Unfallfrei mit dem Motorrad unterwegs

 - 

(verpd) Wer nach wochenlanger Winterpause wieder auf sein Motorrad steigt, sollte vorher nicht nur sein Krad, sondern auch seine eigene Kondition wieder auf Vordermann bringen, um die Unfallgefahr zu minimieren. Zudem lassen sich mit einigen Verhaltensregeln gefährliche Situationen umgehen.

Mangelnde Fahrroutine nach der Winterpause, eine unangepasste Geschwindigkeit, aber auch Autofahrer, die nicht damit rechnen, dass vermehrt wieder Motorräder im Straßenverkehr anzutreffen sind, stellen besonders zu Beginn der Motorradsaison ein hohes Unfallrisiko für Biker dar.

Alleine in 2014 verletzten sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) bei Verkehrsunfällen über 30.300 Motorradfahrer, zudem kamen 587 dabei ums Leben. Laut den Verkehrsexperten des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) kann jedoch der einzelne Motorradfahrer einiges tun, um sein persönliches Unfallrisiko möglichst klein zu halten.

Notwendige Sicherheitskontrolle

Prinzipiell sollte ein Bike, das längere Zeit gestanden hat, einem Sicherheitscheck unterzogen werden. Insbesondere sollten Bremsen, Lenkung, Reifen und Beleuchtung auf ihre Funktionstüchtigkeit geprüft werden. So müssen der Scheinwerfer, das Schlusslicht, das Bremslicht und die Blinker einwandfrei funktionieren. Die Lenkung darf kein zu großes Lenkspiel aufweisen und bei normalem Lenkverhalten keine ruckartigen Lenkbewegungen zeigen.

Reifen dürfen beispielsweise nicht rissig sein oder andere Beschädigungen aufweisen. Zudem sollte der Reifendruck den Vorgaben der Betriebsanleitung entsprechen. Das Reifenprofil sollte mindestens das gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofil von 1,6 Millimetern aufweisen. Verkehrsexperten empfehlen aus Sicherheitsgründen jedoch mindestens drei Millimeter oder mehr.

Außerdem sollte die Kette die nötige Schmierung und Spannung aufweisen. Die Leitungen für Motor- und Getriebeöl sowie für Brems- und Kühlflüssigkeit müssen außerdem absolut dicht sein.

Gut gerüstet

Für die eigene Sicherheit des Fahrers und Mitfahrers unentbehrlich sind eine gute, funktionale Schutzkleidung in hellen Farben sowie ein Helm, der den Sicherheitsstandards genügt. Eine entsprechende Schutzkleidung kann bei einem Sturz die Schwere der Verletzungen mindern. Doch nicht nur die Technik und die Ausrüstung müssen stimmen, auch der Fahrer sollte fit genug sein, wenn er aufs Motorrad steigt. Gerade nach einer langen Fahrpause ist es wichtig, die eigene Kondition und ein sicheres Fahrverhalten wieder zu trainieren.

Der GDV rät Bikern dazu, sich nach einer längeren Fahrpause zuerst wieder an das Motorradfahren zu gewöhnen. Entsprechende Anfahr-, Brems- und Lenkübungen sowie das mehrmalige Abstellen des Bikes beispielsweise auf einem Übungsplatz helfen, das Gefühl für die Maschine wiederaufzubauen.

Empfehlenswert sind auch Sicherheitstrainings, bei denen Kradfahrer unter Anleitung das sichere Kurvenfahren, Überholen und Bremsen ausgiebig üben können. Eine umfangreiche Zusammenstellung von Anbietern von Fahrsicherheitstrainings für Motorradfahrer kann online beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR) abgerufen werden.

Was beim Saisonbeginn zu beachten ist

Prinzipiell sollten die ersten Touren nicht zu lange oder zu anspruchsvoll sein, denn sicheres Motorradfahren ist auch eine Frage der Übung. Biker müssen besonders zu Beginn der Motorradsaison besonders wachsam sein sowie defensiv und vorausschauend fahren, denn auch die Autofahrer müssen sich nach dem Winter erst wieder an die schnellen Zweiräder gewöhnen.

Um das Risiko, von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen zu werden, zu minimieren, sollten Kradfahrer bei jedem Wetter, also egal ob bei Sonnenschein oder Regen, immer mit Abblendlicht unterwegs sein und den toten Winkel anderer Fahrzeuge vermeiden. Damit das Unfallrisiko auch dauerhaft möglichst klein ist, sind riskante Fahrmanöver wie Kurven schneiden oder sich zu gefährlichen Überholmanövern hinreisen zu lassen, grundsätzlich zu unterlassen.

Ausführliche Tipps für ein sicheres Motorradfahren bietet die kostenlos herunterladbare Broschüre „Motorradfahren gut und sicher“, die vom DVR und vom Institut für Zweiradsicherheit e.V. (IfZ) veröffentlicht wurde. Im Webauftritt des IfZ stehen zudem zahlreiche andere Broschüren zum Thema, wie beispielsweise die Ratgeber „Motorrad fahren gut und sicher – Basiswissen und Tipps für den Alltag, Fahrphysik und -technik„ und „Motorradbekleidung von Kopf bis Fuß“ zum kostenlosen Herunterladen zur Verfügung.

Weitere News zum Thema

  • Die wichtigsten Maßnahmen nach einem Autounfall

    [] (verpd) Wer an einem Unfall beteiligt ist oder als Erster an eine Unfallstelle kommt, muss auch aufgrund gesetzlicher Regelungen bestimmte Verhaltensregeln einhalten, um beispielsweise weitere Schäden zu verhindern und Verletzten zu helfen. Zudem erleichtert eine richtige Vor-Ort-Dokumentierung des Unfalles die Schadenregulierung durch den oder die Kfz-Versicherer. mehr

  • Zusammenstoß mit Autotür

    [] (verpd) Stößt ein vorbeifahrendes Fahrzeug gegen die Tür eines geparkten Autos, hat es zu einer Schadenteilung zu kommen, wenn nicht geklärt werden kann, wann die Tür geöffnet wurde. Das hat das Amtsgericht Frankenthal mit Urteil entschieden (Az. 3a C 176/16). mehr

  • Wie Biker bei der Kfz-Versicherung sparen können

    [] (verpd) Die Motorradsaison hat begonnen. Wer sich bereits vor der Anmeldung des Bikes entsprechende Gedanken macht, kann dafür sorgen, dass das eigene Motorrad gut, aber dennoch günstig versichert ist. mehr

  • Speziell für Schönwetter-Fahrzeuge

    [] (verpd) Kfz-Halter, die ihr Auto, ihr Motorrad oder auch ihr Wohnmobil nur in einem bestimmten Zeitraum des Jahres, beispielsweise von März bis Oktober fahren möchten, kommen mit einem Saisonkennzeichen in den Genuss diverser Vorteile. Denn sie sparen damit Kfz-Steuern und Versicherungsprämien, ohne das Fahrzeug ständig an- und abmelden zu müssen. mehr

  • Von den teuren Folgen einer Spritztour mit dem Dienstwagen

    [] (verpd) Ein Beschäftigter, der sein Dienstfahrzeug ohne Erlaubnis seines Arbeitgebers zu privaten Zwecken nutzt, kann für die Folgen eines dabei durch einen Wildunfall entstandenen Schadens in Anspruch genommen werden. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz hervor (Az. 5 K 684/16.KO). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.