Warum man beim Autokauf auf die Typklasse achten sollte

 - 

(verpd) Statistisch gesehen gibt es deutliche Unterschiede bei der Häufigkeit und der Höhe der Unfallschäden zwischen den einzelnen Automodellen. Danach orientieren sich auch die Kfz-Versicherer bei der Berechnung der Kfz-Versicherungsprämie. Jedes Automodell ist entsprechend diesen Erfahrungen in sogenannte Typklassen eingestuft. Je höher die Typklasse eines Pkws, desto teurer ist tendenziell die Versicherungsprämie für dieses Auto im Vergleich zu anderen.

In Deutschland gibt es nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) rund 26.000 verschiedene Automodelle. Jedes Automodell ist vom GDV in Typklassen für die Haftpflicht- und Kasko-Versicherung eingruppiert. Die entsprechende Typklasse spiegelt das unterschiedliche Schadenbild für die verschiedenen Autos entsprechend der Schaden- und Unfallstatistik wider. Laut GDV werden zur Ermittlung der jeweiligen Typklasse die Fahrzeugschäden und die dabei verursachten Reparaturkosten der letzten drei Jahre je Automodell betrachtet.

Sind bei einem Fahrzeugtyp vergleichsweise weniger Schäden gegenüber den Vorjahren gemeldet und entschädigt worden, wird das Automodell in eine niedrigere Typklasse als bisher eingestuft. Sind die Schadenzahl und die Kosten dafür gestiegen, wird die Typklasse entsprechend angehoben. Dementsprechend orientiert sich auch die Kfz-Prämie. Für Automodelle mit einer niedrigen Typklasseneinstufung sind die Kfz-Versicherungsprämien günstiger als für Fahrzeugtypen mit einer hohen Typklasseneinstufung.

Schadensstatistiken sind entscheidend

Während die Typklasse in der Kfz-Haftpflichtversicherung hauptsächlich von der Fahrzeugart und der Fahrweise der Nutzer beeinflusst wird, spielen bei der Einstufung der Typklassen für die Kaskoversicherung die hier abgesicherten Risiken eine Rolle.

So werden neben den Schäden durch Verkehrsunfälle für die Kasko-Typklasseneinstufung auch die Schadenquote und die Kosten je Automodell durch Autodiebstähle, Fahrzeugbrände, Glasschäden, Wildtierschäden oder Schäden durch Hagel, Sturm und Überschwemmung berücksichtigt. Damit werden für die Typklasseneinstufung und somit letztendlich auch für die Kfz-Prämienberechnung mitunter die tatsächlichen Unfallerfahrungen mitberücksichtigt.

Dies erklärt, warum die Kfz-Versicherungsprämien für typische Anfänger- oder Vielfahrer-Automodelle meist teurer sind, hingegen selbst PS-starke Autos, die relativ wenig gefahren werden, in der Versicherung vergleichsweise günstig sind. Denn Anfänger und Vielfahrer verursachen statistisch mehr Unfälle mit ihren Pkws als andere. Typisch ist diesbezüglich auch, dass neue Auto-Baureihen, die in der Regel eher von versierten Fahrern erworben werden, günstiger eingestuft sind als die Vorgängermodelle, die eher von Anfängern gefahren werden.

Jährliche Typklasseneinstufung

Aktuell sind die Automodelle für die Kfz-Haftpflichtversicherung in 16 Typklassen (Typklasse 10 bis 25), für die Teilkasko-Versicherung in 24 Typklassen (Typklasse 10 bis 33) und für die Vollkasko-Versicherung in 25 Typklassen (Typklasse 10 bis 34) eingestuft. Jedes Jahr werden zum 1. Oktober für alle Pkw-Modelle die Typklasseneinstufungen neu überprüft. Änderungen bei der Einstufung führen dann ab der nächsten Hauptfälligkeit – das ist meistens der 1. Januar – zu höheren oder niedrigeren Beiträgen in der Kfz-Versicherung.

Wer bereits beim Kauf eines Autos die Voraussetzungen für eine möglichst günstige Kfz-Versicherungsprämie schaffen möchte, sollte sich über die Typklasseneinstufung des Wunschwagens erkundigen. Die Autoversicherer bieten im Internet mit dem sogenannten Typklassenverzeichnis eine entsprechende Informationsmöglichkeit an. Übrigens: Selbst ähnliche Fahrzeuge sind oft in unterschiedliche Typklassen eingestuft.

Ein Beispiel für derartige Differenzen bei der Typklasseneinstufung: Während eine Modellvariante des Golf VII mit 110 PS die Typklasse 13 in der Haftpflicht hat, ist eine andere Variante des Golf VII mit gleicher PS-Zahl in Typklasse 16 deutlich höher eingestuft, was letztendlich auch eine höhere Prämie bedeutet. Übrigens: Änderungen der Typklassen werden durchweg von allen Versicherern in die Tarife eingearbeitet. Typklassen-Verschlechterungen durch eine am 1. Oktober stattfindende Neueinstufung lassen sich also nicht durch einen Versichererwechsel vermeiden.

Weitere News zum Thema

  • In diesen Städten ist das Motorraddiebstahlrisiko am größten

    [] (verpd) Jeden Tag werden in Deutschland fast 64 Motorräder, Mopeds und sonstige Krafträder geklaut. Besonders hoch ist das Risiko für Kraftradbesitzer in den Großstädten. Doch auch zwischen den Städten geht die Schere hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit, von einem Kraftraddiebstahl betroffen zu werden, weit auseinander, wie ein Blick in die aktuelle polizeiliche Kriminalstatistik belegt. mehr

  • Wenn das Auto geklaut oder beschädigt wird

    [] (verpd) Der Preis für einen neuen Pkw liegt meist bei rund ein bis drei Jahresgehältern eines Durchschnittsverdieners. Und auch ein guter Gebrauchter kostet in der Regel mehrere Tausend Euro. Für viele Autobesitzer wäre es daher ein finanzielles Problem, wenn sie nach einem Kfz-Diebstahl oder einem selbst verschuldeten Unfall selbst für den dadurch entstandenen Schaden aufkommen müssten. mehr

  • Worauf beim Vollkaskoschutz für die Reise zu achten ist

    [] (verpd) Viele Autofahrer wollen insbesondere vor einer Fahrt ins Ausland ihr Fahrzeug für die Dauer der Reise durch eine Vollkaskoversicherung geschützt wissen. Dabei kann sich jedoch ein Preisvergleich zwischen einem zeitlich nur begrenzten oder einem dauerhaften Rundumschutz durchaus lohnen. mehr

  • Kfz-Schaden in der Selbstbedienungs-Waschanlage

    [] (verpd) Der Betreiber einer Selbstbedienungs-Autowaschanlage muss grundsätzlich mit einer falschen Positionierung von Fahrzeugen rechnen und dem durch entsprechende Vorkehrungen Rechnung tragen. Das hat das Landgericht Nürnberg-Fürth in einem kürzlich getroffenen Urteil entschieden (Az. 2 O 8988/16). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.