Richtiges Handeln nach einem Verkehrsunfall im Ausland

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(verpd) Um bei der Regulierung des Schadens keine Schwierigkeiten zu bekommen, sind im Ausland oftmals besondere Maßnahmen zu berücksichtigen.

Grundsätzlich sollten Auslandsreisende, die mit ihrem eigenen Kfz unterwegs sind, die „Grüne Karte“ mitnehmen. Diese wird vom eigenen Kfz-Versicherer kostenlos ausgegeben und bescheinigt das Bestehen des notwendigen Haftpflicht-Versicherungsschutzes nach den Bestimmungen des jeweiligen Gastlandes.

Polizei rufen oder nicht?

Verkehrsexperten empfehlen – egal ob In- oder Ausland – grundsätzlich, bei hohem Sachschaden oder wenn Personen verletzt wurden, die Polizei zu rufen. Unterstützung durch einen Arzt und/oder durch die Polizei kann mit der europaweit geltenden Notrufnummer 112 sowohl vom Handy als auch aus dem Festnetz kostenfrei und teils sogar in verschiedenen Sprachen angefordert werden.

In folgenden Ländern ist auch bei Bagatellschäden für die Schadenregulierung in jedem Fall ein polizeiliches Unfallprotokoll erforderlich:

  • Bulgarien,

  • Kroatien,

  • Polen,

  • Rumänien,

  • Slowenien,

  • Slowakei,

  • Tschechien und

  • Ungarn.

Notwendige Daten

Für die Schadenregulierung ist es wichtig, den Unfallhergang und alle notwendigen Daten zu dokumentieren. Dazu gehören Adresse, Kennzeichen und Haftpflichtversicherung des Unfallgegners sowie Fotos der Unfallstelle aus verschiedenen Blickwinkeln.

Empfohlen wird, den mehrsprachigen europäischen Unfallbericht mitzuführen. Das Formular ist unter anderem beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) bestell- und herunterladbar oder bei den Kfz-Versicherern erhältlich.

Weitere Beweissicherung

Wer bei einem Unfall verletzt wurde, sollte sich nach Meinung von Rechtsexperten von einem Arzt des Reiselandes ein Attest ausstellen lassen, um bei Schmerzensgeld-Forderungen keine Schwierigkeiten mit der ausländischen Kfz-Haftpflichtversicherung zu bekommen.

Hat der eigene Pkw bei dem Unfall einen Totalschaden erlitten, sollte vor der Verschrottung ein Kfz-Sachverständiger das Fahrzeug begutachten.

Hilfe durch den Zentralruf der Autoversicherer

Weitere Informationen, was im Einzelfall nach einem Unfall zu tun ist, gibt es online beim Internetauftritt der GDV Dienstleistungs-GmbH & Co. KG (GDV DL) oder auch als herunterladbare Checkliste. Der vom GDV DL betriebene Zentralruf der Autoversicherer ermittelt notfalls auch die zuständige Versicherung des Unfallgegners für alle im europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder der Schweiz zugelassene Fahrzeuge, was die Schadenregulierung beschleunigen kann.

Zudem kann hier der in Deutschland zuständige Schadenregulierer erfragt werden, wenn der Unfallgegener zum Beispiel einen ausländischen Kfz-Versicherer hat. Anrufer aus dem Ausland erreichen den Zentralruf unter +49 40/ 300 330 300.

Im Ausland richtig abgesichert

Grundsätzlich ist es bei Auslandsreisen mit dem eigenen Pkw wichtig, dass der Versicherungsschutz in der Haftpflicht- und Kaskoversicherung auch für das jeweilige Land besteht. Auch eine Mallorca-Police, ein Schutzbrief und eine Haftpflichtdeckung mit Auslandsschadenschutz ist sinnvoll.

Beim Auslandsschadenschutz ersetzt der eigene Kfz-Versicherer die eigenen Personen- und Sachschäden, die durch im Ausland zugelassene Kraftfahrzeuge verursacht wurden. Konkret: Erleidet man mit dem eigenen versicherten Auto einen Unfall, tritt auch die eigene Kfz-Versicherung in Vorleistung und nimmt vom Verursacher oder seiner Versicherung Regress.

Mit dem Mietwagen unterwegs

Schutzbriefleistungen wie Abschleppen, Bergen, Kfz-Rückholung oder Ersatzteilbeschaffung stehen nach einem Unfall, einer Panne oder einer Erkrankung des Fahrers auf Reisen zur Verfügung. Verursacht man mit einem Mietwagen einen Unfall, so tritt die Autohaftpflicht-Versicherung des Vermieters ein.

Im Ausland liegen die gesetzlichen Versicherungssummen jedoch oft deutlich niedriger, als man es von Deutschland her kennt. Eine sogenannte Mallorca-Deckung würde den Mietwagen in der eigenen Kfz-Haftpflichtversicherung jedoch mit der Deckungssumme absichern wie das eigene Fahrzeug in Deutschland versichert ist. Sie sorgt damit dafür, dass man bei großen Schäden die Differenz zwischen Schadenhöhe und der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestdeckungssumme des Landes nicht aus der eigenen Tasche zahlen muss.

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