Teurer Rausch

 - 

(verpd) 2013 wurden 17.520 Personen bei einem Verkehrsunfall, bei dem mindestens ein Unfallbeteiligter unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand, verletzt und 314 Menschen getötet.

Fast jeder elfte Verkehrstote ist somit auf einen Unfall durch Alkohol- oder Drogeneinfluss zurückzuführen. Derjenige, der unter Alkohol- oder Drogeneinfluss einen Unfall verursacht, muss aber nicht nur mit einer hohen Strafe rechnen, sondern verspielt unter Umständen auch seinen Versicherungsschutz.

Fahranfänger unter 21 Jahren oder Fahrer, die gemäß Paragraf 2a StVG (Straßenverkehrsgesetz) einen Führerschein auf Probe haben, unterliegen laut Paragraf 24c StVG einer Nullpromille-Grenze. Selbst wenn der Fahranfänger keine Fahrunsicherheit nach dem Genuss von einer geringen Menge Alkohol, wie einem Glas Bier, zeigt, muss er mit einer Geldstrafe von 250 € und einem Punkt im Flensburger Fahreignungsregister rechnen. Führerscheinneulinge auf Probe müssen zudem ein teures Aufbauseminar und eine zweijährige Verlängerung der Probezeit hinnehmen.

Alle anderen Fahrer werden für das Fahren unter Drogeneinfluss oder einer Blutalkohol-Konzentration ab 0,5 Promille mit einer Geldbuße ab 500 €, einem bis zu dreimonatigen Fahrverbot sowie mit zwei Punkten bestraft – zumindest solange keine rauschbedingten Fahrfehler bemerkt wurden.

Von Geldstrafe bis hin zum Verlust des Versicherungsschutzes

Wer als Fahranfänger jedoch zwischen 0,3 Promille und 0,5 Promille oder als langjähriger Fahrer ab 0,5 Promille Blutalkohol-Konzentration hat und deswegen unsicher fährt oder gar einen Unfall verursacht hat, muss mit drei Punkten rechnen. Zudem droht ein mindestens sechsmonatiger oder sogar dauerhafter Führerscheinentzug sowie gemäß den Paragrafen 315c und 316 StGB (Strafgesetzbuch) eine hohe Geld- oder sogar Haftstrafe.

Probleme können alkoholisierte Fahrer auch in Bezug auf den Versicherungsschutz bekommen. Zwar zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung den Opfern von Verkehrsunfällen, die von berauschten oder betrunkenen Fahrern verursacht werden, den vollen Schadenersatz. Die Versicherung nimmt jedoch den Versicherungsnehmer beziehungsweise den Fahrer, der unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand, mit bis zu 5.000 € in Regress.

Wer unter Drogen- oder Alkoholeinfluss fährt und dabei sein eigenes Auto beschädigt, muss zudem damit rechnen, dass die Kaskoversicherung die Schadensleistung wegen „grober Fahrlässigkeit“ verweigert oder in einem der Schwere des Verschuldens angemessenen Verhältnis mindert. Die von manchen Versicherern angebotene Klausel, nach der bei grober Fahrlässigkeit doch gezahlt wird, greift in diesem Fall nicht, da bei diesen Policen prinzipiell alkohol- und drogenbedingte Unfallfolgen ausgeschlossen sind.

Weitere News zum Thema

  • Die wichtigsten Maßnahmen nach einem Autounfall

    [] (verpd) Wer an einem Unfall beteiligt ist oder als Erster an eine Unfallstelle kommt, muss auch aufgrund gesetzlicher Regelungen bestimmte Verhaltensregeln einhalten, um beispielsweise weitere Schäden zu verhindern und Verletzten zu helfen. Zudem erleichtert eine richtige Vor-Ort-Dokumentierung des Unfalles die Schadenregulierung durch den oder die Kfz-Versicherer. mehr

  • Zusammenstoß mit Autotür

    [] (verpd) Stößt ein vorbeifahrendes Fahrzeug gegen die Tür eines geparkten Autos, hat es zu einer Schadenteilung zu kommen, wenn nicht geklärt werden kann, wann die Tür geöffnet wurde. Das hat das Amtsgericht Frankenthal mit Urteil entschieden (Az. 3a C 176/16). mehr

  • Wie Biker bei der Kfz-Versicherung sparen können

    [] (verpd) Die Motorradsaison hat begonnen. Wer sich bereits vor der Anmeldung des Bikes entsprechende Gedanken macht, kann dafür sorgen, dass das eigene Motorrad gut, aber dennoch günstig versichert ist. mehr

  • Speziell für Schönwetter-Fahrzeuge

    [] (verpd) Kfz-Halter, die ihr Auto, ihr Motorrad oder auch ihr Wohnmobil nur in einem bestimmten Zeitraum des Jahres, beispielsweise von März bis Oktober fahren möchten, kommen mit einem Saisonkennzeichen in den Genuss diverser Vorteile. Denn sie sparen damit Kfz-Steuern und Versicherungsprämien, ohne das Fahrzeug ständig an- und abmelden zu müssen. mehr

  • Von den teuren Folgen einer Spritztour mit dem Dienstwagen

    [] (verpd) Ein Beschäftigter, der sein Dienstfahrzeug ohne Erlaubnis seines Arbeitgebers zu privaten Zwecken nutzt, kann für die Folgen eines dabei durch einen Wildunfall entstandenen Schadens in Anspruch genommen werden. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz hervor (Az. 5 K 684/16.KO). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.