weiß man im Voraus nicht. „Die Anlage der Kundengelder erfolgt am Kapitalmarkt über einen langen Zeitraum, bei dem im Vorhinein nicht gesagt werden kann, wie er sich tatsächlich entwickeln wird“, betont der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV). Das ist auch der Grund, warum die am Ende der Vertragslaufzeit endgültig zur Verfügung stehende Kapitalsumme beim Vertragsabschluss vom Versicherer nur ungefähr angegeben werden kann.

Rund vier Prozent marktdurchschnittliche Verzinsung

Aus den erwirtschafteten Überschüssen werden unter anderem den Policen laufende Überschussbeteiligungen gutgeschrieben. Zudem legen Versicherer aus den erwirtschafteten Überschussanteilen oftmals auch einen Sicherheitspuffer zurück, was den Kundenverträgen zu einem späteren Zeitpunkt wiederum in Form eines Schlussüberschusses zugutekommen kann.

Aktuell liegt der Garantiezins bei 1,25 Prozent, die marktdurchschnittliche Verzinsung der Lebensversicherungs-Verträge unter Berücksichtigung der Überschüsse beträgt laut GDV im Durchschnitt allerdings rund vier Prozent.

Jeder Lebens- und Rentenversicherer ist nämlich gesetzlich verpflichtet, die Beiträge seiner Kunden vorsichtig zu kalkulieren. Daher erzielt ein Versicherer durch die Kapitalanlage in der Regel höhere Erträge, als dies für die garantierte Verzinsung der Sparanteile seiner Kunden notwendig wäre.

Vermögens- und Hinterbliebenen-Absicherung in einem

Die Leistungen einer Lebens- oder Rentenversicherung beschränken sich im Übrigen nicht nur auf das Ansparen von Kapital beziehungsweise auf die Rendite. Mit einer entsprechenden Police können beispielsweise auch Angehörige für den Fall, dass die versicherte Person während der Vertragslaufzeit stirbt, finanziell abgesichert werden.

Auch die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit der versicherten Person lassen sich mit einer optionalen Vereinbarung in der Lebens- oder Rentenversicherung abdecken.

Bei einer Rentenversicherung mit einer vereinbarten lebenslangen Rente wird die Rente bis zum Tod der versicherten Person ausgezahlt, auch wenn das bis zum Beginn der Rentenzahlung angesparte Kapital im Laufe der Rentenzahlungsdauer aufgebraucht ist.

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