Unfallfrei mit dem Auto durch den Winter

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(verpd) Das Unfallrisiko ist hoch, wenn die Straßen vereist oder mit Schnee bedeckt sind. Wer ein paar Dinge beachtet, kommt dennoch gut durch den Winter.

Manchmal muss es schnell gehen, zum Beispiel morgens auf dem Weg zu Arbeit. Viele begnügen sich dann damit, ein kleines Guckloch an der Frontscheibe eisfrei zu machen, um so loszufahren.

Das hat Folgen: Wer beispielsweise von der Polizei beim Fahren mit vereisten Scheiben erwischt wird, muss mit einer Verwarnung in Höhe von zehn Euro rechnen. Kommt es in der Folge zu einem Unfall, beträgt das Bußgeld 35 Euro – von den Schäden und dem Ärger eines Unfalles ganz abgesehen.

Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe (Az. 3 Ss 12/86) muss übrigens die Heckscheibe nicht unbedingt eisfrei sein, sofern der Wagen über zwei Außenspiegel verfügt.

Allerdings müssen Schnee und Eis vom Autodach entfernt werden, denn beides könnte beim Bremsen nach vorne auf die Scheibe rutschen und so die Sicht behindern. Zudem gefährdet es den nachfolgenden Verkehr. Das Bußgeld, wenn das Dach nicht von Schnee befreit wird, liegt bei 25 Euro, kann aber bis 120 Euro ansteigen, wenn eine besondere Gefährdung vorliegt.

Das gehört während der kalten Jahreszeit ins und ans Auto

Mit einem Eiskratzer und Besen, die immer im Pkw dabei sein sollten, lässt sich das Auto von Schnee und Eis befreien. Idealerweise sollte man auch ein Paar Handschuhe gegen die Kälte dabeihaben. Hilfreiche Dienste leistet zudem ein Enteisungsspray für die Scheiben.

Wer nicht kratzen will, kann mit einer entsprechenden Abdeckfolie ein Vereisen der Windschutzscheibe verhindern. Bequem ist auch ein Pkw mit Standheizung. Diese darf nämlich auch im Stand verwendet werden. Dagegen ist das Warmlaufenlassen des Pkws im Stand verboten und kann ein Bußgeld in Höhe von 10 Euro kosten.

Bei der Bereifung gilt: Wer trotz winterlicher Straßenverhältnisse, also bei Eis und Schnee, mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro und einen Punkt im Flensburger Fahreignungsregister. Noch teurer wird es, wenn das Fahrzeug aufgrund der falschen Bereifung den Verkehr behindert. Dann sind 80 Euro fällig und natürlich kommt auch hier ein Punkt dazu.

Kommt es aufgrund der falschen Bereifung sogar zu einem Unfall, kostet das 120 Euro und auch einen Punkt. Ist für den Fahrer erkennbar, dass Sommerreifen angesichts der Witterungsverhältnisse ungeeignet sind und er dennoch fährt, handelt er grob fahrlässig. Eine Vollkasko-Versicherung muss dann bei einem Unfall den Schaden am eigenen Fahrzeug nur anteilig ersetzen.

Bei Winterreifen gilt übrigens eine gesetzliche Mindestprofiltiefe für Autoreifen von 1,6 Millimetern. Die bayerische Polizei empfiehlt jedoch mindestens vier Millimeter Profiltiefe, denn es gilt: je mehr Profil, desto mehr Grip.

Mehr Abstand, mehr Gefühl

Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen unterwegs ist, sollte vorausschauend und umsichtig fahren. Konkret bedeutet das, einen größeren Sicherheitsabstand einzuhalten, sanft anzufahren und zu bremsen sowie gefühlvoll zu lenken.

Zudem sollte man mehr Zeit für die Fahrt einplanen, denn Staus und Behinderungen sind in der kalten Jahreszeit an der Tagesordnung. Zwar helfen und unterstützen elektronische Assistenzsysteme wie ABS und ein elektronisches Stabilitätsprogramm beim Fahren, doch auch sie funktionieren nur im Rahmen der physikalischen Gesetze.

Beispiel Bremsweg: Der kann sich bei eis- und/oder schneeglatter Fahrbahn leicht vervielfachen – trotz ABS. Doch auch auf geräumten Straßen sollten Autofahrer nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) vorsichtig sein, da sich immer wieder neue Eisschichten bilden können.

Erhöhte Vorsicht ist zudem bei der Überquerung von Brücken angebracht, denn hier kann es besonders schnell glatt werden, wenn sich beispielsweise Nebel als Eis niederschlägt und die Straße in eine Rutschbahn verwandelt.

Bei Eisregen, also wenn es regnet und die Wassertropfen auf einem kalten Boden gleich festfrieren, ist es sicherer, das Auto stehen zu lassen und zu warten, bis die Straßen vom Straßendienst wieder befahrbar gemacht wurden. Einen großen Sicherheitsabstand sollten Autofahrer vor Ampeln und Kreuzungen einhalten, denn hier ist es oft besonders glatt.

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