Trotz Kfz-Schadens keine Rückstufung

Die Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse kann verhindert werden, wenn man rechtzeitig einen Schaden selbst übernimmt. Aber auch wer entgegen seiner früheren Entscheidung möchte, dass seine Kfz-Haftpflichtversicherung einen in diesem Jahr angefallenen Bagatellschaden übernimmt, muss Fristen beachten.

Grundsätzlich müssen Kfz-Schäden nach Auskunft des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) in den meisten Fällen innerhalb einer Woche schriftlich oder telefonisch dem Versicherer gemeldet werden.

Nur Kleinschäden in der Kfz-Haftpflichtversicherung „bis etwa 500 €” sind in der Regel davon ausgenommen, wenn der Versicherte den Schaden selbst bezahlt hat oder dies wollte, um damit eine Rückstufung seiner Schadenfreiheitsklasse zu verhindern.

Kleinschäden bis Jahresende anzeigen

Für solche in 2011 vorgekommenen Bagatellschäden kann der Versicherte noch bis zum 31. Dezember einen Anspruch auf Kostenerstattung beim Versicherer geltend machen. Im Dezember 2011 angefallene Kleinschäden sind dem Versicherer bis spätestens zum 31.1.2012 anzuzeigen, wenn sie bezahlt werden sollen.

Allerdings lohnt sich dies oft nicht, weil eine Schlechterstellung des Schadenfreiheitsrabatts – auch über mehrere Jahre gerechnet – oft teurer ist als die Übernahme kleinerer Schäden aus eigener Tasche. Deshalb sollte man sich vom Versicherer ausrechnen zu lassen, bis zu welcher Schadenhöhe es besser ist, den Schaden selbst zu tragen.

Die Rückstufung im Schadenfall ist laut GDV nicht davon abhängig, wie hoch die gemeldeten Schäden sind, sondern ausschließlich von der Zahl der gemeldeten Schäden. Auch das kann ein Argument sein, kleinere Schäden selbst zu tragen, um eine Rückstufung gleich um mehrere Stufen zu vermeiden.

Rückkauf kleinerer Schäden innerhalb von sechs Monaten

Auch ein nachträglicher „Rückkauf“ von Schäden ist unter bestimmten Umständen möglich. Bei Kleinschäden bis etwa 500 € sei der Versicherer verpflichtet, so der GDV, den Kunden nach Abschluss der Regulierung über die Höhe des ausgezahlten Betrages zu informieren.

Daraufhin habe der Kunde sechs Monate Zeit, diese Aufwendungen dem Versicherer zu erstatten und sich so von einer drohenden Rückstufung „freizukaufen“.

Wenn dieser Sechsmonatszeitraum über das Jahresende oder über eine gegebenenfalls abweichende Hauptfälligkeit des Vertrages hinaus geht, wird der Versicherungsvertrag zunächst zurückgestuft. Dies wird aber bei rechtzeitigem Rückkauf rückgängig gemacht und der zu viel gezahlte Beitrag erstattet.

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