Über 900 Kfz-Diebstahlsdelikte pro Tag

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(verpd) Diebe haben es nicht nur auf komplette Fahrzeuge, sondern oft auch auf Kfz-Teile und -Inhalte wie Navigationsgeräte, Autoradios oder sonstige im Fahrzeug liegende Wertsachen abgesehen. Die Polizei gibt Tipps, wie Kfz-Besitzer das Diebstahlrisiko verringern können.

Wie der Polizeilichen Kriminalstatistik 2013 zu entnehmen ist, sind Diebe häufig nicht am Fahrzeug selbst interessiert. 2013 wurden bei den 332.605 polizeilich registrierten Kfz-Diebstahlsdelikten in 20 Prozent der Fälle das komplette Fahrzeug geklaut. Konkret wurden 37.427 Kraftwagen und 28.299 Mopeds und Krafträder gestohlen.

In den anderen 80 Prozent der Diebstahlsdelikte haben es die Diebe oftmals auf das Kfz-Zubehör wie teure Felgen, Navigationsgeräte, Autoradios, Airbags oder auf den Inhalt des Autos wie Smartphones, Handtaschen oder Kleidung mit Scheckkarten, Papieren und Bargeld abgesehen.

Zur Wahl des Abstellplatzes

Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes lässt sich mit einigen Maßnahmen das Diebstahlrisiko jedoch erheblich minimieren. Prinzipiell sollten Fahrzeuge am besten in einer abschließbaren Garage oder zumindest an gut beleuchteten und belebten Straßen abgestellt werden. Denn hier hat der Dieb in der Regel fast keine Möglichkeit, ungesehen sein Verbrechen zu begehen.

Nach den Erkenntnissen der Polizei erfolgt ein Kfz-Einbruch nämlich häufig durch das Einschlagen von Seitenscheiben, das Heraushebeln von Heckklappenschlössern oder das Aufhebeln von Türen oder Schlössern.

Damit Gelegenheitsdiebe nicht auf dumme Gedanken kommen, sollten wertvolle Gegenstände wie Handtaschen, Mobiltelefone, Foto- und Videokameras, aber auch Schlüssel oder teure Kleidung nicht im Auto – auch nicht im Kofferraum – zurückgelassen werden.

Zuschließen, aber richtig

Nach dem Einparken ist es wichtig, immer den Zündschlüssel abzuziehen und das Lenkradschloss einrasten zu lassen, selbst wenn man das Auto nur ganz kurz abstellt. Wer eine Funkfernbedienung hat, sollte darauf achten, dass das Abschließen durch ein optisches Signal quittiert wird, denn Kriminelle könnten mit einem Funkblocker das Funksignal der Fernbedienung und so die Abschließfunktion stören.

Prinzipiell dürfen Ersatzschlüssel nicht am oder im Fahrzeug gelassen werden. Wer sich nicht daran hält, handelt grob fahrlässig und büßt somit unter Umständen seinen Kaskoschutz im Falle eines Diebstahles ein.

Übrigens, grob fahrlässig ist es auch, wenn man selbst bei kurzer Abwesenheit die Wagenfenster und -türen – dies gilt auch für Cabrios –, das Schiebedach, den Kofferraum oder den Tankdeckel nicht verschließt.

Vorsicht vor Schlüsseldieben

Kfz-Fahrer sollten ihre Fahrzeugschlüssel zudem nie unbeaufsichtigt in Jacken- oder Manteltaschen zurücklassen, wenn sie diese in Gaststätten an der Garderobe oder in Umkleidekabinen aufhängen.

Zu den gängigen Diebstahlmethoden zählen nämlich neben dem Schlüsseltausch bei Besichtigung von Ausstellungsfahrzeugen und Probefahrten auch der Schlüsseldiebstahl aus Jacken- oder Handtasche oder bei einem Hauseinbruch.

Wer feststellt, das sein Kfz-Schlüssel entwendet wurde oder aus irgendeinem anderen Grund nicht mehr auffindbar ist, sollte umgehend zu einer Fachwerkstatt gehen, denn diese haben die Möglichkeiten, den Schlüssel sofort sperren zu lassen.

Absicherung des Zubehörs

Diverse An- und Aufbauten oder anderes Zubehör lassen sich zusätzlich gegen Diebstahl sichern. So können meist hochwertige Felgen durch abschließbare Radmuttern oder Rillenprofilschrauben abgesichert werden.

Autoradios lassen sich teils per Zahlenkombination, mit einer herausnehmbaren Sicherheitskarte oder einem abnehmbaren Bedienteil, das beim Verlassen des Wagens mitgenommen werden sollte, vor der Benutzung Fremder schützen.

Angeboten werden außerdem diverse zusätzliche, nachrüstbare mechanische und elektronische Diebstahlsicherungen, wie eine Park- oder Lenkradkralle, aber auch Kfz-Ortungssysteme zum Wiederauffinden nach einem Diebstahl.

Weitere Informationen über die sicherungstechnischen Möglichkeiten gibt die Polizei in einem Webauftritt. Eine wohnortnahe Beratungsstelle kann unter Eingabe der Postleitzahl online gesucht werden. Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes stellt online zudem zwei Ratgeber mit Präventionsmaßnahmen gegen Kfz-Diebstahlsdelikte sowie eine Auflistung mit sinnvollen Kzf-Ortungssystemen zur Verfügung.

Kfz und Zubehör richtig versichern

Wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Kfz-Diebstahlsdelikt gekommen ist, ersetzt eine vorhandene Teilkaskoversicherung, die automatisch auch in der Vollkasko enthalten ist, den entstandenen Schaden. Die Kaskoversicherung ersetzt in der Regel ein entwendetes Fahrzeug oder geklaute Gegenstände, die zu den Fahrzeugteilen zählen.

Darunter fallen auch Fahrzeugteile, die mit dem Wagen fest verbunden sind, wie Autoradio oder Felgen. Nicht erstattet werden jedoch – soweit nichts anderes vereinbart wurde – aus dem Kfz gestohlene Handtaschen, Fotokameras, Schecks, Geld, Schlüssel, tragbare Navigationsgeräte und Handys.

Da je nach Vertragsvereinbarung das Kfz-Zubehör nur bis zu einem bestimmten Betrag, beispielsweise bis 2.000 €, beitragsfrei in der Kasko mitversichert ist, sollte man sich beim Vertragsabschluss vergewissern, dass die vereinbarte Summe ausreicht. Wer Zubehör wie ein hochwertiges Autoradio oder teure Alufelgen hat, das diesen Betrag übersteigt, kann den Versicherungsschutz meist optional gegen einen Aufpreis entsprechend erweitern.

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