Wo die Kfz-Prämie teurer oder günstiger wird

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(verpd) Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat wie jedes Jahr eine neue Regionalstatistik veröffentlicht, die die Kfz-Schadenverläufe der regionalen Zulassungsbezirke wiedergibt. Daraus lässt sich erkennen, in welche Bezirken die Autofahrer mit einer regionsabhängigen Preisänderung ihrer bisherigen Kfz-Prämie rechnen müssen. Insgesamt gibt es für den Großteil der Bezirke keine Veränderungen. In der Kfz-Haftpflicht konstatiert der Versichererverband weiterhin ein deutliches Ost-Süd-Gefälle.

Jedes Jahr überprüft ein unabhängiger Treuhänder die Kfz-Schadenverläufe – diese werden unter anderem vom Fahrverhalten der Autofahrer, von der Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge und den örtlichen Straßenverhältnissen beeinflusst – in den regionalen Zulassungsbezirken. Für die Kasko-Versicherung werden darüber hinaus örtliche Besonderheiten wie etwa Diebstahlhäufigkeit, Sturm- und Hagelschäden oder Anzahl der Wildunfälle berücksichtigt.

Auf Grundlage der regionalen Änderungen in den Schadenverläufen erfolgt die jährliche Neueinstufung der Zulassungsbezirke in die Regionalklassen (RK), die für die Kfz-Versicherer unverbindlich ist. Prinzipiell gibt es zwölf Regionalklassen für die Kfz-Haftpflicht, neun für die Teilkasko- und 16 für die Vollkaskoversicherung, denen die Zulassungsbezirke je nach Schadenverlauf zugeordnet werden. Je niedriger die Regionalkasse, in der ein Zulassungsbezirk eingestuft wurde, desto günstiger ist die Kfz-Prämie.

Nur wenige Änderungen

Die Kfz-Prämie berechnet sich für bestehende Verträge zur nächsten Hauptfälligkeit – in der Regel ist dies der 1.1.2014 – nach den neu eingeteilten Regionalklassen. Für Neuverträge gelten die Neueinstufungen der Zulassungsbezirke in die Regionalklassen, nachdem die Änderungen veröffentlicht wurden.

In diesem Jahr hat es wie in den Vorjahren nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) nur wenige Umstufungen gegeben, wie aus der vor Kurzem veröffentlichten Regionalstatistik 2014 des GDV hervorgeht.

Vieles bleibt in der Kfz-Haftpflichtversicherung wie es war

In der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung bleibt nach Angaben des GDV die Regionalklassen-Einstufung in über 65 Prozent (Vorjahr: 70 Prozent) der Landkreise unverändert. Ein knappes Drittel wurde um eine Stufe nach unten oder nach oben geändert. Nur bei jedem 100. Landkreis gab es eine Umstufung um zwei oder drei Klassen.

Zu den Verlierern mit einer Verschlechterung um zwei Klassen gehören die beiden rheinland-pfälzischen Kreise Bad Kreuznach und Landau/Pfalz, die künftig in Regionalklasse RK 7 statt RK 5 beziehungsweise RK 5 statt RK 3 eingestuft sind. Um gleich drei Klassen verbessert haben sich die beiden Landkreise Cochem/Zell (RK 2 statt RK 5) und Birkenfeld/Nahe (RK 5 statt RK 8), so der GDV.

Wiesbaden bleibt teuerste Landeshauptstadt

Darüber hinaus weist der Versichererverband eine Rangliste der 16 Landeshauptstädte hinsichtlich der Regionalklassen-Einstufung in der Kfz-Haftpflichtversicherung aus. Auf dem Spitzenplatz liegt wie im Vorjahr als einzige Landeshauptstadt in RK 1 Schwerin. Dahinter folgen Kiel, Erfurt und die Hansestadt Bremen, mit jeweils RK 3. Erfurt hat sich dabei im Vergleich zum Vorjahr um eine Klasse verbessert.

Die Städte mit den schlechtesten Schadenverläufen sind wie im Vorjahr die vier Landeshauptstädte München, Hamburg, Berlin und Wiesbaden. Sie bleiben alle in RK 12 eingestuft.

Deutliches Ost-Süd-Gefälle bei Haftpflicht-Regionalklassen

Bei den Haftpflicht-Regionalklassen zeigt sich ein weiteres Mal ein deutliches Ost-Süd-Gefälle. So liegen von den zehn günstigsten Regionen acht (Vorjahr: neun) in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern. In die beste Regionalklasse (RK 1) eingestuft sind: die brandenburgischen Kreise Uckermark, Oberspreewald-Lausitz, Ostprignitz-Ruppin, Elbe-Elster und Prignitz, die niedersächsischen Kreise Lüchow-Danneberg und Emden sowie die drei Zulassungskreise aus Mecklenburg-Vorpommern Neubrandenburg, Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim.

Sechs der zehn teuersten Regionen liegen hingegen in Bayern. Die teuerste Regionalklasse RK 12 haben die bayerischen Zulassungskreise Augsburg, Kaufbeuren, Kempten, München und Nürnberg. Ebenfalls in RK 12 eingestuft sind Wiesbaden und Offenbach, beide in Hessen, Berlin, Hansestadt Hamburg und das saarländische Völklingen.

Weniger Umstufungen in den Regionalklassen der Kasko-Versicherungen

Bei der Regionalklassen-Einstufung für die Vollkasko- und Teilkaskoversicherung gab es wie auch schon in der jüngeren Vergangenheit mit unter 20 Prozent deutlich weniger Umstufungen als bei der Regionalklassen-Einstufung der Kfz-Haftpflichtversicherung.

Nach GDV-Angaben wurden bei den Vollkasko-Regionalklassen rund jeder 14. Zulassungsbezirk um eine Klasse schlechter und circa jeder neunte Bezirk um eine Klasse besser eingestuft. In den Regionalklassen für die Teilkasko-Versicherung ging es für circa jeden 20. Zulassungskreis um eine Klasse nach oben, während rund jeder zehnte Zulassungsbezirk eine Klasse besser eingestuft wurde.

Die günstigsten Kasko-Regionen

Die Regionen mit den besten Schadenverläufen im Bereich der Vollkasko-Versicherung liegen dabei alle in Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen. Die günstigsten Regionen sind Schaumburg, Ammerland, Wesermarsch in Barke und Oldenburg in Oldenburg, die allesamt in RK 1 eingestuft sind. Neun der zehn teuersten Kreise liegen in Bayern, angeführt von Ostallgäu, Garmisch-Partenkirchen. Auch Berlin, Rottal/Inn, Miesbach, Passau/Land und Freyung-Grafenau finden sich in der höchsten Regionalklasse RK 9 wieder.

Ein etwas anderes Bild zeigt sich bei den Teilkasko-Regionalklassen. Hier sind die drei nordrhein-westfälischen Regionen Münster/Westfalen, Herford und Bielefeld sowie Erlangen (Bayern), Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) und Würzburg (Bayern) allesamt in RK 1 eingruppiert. Die teuersten Regionen (RK 14) sind mit Ostallgäu und Rottal/Inn jedoch ebenfalls wieder in Bayern anzutreffen. Die einzelnen Regionalklassen können auf den GDV-Internetseiten abgefragt werden.

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