Wichtige Versicherungs-Bescheinigung für Auslandsfahrten

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(verpd) Die sogenannte Grüne Karte ist der international anerkannte Nachweis, dass ein Auto ordnungsgemäß haftpflichtversichert ist. Mittlerweile muss man die Grüne Karte in vielen Ländern nicht mehr zwingend dabeihaben, dennoch sollte man sie auf Reisen mitführen. Zum einen wird nämlich im Ausland bei Kontrollen oder im Falle eines Unfalles immer noch verlangt sie vorzuzeigen, zum anderen gibt es auch Staaten, die das Mitführen dieser Versicherungs-Bestätigung weiterhin vorschreiben.

Die Grüne Karte ist die international anerkannte Bescheinigung, dass ein Auto im Rahmen der Haftpflichtversicherung einen ordnungsgemäßen Versicherungsschutz nach den geltenden Bestimmungen des jeweiligen Landes, in welches man einreist, hat. Sie wird von den meisten Kfz-Versicherern automatisch mit der Kfz-Police an den Kunden geschickt. Ist dies nicht der Fall oder ist die Grüne Karte verloren gegangen, kann sie der Versicherungsnehmer aber auch separat beim Versicherer anfordern.

Grundsätzlich ist es ratsam, dass alle Autoreisenden die Grüne Versicherungskarte dabeihaben. Obwohl nämlich innerhalb der Europäischen Union das Kfz-Kennzeichen als Beweis gilt, dass eine gültige Versicherung besteht, fordern Polizisten bei Verkehrskontrollen oder bei einem Verkehrsunfall im Ausland immer noch häufig betroffene Autofahrer auf, die Grüne Versicherungskarte vorzuzeigen. Wer sie dabeihat, erspart sich somit viel Ärger. Zudem kann damit unter Umständen die Schadenabwicklung nach einem Unfall beschleunigt werden.

Erleichtert die Schadenabwicklung

In jedem Land, das das Grüne-Karte-System unterstützt, wurde von den Kfz-Versicherern eine zentrale Organisation, das sogenannte Bureau, wie beispielsweise das Deutsche Büro Grüne Karte e.V. eingerichtet. Diese Organisation ist von der Regierung des jeweiligen Landes anerkannt und für die Durchführung der Aufgaben des Systems der Grünen Karte (GK-System) zuständig. Derzeit ist das GK-System ein auf Europa und die Mittelmeeranrainer-Staaten begrenztes System, dem 46 Länder einschließlich vier außereuropäische Länder angehören.

Das Grüne-Karte-Bureau gibt die internationalen Versicherungs-Bescheinigungen in der Farbe Grün – daher die Bezeichnung Grüne Karte – an die Autohaftpflicht-Versicherer aus, die sie dann ihren Kunden weiterreichen. Außerdem ist das Bureau verpflichtet, jeden Schadenfall zu regulieren, der durch ein mit einer Grünen Karte ausgestattetes ausländisches Kraftfahrzeug im Zuständigkeitsbereich verursacht wurde.

Das Grüne-Karte-System unterstützt bei der Abwicklung eines Unfallschadens zum einen im Inland, wenn es zu einem Unfall mit einem im Ausland zugelassenen Fahrzeug, gekommen ist. Es hilft aber auch bei der Unfallregulierung im Ausland, also wenn ein in Deutschland zugelassenes Kfz an einem Unfall im Ausland beteiligt ist. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben des Landes, in dem sich der Unfall ereignet hat, erfolgt die Regulierung. So wird sichergestellt, dass Verkehrsopfer stets nach den gewohnten nationalen Standards entschädigt werden.

Wo das Mitführen der Grünen Karte vorgeschrieben ist

In folgenden Ländern ist das Mitführen der Grünen Versicherungskarte gesetzlich vorgeschrieben, wenn man mit dem Pkw dort einreist: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Montenegro, Moldawien, Ukraine und Weißrussland.

Ebenfalls ist die Grüne Karte in Russland, Israel, Iran, Marokko, Tunesien und in der Türkei notwendig. Man muss jedoch bei diesen Ländern besonders darauf achten, dass Fahrten hierher auch vom Versicherer abgedeckt sind. Denn dies ist nicht standardmäßig der Fall. Es kann nämlich beim Abschluss einer Kfz-Versicherung frei vereinbart werden, ob für diese Länder eine entsprechende Deckung gegeben wird, also eine sogenannte „große Grüne Karte“ besteht, oder nicht.

Besteht beispielsweise kein Versicherungsschutz im Rahmen der Kfz-Haftpflichtversicherung für Russland, ist das Kürzel RUS für Russland auf der Grünen Karte durchgestrichen. Türkei-Urlauber müssen außerdem darauf achten, dass der Versicherungsschutz im gesamten Land, also im europäischen und im asiatischen Teil gültig ist.

Was zu beachten ist, wenn die Grüne Karte nicht gilt

In welchem Land die Grüne Karte gilt und welches Länderkürzel auf der Karte stehen muss, damit der Versicherungsschutz für das jeweilige Land gilt, kann auf der Internetseite des Grüne-Karte-Systems als PDF-Datei abgerufen werden. Sie gilt beispielsweise nicht in Georgien, Aserbaidschan oder Armenien. In manchen Ländern gibt es zudem Sondervorschriften. So ist die Grüne Versicherungskarte im Kosovo nicht gültig.

In Ländern, wo die grüne Karte nicht gilt, muss an der Grenze eine Grenzversicherung, also eine Kfz-Haftpflichtversicherung, die im jeweiligen Land gilt, abgeschlossen werden. Auch wer die Grüne Karte in Ländern, die eine Mitnahme vorschreiben, vergisst, oder wenn das Länderkürzel nicht richtig angeführt ist, muss bei der Einreise eine Grenzversicherung beim Zollamt, also meist an der Grenze, abschließen. Die Versicherungsprämie dafür ist in der Regel jedoch sehr hoch und die Versicherungssummen um einiges niedriger als bei der eigenen Kfz-Police.

Nähre Einzelheiten, was in den einzelnen Urlaubsländern sonst noch zu beachten ist, findet man auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes.

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