Riskante Ablenkung

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(verpd) Autofahrer richten laut einer Befragung nicht selten während der Fahrt ihre Aufmerksamkeit auf Dinge, die nicht direkt mit der Tätigkeit des Fahrens im Zusammenhang stehen, und werden dadurch vom Verkehrsgeschehen abgelenkt. Unfallforscher schätzen, dass jeder vierte schwere Unfall durch solche Unaufmerksamkeiten oder Ablenkungen mitverursacht wurde.

Wer als Kfz-Fahrer nicht seine volle Konzentration auf das Verkehrsgeschehen richtet, erkennt oftmals zu spät gefährliche Situationen oder bringt durch eine unkontrollierte Fahrweise andere in Gefahr. In einer repräsentativen Befragung des Deutschen Verkehrssicherheitsrates gab jeder zweite Autofahrer an, schon einmal durch Ablenkung in eine heikle Lage geraten zu sein.

Während hierzulande Unaufmerksamkeit und Ablenkung noch nicht als eigene Kategorie in der Unfallstatistik geführt werden, ist dies in der Schweiz und Österreich üblich. Unachtsamkeit gilt in der Schweiz als Ursache für jeden vierten schweren Unfall. Laut der Verkehrsunfallstatistik ist dies in Österreich insgesamt der Grund für jeden dritten Unfall mit Personenschäden.

Die häufigsten Gründe für fehlende Aufmerksamkeit

Die Forscher gliedern die Ablenkungsgründe in drei Kategorien ein. Bei der visuellen Ablenkung schweift der Blick vom Verkehrsgeschehen ab und Gefahrenstellen wie enge Kurven oder Hindernisse, zum Beispiel ein plötzlich bremsender Vordermann, werden zu spät gesehen. Die Bedienung des Navigationsgerätes, des Radios, der Freisprecheinrichtung oder der Klimaanlage, der ständige Blick zum Beifahrer oder auch das Ablesen von Nachrichten auf dem Mobiltelefon können eine derartige Unachtsamkeit hervorrufen.

Motorische Tätigkeiten wie das Essen oder Trinken, das Schreiben von Kurzmitteilungen auf dem Mobiltelefon, aber auch das Abwischen der Frontscheibe während der Fahrt lenken den Fahrer ebenfalls ab. Durch die dabei notwendige Bewegung ist der Fahrzeuglenker nicht auf den Verkehr konzentriert und reagiert auf eintretende Ereignisse oft unangemessen. Unfallträchtig sind auch mentale Ablenkung, wie sie durch Musik oder Gespräche und auch durch Probleme in der Partnerschaft, mit Freunden oder am Arbeitsplatz entstehen können.

Wer gedanklich nicht bei der Sache ist, neigt dazu, verkehrsrelevante Gegebenheiten nicht vollständig zu erfassen oder sie falsch einzuordnen, was zu Fehlinterpretationen oder -entscheidungen führen kann. Starke Emotionen wie Freude, Wut oder Trauer können ebenso vom Verkehrsgeschehen ablenken wie Monotonie, Müdigkeit oder Stress. Die Verkehrsexperten vom DVR raten jedem Verkehrsteilnehmer, egal ob Auto-, Motorrad- oder Radfahrer, sowie auch Fußgängern, jede Art von Störung, die die Konzentration auf das Verkehrsgeschehen negativ beeinflussen könnte, zu vermeiden.

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