Zahl der Verkehrsopfer 2011 deutlich gestiegen

 - 

Die Zahl der Verkehrstoten hat im vergangenen Jahr um fast zehn Prozent zugenommen, wobei aber die polizeilich aufgenommenen Unfälle um knapp drei Prozent abnahmen.

Auf deutschen Straßen sind im vergangenen Jahr 3.991 Menschen ums Leben gekommen. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 343 Getötete oder 9,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Allerdings ist der 2011er-Wert immer noch der zweitniedrigste seit 1931.

Weniger Verkehrsunfälle, mehr Verletzte

Insgesamt ging das Unfallgeschehen um 2,8 Prozent auf rund 2,3 Millionen polizeilich aufgenommene Verkehrsunfälle zurück.

Auch die Zahl der Personen, die schwer oder leicht verletzt wurden, habe sich 2011 gegenüber dem Vorjahr um 5,5 Prozent auf etwa 391.500 erhöht, teilte Destatis weiter mit.

Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden stieg ähnlich stark um sechs Prozent auf rund 305.700. Der Rückgang der erfassten Unfälle insgesamt ist damit ausschließlich auf Unfälle mit Sachschaden zurückzuführen, die um vier Prozent auf rund zwei Millionen zurückgingen.

Schönes Wetter führte zu mehr Verkehr und auch zu mehr Unfällen

Destatis wies im Zusammenhang mit der steigenden Zahl der Unfallopfer auf die unterschiedlichen Wetterbedingungen hin.

Milde Witterungsbedingungen im Frühling und im Herbst hätten im vergangenen Jahr zu einem größeren Verkehrsaufkommen geführt und damit auch zu mehr Verkehrsunfällen. „Bei günstigen Witterungsbedingungen wird mehr und häufig schneller gefahren“, erklärten die Experten von Destatis.

Hinzu kam eine vergleichsweise sehr milde Witterung im Dezember 2011, während es im Jahr zuvor einen heftigen Wintereinbruch gegeben hatte. Dies spiegelt sich auch in den Zahlen der Unfallopfer wider: Im Dezember 2011 wurden 364 Menschen getötet. Das waren mehr als doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres mit 181 Toten.

Fußgänger und Radfahrer müssen besser geschützt werden

Nach Einschätzung der Unfallforschung der Versicherer (UDV) im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. ist die Zunahme der Verkehrstoten kein Zufall. „Wir brauchen mutigere Schritte und eine bessere Koordination von Bund, Ländern und Kommunen, wenn die Zahlen nicht dauerhaft auf diesem Niveau verharren sollen“, erklärte UDV-Leiter Siegfried Brockmann.

In der Vergangenheit hätten aktive und passive Sicherheit von Autos vor allem Verbesserungen für deren Insassen selbst gebracht. „Gerade vor dem ökologischen Hintergrund muss nun das Jahrzehnt des Schutzes von Radfahrern und Fußgängern folgen.“

Nach Ansicht der UDV sollte die Entwicklung von Notbremssystemen bei Autos schneller vorangetrieben werden, um Kollisionen mit Fußgängern und Radfahrern zu vermeiden. Zudem sollten wegen der Zunahme des Fahrradverkehrs mehr Radwege gebaut werden. Schließlich sollten die innerörtlichen Tempo-30-Zonen ausgeweitet und auch entsprechend überwacht werden.

Persönlicher Unfallschutz

Doch nicht nur die Politik und die Fahrzeughersteller sollten sich Gedanken zum Thema Unfallschutz machen. Auch der Einzelne sollte zumindest gegen mögliche finanziellen Folgen eines Unfalles abgesichert sein und entsprechend vorsorgen. So kommt beispielsweise eine Privathaftpflicht-Police dafür auf, wenn man als Radfahrer fahrlässig einen Unfall verursacht hat und einen anderen schädigt. Anderenfalls haftet man persönlich mit seinem gesamten Vermögen für den Schaden.

Schäden, die am eigenen Auto beispielsweise durch einen selbst verschuldeten Unfall entstanden sind, können über eine Vollkasko-Versicherung abgedeckt werden. Eine private Unfallversicherung bietet einen weltweiten Versicherungsschutz rund um die Uhr. Hier kann neben einer Kapital- und/oder Rentenzahlung im Invaliditätsfall auch ein Krankenhaustagegeld, die Übernahme von Bergungskosten und eine Todesfallsumme vereinbart werden.

Eine Berufsunfähigkeits-Police sichert das eigene Einkommen ab, wenn man unter anderem wegen eines Unfalls nicht mehr seiner bisherigen Berufstätigkeit nachgehen kann. Darüber gibt es noch weitere sinnvolle Absicherungslösungen, um sich und seine Angehörigen vor den finanziellen Folgen eines Unfalls zu schützen.

Weitere News zum Thema

  • In diesen Städten ist das Motorraddiebstahlrisiko am größten

    [] (verpd) Jeden Tag werden in Deutschland fast 64 Motorräder, Mopeds und sonstige Krafträder geklaut. Besonders hoch ist das Risiko für Kraftradbesitzer in den Großstädten. Doch auch zwischen den Städten geht die Schere hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit, von einem Kraftraddiebstahl betroffen zu werden, weit auseinander, wie ein Blick in die aktuelle polizeiliche Kriminalstatistik belegt. mehr

  • Wenn das Auto geklaut oder beschädigt wird

    [] (verpd) Der Preis für einen neuen Pkw liegt meist bei rund ein bis drei Jahresgehältern eines Durchschnittsverdieners. Und auch ein guter Gebrauchter kostet in der Regel mehrere Tausend Euro. Für viele Autobesitzer wäre es daher ein finanzielles Problem, wenn sie nach einem Kfz-Diebstahl oder einem selbst verschuldeten Unfall selbst für den dadurch entstandenen Schaden aufkommen müssten. mehr

  • Worauf beim Vollkaskoschutz für die Reise zu achten ist

    [] (verpd) Viele Autofahrer wollen insbesondere vor einer Fahrt ins Ausland ihr Fahrzeug für die Dauer der Reise durch eine Vollkaskoversicherung geschützt wissen. Dabei kann sich jedoch ein Preisvergleich zwischen einem zeitlich nur begrenzten oder einem dauerhaften Rundumschutz durchaus lohnen. mehr

  • Kfz-Schaden in der Selbstbedienungs-Waschanlage

    [] (verpd) Der Betreiber einer Selbstbedienungs-Autowaschanlage muss grundsätzlich mit einer falschen Positionierung von Fahrzeugen rechnen und dem durch entsprechende Vorkehrungen Rechnung tragen. Das hat das Landgericht Nürnberg-Fürth in einem kürzlich getroffenen Urteil entschieden (Az. 2 O 8988/16). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.