Riskante Betriebsferien für das Unternehmen

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(verpd) Es gibt Zeiten, in denen aufgrund von Betriebsferien oder saisonalen Stilllegungen keine oder nur wenige Mitarbeiter im Betrieb anzutreffen sind. Während sich in dieser Zeit zwar das Risiko, dass Mitarbeiter oder laufende Maschinen Schäden anrichten, verringert, bleiben einige Gefahren bestehen oder erhöhen sich sogar. Doch auch diese Risiken lassen sich absichern.

Wer arbeitet, macht Fehler – dies gilt für Menschen und Maschinen. Dieses Schadensrisiko reduziert sich, wenn ein Betrieb aus irgendeinem Grund ganz oder teilweise stillsteht, beispielsweise weil Betriebsferien sind. Andere Gefahren für das Inventar und die Immobilie unter anderem durch wetterbedingte Schäden infolge Sturm, Hagel, Blitzschlag oder Starkregen bleiben jedoch weiterhin bestehen.

Manche Schadensrisiken erhöhen sich im Vergleich zum laufenden Betrieb sogar, wie beispielsweise die Gefahr eines Brandes, einer Brandstiftung, eines Einbruch-Diebstahls oder einer mutwilligen Beschädigung durch Fremde. Denn in einem fast leeren Firmengebäude kann sich ein Brand unbemerkt ausbreiten. Auch Kriminelle haben in fast menschenleeren Firmen mehr Zeit, unerkannt auf ein Betriebsgelände zu kommen oder in ein Firmengebäude einzudringen.

Nützliche Maßnahmen und technische Hilfen

Um die Risiken eines leer stehenden Betriebes zu minimieren, können Unternehmer jedoch die Zeit der Betriebsferien oder des geplanten Stillstandes für eine gründliche Wartung und Überprüfung der Produktionsanlagen und Sicherheits-Einrichtungen nutzen. Denn damit sind zumindest einige – eventuell auch externe – Mitarbeiter vor Ort.

Technische Sicherheits-Anlagen wie Feuermelder, Überwachungs-Alarmanlagen oder Wassermelder, aber auch ein Sicherheitsdienst (Objektschutz) können zusätzlich für einen höheren Schutz sorgen.

Prinzipiell ist es vor einer kompletten oder teilweisen Betriebsstilllegung nach Angaben von Experten immer ratsam, bestimmte Sicherheitsmaßnahmen durchzuführen. Beispielsweise sollte die Funktionsbereitschaft der vorhandenen Sicherheits-Einrichtungen und -Anlagen überprüft und sichergestellt werden.

Wichtige Reinigungs- und Reparaturarbeiten

Nach Angaben der VdS Schadenverhütung GmbH, einem Tochterunternehmen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., gibt es weitere Maßnahmen, die die Sicherheit einer Firma während eines Betriebsstillstandes erhöht. So sollten stillgelegte Maschinen und sämtliche Zubehörteile gründlich gereinigt, konserviert und nötigenfalls mit Schutzhüllen versehen werden. Auch alle Räume sollten gereinigt und Abfälle umgehend aus den Firmenräumen entfernt werden. Damit wird die Brandgefahr durch das Minimieren möglicher Brandlasten reduziert.

Beschädigte Schlösser, Türen oder Fenster sollten immer umgehend repariert werden, um es Dieben nicht zu leicht zu machen. Die Experten der VDS Schadenverhütung raten zudem dazu, stillgelegte Betriebsstätten regelmäßig bewachen und inspizieren zu lassen, um mögliche Gefährdungen rechtzeitig zu erkennen und beseitigen.

Weitere Hintergrund-Informationen und Schutzmaßnahmen, wie sich Betriebe gegen Einbruch, Brand, Blitzschlag und Überspannungsschäden sowie gegen sonstige Naturgefahren wie Überschwemmung auch bei Betriebsstilllegungen schützen können, gibt es online beim VDS. Hilfreich ist unter anderem das herunterladbare Standardwerk der Versicherer zum Brandschutz in Gewerbe- und Industriebetrieben (VdS 2000), das im Anhang bereits zahlreiche Muster-Checklisten für die Praxis als Orientierungshilfe enthält.

Damit der Versicherungsschutz auch in den Betriebsferien gilt

Viele Unternehmer haben ihren Betrieb entsprechend versichert, damit ein Schadenfall nicht zum finanziellen Desaster wird. Damit dieser Versicherungsschutz nicht während der Betriebsferien oder der saisonalen Betriebsunterbrechung gefährdet ist, ist es wichtig, dass alle Versicherer, bei denen eine betriebliche Versicherungspolice besteht, über die geplante Betriebsstilllegung rechtzeitig informiert werden.

Informiert werden sollten beispielsweise alle Versicherer, bei denen eine Gebäudeversicherung für die Betriebsimmobilie, eine Inhalts- oder Geschäftsversicherung, eine Betriebshaftplicht-, Elektronik- und/oder Maschinenversicherung oder auch eine Feuer-Betriebsunterbrechungs-Police besteht.

Nur aufgrund einer entsprechenden Meldung ist es den Versicherern möglich, die bestehende Gefährdungseinschätzung zu überprüfen und gegebenenfalls den Versicherungsschutz an die geänderten Risiken anzupassen, damit im Schadensfall die Absicherung auch passt.

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