So kostet ein Streit mit dem Versicherer nichts

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(verpd) Ist ein Versicherungskunde mit einer Schadenregulierung oder Vertragsentscheidung seines Versicherers unzufrieden, kann er sich kostenlos an einen brancheninternen und neutralen Streitschlichter wenden, statt sich dem Kostenrisiko eines Gerichtsverfahrens auszusetzen.

Verbrauchern stehen bei Streitigkeiten mit Versicherern je Versicherungsart passende Schlichtungsstellen, die sogenannten Versicherungs-Ombudsleute, kostenlos zur Verfügung. Die Ombudsleute helfen dem Versicherungskunden beispielsweise unentgeltlich weiter, wenn der Versicherer im Schadenfall nicht wie erwartet reguliert oder eine Kündigung nicht akzeptiert.

Für die Kunden der privaten Krankenversicherer ist der Ombudsmann Private Kranken- und Pflegeversicherung zuständig, für alle anderen privaten Versicherungs-Policen der Versicherungs-Ombudsmann e.V. Nicht zuständig sind die Ombudsleute jedoch für Anspruchsteller, also beispielsweise für Opfer von Verkehrsunfällen, die mit der Entschädigung des gegnerischen Haftpflichtversicherers nicht zufrieden sind. Auch Streitfälle im Sozialversicherungs-Bereich, wie Probleme mit der gesetzlichen Krankenversicherung, werden hier nicht behandelt.

Nur für Versicherer bindende Entscheidungen

Bei Streitigkeiten bis 100.000 € Streitwert bezüglich einer privaten Versicherungspolice wie einer Hausrat-, Unfall oder Lebensversicherung legt der Versicherungs-Ombudsmann einen Einigungsvorschlag vor, der von den Streitparteien angenommen oder abgelehnt werden kann. Auch bei Konflikten im privaten Krankenversicherungs-Bereich kann der Ombudsmann der Krankenversicherer Empfehlungen aussprechen.

War die Entscheidung eines Versicherers im Rahmen einer Vertrags- oder Schadensangelegenheit falsch und ist dem Kunden dadurch ein Nachteil bis 10.000 € entstanden, kann der Ombudsmann gegen den Versicherer eine verbindliche Entscheidung treffen, an die er sich halten muss. Der Kunde dagegen kann den Schlichterspruch annehmen, muss es aber nicht. Ist er mit dem Schlichterspruch nicht einverstanden, kann er immer noch einen Anwalt einschalten und vor Gericht gehen.

Ohne Nachteile für Verbraucher

Grundsätzlich ist es wichtig, dass ein Versicherungskunde sich zuerst an den von der Versicherungswirtschaft eingerichteten Ombudsmann wendet, bevor er die Versicherungsaufsicht oder das Gericht einschaltet. Denn nur dann darf der Ombudsmann tätig werden. Ist ein Versicherungsnehmer mit dem Streitfall nämlich bereits vor Gericht gegangen, ist der kostenlose Schlichtungsweg über Versicherungs-Ombudsleute im Nachhinein nicht mehr möglich.

Prinzipiell bringt es für den Versicherungskunden diverse Vorteile, sich bei Streitigkeiten zuerst an den Ombudsmann zu wenden. Zum einen ist die Schlichtung für den Versicherten kostenlos, zum anderen sind Entscheidungen des Schlichters in vielen Fällen für den Versicherer verbindlich. Damit ist dem Versicherungs-Unternehmen ein möglicherweise für den Kunden teurer und zeitraubender Weg durch die Gerichtsinstanzen verwehrt. Ist hingegen der Schlichterspruch nicht im Sinne des Versicherungskunden, kann dieser sich immer noch für eine Klage entscheiden.

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